Im Rahmen eines Nachmittagskonzerts am 5. Mai 2019 in der Lindenkirche in Berlin-Wilmersdorf wurde Prof. Joël Betton von Rüdiger Grambow, Ehrenpräsident des Bundes Deutscher Zupfmusiker (BDZ), in Anerkennung und Würdigung seines langjährigen und erfolgreichen Engagements auf Landes- und Bundesebene mit der Verleihung der BDZ-Verdienstmedaille in Silber geehrt. Grambow nahm die Auszeichnung im Auftrag des Bundesvorstandes vor, der den generationenbedingten Rückzug Bettons aus allen Verbandsämtern auf Landes- und Bundesebene zum Anlass nahm, ihm zu danken und seinen Einsatz für die Aufgaben und Ziele des BDZ öffentlich zu würdigen.
Der Veranstaltungsrahmen eignete sich für diesen Anlass hervorragend: Neben dem Landeszupforchester Berlin, das Joël Betton von 1991 bis 2010 über fast 20 Jahre geleitet hatte und das jetzt unter dem Dirigat von Symeon Ioannidis arbeitet, musizierte auch das von ihm 2017 initiierte Landesjugendgitarrenorchester Berlin unter dem jungen, außerordentlich talentierten Dirigenten Simon Scriba. Zusätzlich trat als Gastorchester des Landesjugendgitarrenorchesters Berlin das Jugendgitarrenorchester EMMVA aus Barcelona unter Leitung von Jordi Paredes auf.
Der Ehrenpräsident erwähnte in seiner Laudatio, dass das Landeszupforchester Berlin unter Leitung von Betton seit 1994 alle vier Jahre am „Eurofestival Zupfmusik“ des BDZ teilgenommen habe. 1999 habe es eine CD mit dem Titel „Hora Cero“ produziert, auf der u. a. auch das „Divertimento“ für Cello und Zupforchester von Kurt Schwaen eingespielt worden sei, das ihn beim Abhören noch heute immer wieder begeistere.
Es wurde daran erinnert, dass sich Joël Betton dem BDZ über viele Jahre als Landesmusikleiter zur Verfügung gestellt und auch einige Zeit auf Bundesebene die Funktion des Bundesmusikleiters wahrgenommen hat. Vor vier Jahren habe er sogar das Amt des BDZ-Präsidenten in Berlin übernommen und dieses bis Anfang April 2019 ausgeübt. Noch heute vertrete er den BDZ-Berlin im Landesmusikrat Berlin und im Landesausschuss „Jugend musiziert“.
Es sei ihm zu verdanken, so Grambow, dass Berlin das erste Bundesland war, in dem die Bağlama beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ zugelassen wurde. Als der Landesmusikrat Berlin die Bağlama zum Instrument des Jahres 2013 erklärte, sei es Betton gewesen, der den diesbezüglichen Fachausschuss des Landesmusikrates geleitet habe. Und es sei auch seine Idee gewesen, die ersten Konzerte für Bağlama und Zupforchester schreiben zu lassen und diese im Rahmen der Eurofestivals mit seinem Orchester aufzuführen.
Als Dozent bei Seminaren, Landes- und Bundeswettbewerben innerhalb und außerhalb des BDZ sei er ein gefragter Fachmann. Es mache Joël Betton offensichtlich Freude, sein Wissen weiterzugeben, und das auch außerhalb des universitären Rahmens, in dem er sich seit 1985 bewegt, zunächst als Lehrbeauftragter und ab 2008 als Professor für Gitarren an der UdK Berlin. Neben seiner solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit liege ihm die Aufführung zeitgenössischer Musik sehr am Herzen. Besondere Aufmerksamkeit widme er der musikalischen Bildung aller Altersklassen im Profi- und Amateurbereich. Er sei einer der Wenigen, die zwischen diesen Bereichen eine Brücke schlagen könnten und auf beiden Seiten hohe Anerkennung genießen würden.
Im Fokus des Auszuzeichnenden steht natürlich die Welt der Gitarre. Seiner Initiative sei es zu verdanken, dass es seit 2017 in Berlin auch ein Landesjugendgitarrenorchester gibt.
Der Ehrenpräsident ging er noch auf einige Aspekte ein, die seiner Ansicht nach Joël Betton besonders auszeichnen würden: seine von Herzen kommende Freundlichkeit, sein nicht versiegender Ideenreichtum, seine große Hilfsbereitschaft, seine Kompromissfähigkeit, ohne die ein Verband nicht erfolgreich funktionieren könne, und schließlich seine stets positive Grundstimmung und seinen ansteckenden Optimismus. Dies alles seien Eigenschaften, die einem Verband gut tun und von denen dieser profitiert.
Rüdiger Grambow resümierte, dass der BDZ Joel Betton viel zu verdanken habe und er ihm in dankbarer Anerkennung seines Wirkens die Verdienstmedaille in Silber verleihe, die er ihm dann mit Urkunde im Auftrag des Bundesvorstandes überreichte.