1. Mai vor dem Brandenburger Tor: 20% Festanstellungen sind 184 neue Vollzeitstellen!

VertreterInnen von Musikschulen, Fachverbänden und Bezirken demonstrierten vereint für die Umsetzung ihrer Forderungen.

Der neue rot-rot-grüne Senat ist der erste, der sich laut Koalitionsvertrag eine qualitative und strukturelle Verbesserung der Berliner Musikschulen zum Ziel gesetzt hat, u.a. durch Festanstellung von mindestens 20% Musikschullehrkräften.

Aktuelle Probleme bei der Umsetzung sind jedoch die folgenden:

1. Die Senatsfinanzverwaltung errechnete bislang nur 105 zusätzlich notwendige VZÄs  (=Vollzeitäquivalente), um die Marke von 20% zu erreichen. Eine von allen Berliner Bezirksämtern unterstützte Berechnung der AG-MusikschulleiterInnen sieht für eine qualifizierte Umsetzung zutreffend jedoch mindestens 184 neue Vollzeitäquivalente vor.

Strittig ist hier die Berücksichtigung der zur qualifizierten Organisation des Unterrichts notwendigen Abminderungsstunden  für Funktionstätigkeiten (Musikschulleitung, Stellvertretung, Fachgruppenleitung, Zweigstellenleitung).

2. Ein weiteres Problem ist die bisher geplante Art der Zuweisung der zusätzlichen Mittel über die Globalsummenzuweisung an die Bezirke, da hier durch die Zwänge der Kostenleistungsrechnung Verwerfungen zu erwarten sind und die Gefahr einer zwangsläufigen Output-Reduzierung droht. Im Klartext: Im schlimmsten Fall müssten Honorarlehrkräfte entlassen und das Unterrichtsangebot reduziert werden. Um das zu vermeiden, wäre die zweckgebundene Direktzuweisung der zusätzlichen Mittel zielführender.

Wir fordern daher:

  • Mittel-Zuweisung an die Bezirke für 184 zusätzliche Vollzeitäquivalente im Bereich der Musikschulen
  • Direkte Zuweisung der Mittel, um sicherzustellen, dass die Umsetzung der Forderung „mindestens 20 % Festanstellungen für MusikschullehrerInnen“ nicht zu einer Reduktion des Unterrichtsangebotes an Berliner Musikschulen und zur Entlassung von Honorarlehrkräften führt.

Die Forderungen des Landesmusikrates und der mit uns kooperierenden Fachvertretungen wurden am 1. Mai ab etwa 14 Uhr von der Bühne des DGB am Brandenburger Tor erhoben. Für die Sache der MusikschullehrerInnen sprach Bezirksstadträtin Juliane Witt.

Der Landesmusikrat war auf der Veranstaltung mit einem Stand und einer neu aufgelegten Postkartenaktion vertreten, um der aktuellen Hauptforderung: „20% Festanstellungen sind 184 neue Vollzeitstellen“ Nachdruck zu verleihen.

Unterstützen auch Sie die Forderung des Landesmusikrates! Machen Sie ein Selfie mit unserer Aktionspostkarte und senden Sie uns das Bild (an: info@landesmusikrat-berlin.de)! Wir posten es auf unserer Webseite und auf dem facebook-Kanal des Landesmusikrates.


DGB Rententour Musikschule

Ina Finger, Musikschulleiterin in Friedrichshain-Kreuzberg, im Interview zu Rentenerwartung und sozialer Absicherung von Musikschullehrkräften. Ein Beitrag von Tom Schildberg: DGB Rententour Musikschule (Link zum Beitrag)


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Postkartenaktion 2017


KBBM verabschiedet Entschließung zur Entwicklung der Musikschulen

Am 13. Februar 2017 tagte die Konferenz der Bezirksbeauftragten Musik (KBBM) und verabschiedete einstimmig die "Entschließung zur Entwicklung der Musikschulen":

"Die KBBM des Landesmusikrats Berlin begrüßt, dass die wesentlichen Überlegungen und Zielvorstellungen aus den Wahlprogrammen in Bezug auf die Musikschulen (mindestens 20 % Festanstellung von Musikschullehrkräften, Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Musikschullehrkräfte) und bezirkliche Kulturarbeit Eingang in die Koalitionsvereinbarung und die Richtlinien der Regierungspolitik gefunden haben.

Da gegenwärtig der Doppelhaushalt 2018-19 aufgestellt wird, gilt es jetzt die Weichen für die effektive Umsetzung des Ziels 20 % Festanstellung von Musikschullehrkräften zu stellen.

Wir bitten deshalb die Koalitionsfraktionen und die zuständigen Senatsverwaltungen Kultur, Bildung und Finanzen sowie die Bezirke um enge und zielführende Kooperation für

  • die definitive und effektive Festlegung der Ressortzuständigkeit verbunden mit aktuell wirkungsvoller Arbeitsfähigkeit der Verwaltung,
  • die Aufforderung an und die Bereitschaft der Bezirke, umgehend konkrete Bezirks-Bedarfe für die Aufstellung des Doppelhaushalts anzumelden, die notwendig sind, um 2019 20 % -Festanstellungen von Musikschullehrkräften zu erreichen,
  • die Aufstellung eines Musikschul-Entwicklungsprogramms (vergleichbar „wachsende Stadt“) im Umfang von 12 Mio., um im Zuge des Doppelhaushalts in Kooperation mit den Bezirken die 20 % Festanstellung von Musikschullehrkräften 2019 zu erreichen, und schließlich
  • einen Auflagenbeschluss des Abgeordnetenhauses, dass die bereitgestellten Mittel dieses Musikschul-Entwicklungsprogramms ausschließlich für die Festanstellung von Musikschullehrkräften zu verwenden sind."

Entschließung der KBBM zur Entwicklung der Musikschulen


Musikschulen in Berlin: Postkartenaktion zur Wahl 2016

Zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016 machte der Berliner Landesmusikrat mit einer Postkartenaktion auf das Problem der mangelnden Festanstellungen von Musikschullehrkräften aufmerksam und forderte in einer Postkartenaktion mindestens 20 % Festanstellungen an den bezirklichen Musikschulen. Mit Erfolg! Zahlreiche Unterstützer der Aktion haben es gemeinsam erreicht: Im aktuellen Berliner Koalitionsvertrag sind die Musikschulen gleich an mehreren Stellen vertreten.

Hier geht's zur Koalitionsvereinbarung (komplett)

Auszüge aus der Koaltitionsvereinbarung zu den Musikschulen als Download

Hier geht's zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Postkartenaktion (Bildergalerie)

Ziele und Hintergründe der Aktion

Die bezirklichen Musikschulen sind im Schulgesetz unter § 124 festgeschrieben.

Dem dort beschriebenen Bildungsauftrag können sie jedoch kaum qualifiziert nachkommen. Es fehlt an festangestelltem Personal! Ca. 93 % aller Berliner MusikschullehrerInnen arbeiten auf Honorarbasis: Nur ca. 7 % sind fest angestellt. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Festanstellungsquote 10mal höher.

Nötig ist...

  • eine Basisausstattung mit festangestelltem Lehrpersonal von mindestens 20 %
  • die stadtweite Modernisierung der Musikschulverwaltungen statt bürokratischer Einzelstundenabrechnung.

Denn nur durch mehr Festanstellungen...

  • ist es möglich, die qualifizierten Lehrkräfte an die Berliner Musikschulen zu binden und Abwanderungen aufzuhalten.
  • können die Musikschulen die musikalischen Zentren ihrer Bezirke sein, Kooperationen mit Schulen und Kitas eingehen oder bei der Integration Geflüchteter helfen.

In einem Video hat Dirk Strakhoff Forderungen der Lehrenden der Musikschule Steglitz-Zehlendorf zusammengefasst:

Musikschulmagnolie - Ein Baum der Wünsche und Forderungen

An einer Unterschriftenaktion des Fördervereins der Musikschule Steglitz-Zehlendorf zugunsten von mehr Festanstellungen beteiligten sich die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit Chefdirigent Simon Rattle:

Warum Musikschulen so wichtig sind (Frederik Hanssen -Tagesspiegel 8.7.2016)


Deutscher Musikrat und Konferenz der Landesmusikräte: Berliner Musikschulmisere beenden

Im DMR Newsletter vom 14.09.2016 beziehen der Deutsche Musikrat und die Konferenz der Landesmusikräte Stellung zur andauernden Berliner Musikschulmisere:

"Der Landesmusikrat Berlin beklagt gravierende Fehlentwicklungen und Defizite an den Musikschulen des Landes Berlin. Lehrkräfte an  Berliner Musikschulen sind ein eine bundesweit singulär schlechte Lage geraten.

Musikschullehrkräfte sind in Berlin in weniger als 7 Prozent aller Fälle festangestellt - bundesweit liegt diese Quote mehr als 10Mal höher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es Städte in Deutschland gibt, in denen grundsätzlich alle Musikschullehrkräfte fest angestellt sind." Weiterlesen

Newsletter des Deutschen Musikrates vom 14.09.2016


RBB-Beiträge zur Lage der Berliner Musikschulen

Protestkonzert

von Lehrkräften und des Förderkreises der Musikschule Steglitz-Zehlendorf unter Beteiligung des Landesmusikrats Berlin, 13.11.2015:


Honorarkräfte auf der Straße

Kundgebung der Gewerkschaften verdi und GEW zum Thema "Bessere Bezahlung von Honorarkräften", z.B. an Musikschulen, 21.11.2015:


Gründung des Bündnisses zur Förderung der öffentlichen Musikschulen e.V.

Kulturradio am Morgen brachte in seiner Sendung am 2.10.2015 ein Interview mit dem Sänger und Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Thomas Quasthoff, zur Lage der Musikalischen Bildung in Berlin und zur Gründung des Bündnisses zur Förderung der öffentlichen Musikschulen, dessen Mitglied Thomas Quasthoff ist.


Musikschule für die Zukunft - Musikschule für alle?

Was bedeuten die Berliner Musikschulen für die Bildung in unserer Stadt, wie sind sie in der Gesellschaft verankert und was ist uns Musikalische Bildung eigentlich wert? Kulturradio veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem "Bündnis zur Förderung der öffentlichen Berliner Musikschulen" eine Podiumsdiskussion zur Bedeutung Musikalischer Bildung und Musikschulen in Berlin.

Mitschnitt einer Podiumsdiskussion im Kleinen Sendesaal des rbb vom 19. März 2015. Nachzuhören hier:

Was bedeuten die Berliner Musikschulen für die Bildung in unserer Stadt, wie sind sie in der Gesellschaft verankert und was ist uns Musikalische Bildung eigentlich wert? Kulturradio veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem "Bündnis zur Förderung der öffentlichen Berliner Musikschulen" eine Podiumsdiskussion zur Bedeutung Musikalischer Bildung und Musikschulen in Berlin.

Diskussionsteilnehmer:
Prof. Christian Höppner (Generalsekretär Deutscher Musikrat) und
Mark Rackles (Staatssekretär für Bildung)

(Foto: Hubert Kolland)

Moderatorin Sandra Maischberger im Gespräch mit
Annette Indetzki (Vorsitzende des Berliner Musikschulbeirats) und
Prof. Dr. Ulrich Mahlert (Universität der Künste Berlin)

(Foto: Hubert Kolland)