In der Weihnachtsausgabe unseres Newsletters Berliner Resonanzen finden Sie ein Interview mit Gregor Willmes, Vorsitzender des Vorstands der Carl Bechstein Stiftung. Darin geht es um eine besondere Geschenkaktion für Grundschulen und um die Notwendigkeit von Begabtenförderung und Unterstützung der Musikalischen Bildung. Zudem informieren wir Sie über die Gründung der Berliner Kulturkonferenz und eine gerade erschienene Studie zur Amateurmusik. Neben den Berichten über unsere Projekte finden Sie zahlreiche Hinweise auf Konzerte und Veranstaltungen unserer Mitglieder gerade auch über die Weihnachtszeit und zu Beginn des neuen Jahres.
In der Ausgabe vom 04. Dezember erfahren Sie im Interview mit Katharina Bäuml, OPUS KLASSIK-Preisträgerin 2023, Gründerin und musikalische Leiterin des Ensembles „Capella de la Torre“, warum die Alte Musik alles andere als überholt ist. Weitere Themen: Die LMR-Generalversammlung im November mit Präsidiumswahl und der Aufnahme neuer Mitglieder. Außerdem blicken wir auf wunderbare musikalische Ereignisse zurück: Darunter die Herbstkonzerte des Landesjugendorchesters Berlin und des Berliner JugendJazzOrchesters , das Abschlusskonzert unseres vielbeachteten Projekts „Förderung junger Ensembleleiter:innen“ sowie der 38. Berliner Jazztreff.
In der Ausgabe vom 12. Oktober erwartet Sie ein Interview mit Senator Joe Chialo. Außerdem können Sie lesen, wie sich der Landesmusikrat die letzten Wochen politisch eingesetzt hat. Auch zu Projekten wie „Shakespeare in Concert“, dem Berliner Jazztreff, Förderung junger Ensembleleiter: innen und vielen mehr können Sie Einiges erfahren. Eine Übersicht zu den nächsten anstehenden Terminen können Sie in dieser Ausgabe ebenfalls finden.
In der Ausgabe vom 5. September erwartet Sie ein Gespräch mit Sonia Simmenauer, in der die Besonderheiten des Instruments des Jahres „Mandoline“ beleuchtet werden. Außerdem erhalten Sie Einblicke in die Projekte des Landesmusikrats. Darunter das Landesjugendorchester, welches zum 1.Mal mit seinem Partnerorchester der Deutschen Oper spielte. Zudem können wir uns über 2 neue Räume freuen und über die Arbeit zur Förderung der Gerechtigkeit für Amateurmusik.
In der Ausgabe vom 14. Juli erwartet Sie ein Interview mit Professor Mazda Adli. Dabei beschreibt er unter anderem den Einfluss von Musik auf das menschliche Gehirn.
Außerdem können Sie lesen, wie sich der Landesmusikrat die letzten Wochen politisch eingesetzt hat. Auch zu Projekten wie Jugend musiziert, Instrument des Jahres „Mandoline und global friends“, „Singende Schulen“ und vielen mehr können Sie Einiges erfahren.
Eine Übersicht zu den nächsten anstehenden Terminen können Sie in dieser Ausgabe ebenfalls finden. Einfach hier klicken.
In der 1. Ausgabe unseres neuen Newsletters „Berliner Resonanzen“ erwartet Sie unter anderem ein Gespräch mit Anita Rennert, der Leiterin des Julius Stern Instituts der UdK. Außerdem erhalten Sie einen Einblick in die Projekte und Politik des Landesmusikrats. Für mehr Details und spannende Eindrücke einfach hier klicken
Liebe Leser:innen, liebe Freund:innen und Mitglieder des Landesmusikrats Berlin,
als erstes möchte ich Ihnen ein gutes neues Jahr wünschen – hoffentlich ein friedlicheres als das letzte.
Die Mandoline ist Instrument des Jahres, und in unserer interkulturellen Metropole Berlin steht das Jahr 2023 unter dem Motto „Mandoline & global friends“. Am vergangenen Mittwoch hatte ich die Freude, im Musikinstrumenten-Museum den Start des Mandolinen-Jahrs auszurufen – gemeinsam mit dem Schirmherren Avi Avital, Kultursenator Klaus Lederer und Oumar Diallo, Leiter der Afrika-Hauses. Unser besonderer Dank gilt Hausherrin Prof. Dr. Conny Restle für den herzlichen Empfang. Und während Oumar Diallo das Augenmerk auf die westafrikanische Kora und ihre reiche Tradition lenkte, stellte Mandolinist Avi Avital sein Instrument überaus sympathisch als ideal für die Amateurmusik vor.
Die Amateurmusik wird auch im Jahr 2023 im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Zum einen ganz praktisch: Wir treiben unser Projekt Raumkoordination weiter voran, dessen ideenreiches Team bereits so viele Räume zum Musizieren erschließen und vermitteln konnte. Zum anderem beteiligen wir uns an einem Wettbewerb, in dem es darum geht, was die Amateurmusik der Gesellschaft gibt. Auch Sie können sich daran beteiligen, indem Sie den weiter unten verlinkten Fragebogen ausfüllen.
Unseren Wunsch nach einem friedlicheren Jahr tragen wir in die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit vielen anderen werden wir am Jahrestag des Kriegsbeginns an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche für den Frieden singen und musizieren. Seien Sie alle dazu herzlich eingeladen!
Mit den besten Wünschen für 2023 Ihre Hella Dunger-Löper
Filmtipp: Tár von Todd Field Drama um eine Dirigentin: Ab dem 27. Februar ist in Berliner Kinos Cate Blanchett in der Rolle einer Dirigentin zu sehen – in einem Künstlerdrama der düsteren Art. Mehr …
Arnold Reusch, 1928–2023 Im Januar 2023 verstarb Prof. Arnold Reusch, Musikdidaktiker und Gründungsvorsitzender des Landesmusikrats Berlin. Ein Nachruf im Namen des Präsidiums. Mehr …
Landesmusikakademie Berlin: Family Music Days / Kursprogramm 2023 Das „musikfestival klangwelten“ heißt jetzt FAMILY MUSIC DAYS – spannende Musik-Tage für alle Sinne am 08., 11. und 12. März 2023 an der Landesmusikakademie im FEZ-Berlin. Das Jahresprogramm 2023 ist jetzt online! Mehr …
Universität der Künste trifft RIAS Kammerchor Berlin Der Frauen- und der Kammerchor der Künste, Vokalensembles der Universität der Künste, haben sich einen Workshop mit dem RIAS Kammerchor ersungen. Das Ergebnis ist am 3. März zu hören. Mehr …
Dümling, Albrecht: Mein Gorilla hat ‘ne Villa im Zoo: Die Weintraubs Syncopators zwischen Berlin und Australien Bejubelt in Berlins „Golden Twenties“, dann geflohen bis nach Australien: Albrecht Dümling zeichnet die Geschichte der gefeierten deutschen Jazzband nach – samt Playlist. Mehr …
Eine Empfehlung von Susanne Hein, Leiterin der Musikbibliothek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Wählen gehen! Initiative für Berliner Kulturfördergesetz ruft zur Beteiligung auf
„Wählen gehen!“ zwinkert der Berliner Kulturbär den Betrachter:innen zu. Die Grafik gehört zum Aufruf der Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz an alle Berliner:innen, bei der Wiederholungswahl am 12. Februar erneut ihre Stimme abzugeben.
Nach wie vor schlägt der Landesmusikrat seine Wahlprüfsteine vor, die heute ebenso aktuell sind wie 2021. Die Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz stellt auf ihrer Website eine Postkarte als PDF zum Download zur Verfügung, außerdem einen „Wählen gehen“-Schriftzug, flankiert von Kulturbären, zur Verwendung in E-Mail-Signaturen oder Briefköpfen, als Poster oder Aufkleber.
16. Jour fixe „Musik und Stadt“: Digitalisierung und Infrastruktur unserer Kulturlandschaft
Haben Sie eine Homepage? Haben Sie im letzten Jahr Bilder oder Tonaufnahmen ins Netz gestellt oder digital verschickt? Wissen Sie, ob und welche Rechte Sie dabei abgetreten haben, welche Künstliche Intelligenz damit trainiert wurde?
Der Landemusikrat Berlin lädt zur Diskussion darüber ein, wie wir souverän mit unseren Daten umgehen, wie wir die Vielfalt der Bedürfnisse unserer Musikkultur hörbar oder sichtbar machen können und aktiv an einer für uns nachhaltigen digitalen Infrastruktur mitwirken. Moderieren wird das Gespräch Prof. Dr. Dörte Schmidt, Vizepräsidentin des Landesmusikrats Berlin. Ihre Gesprächspartner:innen sind Prof. Dr. Christian Czychowski, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Prof. Dr. Markus Hilgert von der Kulturstiftung der Länder, Maxi Kindling vom Open-Access-Büro Berlin, Friederike Kramer von der Bibliothek der UdK Berlin und Prof. Torsten Schrade von NFDI4Culture.
Musizieren für den Frieden: Kundgebung auf dem Breitscheidplatz am 24. Februar
Am 24. Februar 2022 überfiel die russische Armee die Ukraine. Bereits am 25. Februar trafen sich mehrere tausend Menschen auf dem Pariser Platz, um vorm Brandenburger Tor mit Ansprachen und Gesang gegen den völkerrechtswidrigen Krieg zu protestieren. Der Landesmusikrat Berlin unterstützte den Aufruf zum Musizieren für den Frieden aktiv und nachdrücklich. Er verurteilt den bis heute andauernden Krieg entschieden.
Zum Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine ruft der Landesmusikrat Berlin gemeinsam mit anderen Verbänden und Initiativen dazu auf, als Zeichen des Protestes gegen den anhaltenden Krieg erneut gemeinsam zu singen und zu musizieren. Noten und Instrumentalstimmen können Interessierte auf der Website des Landesmusikrats herunterladen. Treffpunkt ist diesmal der Breitscheidplatz um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, deren zerstörter Glockenturm bis heute an die Greuel des Bombenkriegs erinnert.
Musizieren für den Frieden, Breitscheidplatz, 10789 Berlin Freitag, 24. Februar 2023 18:00 Uhr – Friedensgebet 18:30 Uhr – Offenes Singen
Um die Größe der Veranstaltung ungefähr abschätzen zu können, bitten wir Sie darum, hier einzutragen, an welchem Teil der Veranstaltung Sie teilnehmen und mit wie vielen Personen Sie kommen: https://www.survio.com/survey/d/F1M2M9Z4A8W1J6K5L
Holzbläser:innen des LJO im Konzerthaus. Foto: Tommi Aittala
Osterkonzert mit Brahmsʼ Dritter: Jetzt anmelden zum Landesjugendorchester
Vielfältiges Konzertprogramm mit Schwergewicht: Das Hauptwerk im Osterkonzert des Landesjugendorchesters Berlin am 10. April 2023 im Konzerthaus wird Johannes Brahms’ 3. Sinfonie sein. Dazu erklingen drei Stücke aus dem 20. Jahrhundert, die kaum weniger faszinierend sind: Die „Niemandsland“-Suite von Hanns Eisler, Maurice Ravels Märchenstücke „Ma mère l’Oye“ und Jacques Iberts Orchesterstück „Féerique“. Die musikalische Leitung hat Yura Yang, derzeit 2. Kapellmeisterin am Badischen Staatstheater Karlsruhe.
Einstudieren wird das Landesjugendorchester sein Programm beim Probenwochenende am 4. und 5. März und auf der Probenwoche vom 3. bis zum 7. April im brandenburgischen Blossin. Zum Probespiel am 13. Februar von 15 bis 20 Uhr im Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach können sich Interessierte junge Musiker:innen hier anmelden. Besonders willkommen sind Streicher:innen aller Stimmgruppen.
Das Berliner JugendJazzOrchester am 5. November 2022 im Jazz-Institut Berlin. Foto: Simon Becker
Erst WABE, dann Versailles: Das Berliner JugendJazzOrchester im Frühjahr
Das Berliner JugendJazzOrchester (BJJO) konnte sich im vergangenen Jahr unter der Leitung von Fabia Mantwill und Nicolai Thärichen neu profilieren – in erweiterter Besetzung und mit neuen, auf die ungewöhnliche Klanglichkeit maßgeschneiderten Arrangements. Im bewährten Line-Up wird das BJJO sein Frühjahrsprogramm vom 17. bis zum 19. März 2023 einstudieren und am 19. März in der WABE in Prenzlauer Berg präsentieren. Anschließend wird das BJJO zur Konzertreise nach Versailles aufbrechen. Vom 24. bis zum 27. März wird es gemeinsam mit der Bigband des Conservatoire Versailles Grand Parc am „Versailles Festival de Jazz“ teilnehmen. Es folgt damit in den Fußstapfen des Landesjugendorchesters, das bereits eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Konservatorium Versailles verbindet.
Was schenkt die Amateurmusik der Gesellschaft? Jetzt an Studie beteiligen!
In aktuellen Debatten zur Zivilgesellschaft kommen die Aktivitäten von Amateur:innen kaum vor. Diese Debatten haben jedoch Konsequenzen für Anerkennung und Förderung. Immerhin gibt es nach einer Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach von 2021 14 Millionen Amateurmusiker:innen in der Bundesrepublik. Die Studie war vom Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrats in Auftrag gegeben worden.
Um Sie auch außerhalb der eigenen Kreise sichtbarer zu machen, erarbeitet der Landesmusikrat Berlin gemeinsam mit dem Bundesmusikverband Chor und Orchester e. V. (BMCO) im Februar eine Studie für die Maecenata Stiftung, einen unabhängigen Think-Tank zum Themenfeld Zivilgesellschaft, Bürgerengagement, Philanthropie und Stiftungswesen.
Auch Sie können sich ab dem 15. Februar an unserer Umfrage unter dem Titel Thank you for the (Amateur-)music! beteiligen.
„Unverzichtbare Säule“: Rektoren für Besserstellung von Lehrbeauftragten
Auf ihrer Winterkonferenz am 15. Januar 2023 hat die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (=RKM) ein Positionspapier zum Thema „Lehrbeauftragte an deutschen Musikhochschulen“ finalisiert und trotz sehr verschiedener Ausgangspunkte in den Bundesländern gemeinsame Ziele für die Verbesserung der Situation der Lehrbeauftragten formuliert. Das Papier skizziert die Bedeutung von Lehrbeauftragten für die Musikhochschulen und zeigt dringenden Handlungsbedarf auf. Dabei wird eindringlich auf die Verantwortung der Ministerien verwiesen, welche die politischen Weichen für die Umsetzung dieser Ziele stellen müssen. „Lehrbeauftragte“, so die Vorsitzende der RKM Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, „sind eine unverzichtbare Säule der Lehre an Musikhochschulen. Dass sie finanziell schlechter gestellt sind als Lehrende an Musikschulen, ist ein Zustand, auf den die Politik aufmerksam gemacht werden muss, um in allen Bundesländern zu einer verbesserten Situation dieser Lehrenden an Musikhochschulen zu kommen. Ein gemeinsames Positionspapier aller 24 Musikhochschulen ist dabei ein wichtiger Schritt.“
Nach zwei Amtszeiten von Susanne Rode-Breymann als Vorsitzender der RKM stand auch die Wahl des nächsten Vorsitzes, der zum 1. Oktober 2023 das Amt übernehmen wird, auf der Tagesordnung der Winterkonferenz: Gewählt wurde Prof. Christian Fischer, Rektor der Hochschule für Musik Trossingen. Fischer, der in den letzten zwei Jahre bereits Vorstandsmitglied der RKM war, sieht ein wichtiges Aufgabenfeld seiner Amtsperiode darin, die strategische Zusammenarbeit der Musikhochschulen weiter auszubauen und die Wirksamkeit der RKM als Stimme der Musikhochschulen gegenüber Politik, Kultur und Drittmittelgebern zu vertiefen. Zugleich sei es sein erklärtes Ziel, die drei Wettbewerbe der RKM weiter zu stärken und auf sichere Beine zu stellen, so dass sie zu wichtigen und etablierten Säulen der RKM-Arbeit werden.
Herr Fischer: „Ich freue mich riesig über das Vertrauen meiner Amtskolleginnen und -kollegen und über den kollegialen Teamgeist, der in diesem wunderbaren Gremium herrscht. Die deutschen Musikhochschulen sind in den letzten Jahren durch das unermüdliche Wirken meiner Vorgängerin Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann deutlich wahrnehmbarer geworden in der HRK und im Bewusstsein der Bildungs- und Wissenschaftsministerien. Nun gilt es hier weiterzugehen und allen politischen Entscheidern auf bundes-, landes- oder kommunalpolitischer Ebene klarzumachen, dass musische und kulturelle Bildung, dass Breiten- und Spitzenförderung keine sog. „freiwillige Leistungen“ sind, sondern überlebensnotwendig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die seelische Gesundheit einer empathischen und mutvollen nächsten Generation.“
Die Wintertagung an der Universität der Künste Berlin, bei der u. a. die Panel-Themen Fachkräftemangel an Musikschulen, Nachhaltigkeit, Inklusion sowie Fusionen und Kooperationen für die Sommerkonferenz an der HMTM Hannover (3. bis 5. Mai 2023) bestimmt wurden, fand parallel zum Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb statt, der in diesem Jahr in dieser Form sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Durch die erfolgreiche Zusammenführung des Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb mit dem Hochschulwettbewerb der deutschen Musikhochschulen konnte einer der bedeutendsten deutschen Nachwuchs-Musikwettbewerbe etabliert werden. An einer ähnlich erfolgreichen und nachhaltigen Etablierung von D-bü als Wettbewerb für neue Konzertformate arbeitet die RKM derzeit mit dem BMBF.
Kontakt: Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (RKM) Geschäftsstelle Sarah Kepper Tel. +49 (0) 511 – 3100 – 250 https://die-deutschen-musikhochschulen.de/
Kirchenmusik in der DDR: Aufruf zum Einreichen von Erfahrungsberichten
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall stellten die Teilnehmer der Leipziger Tagung „Kirchenmusik in der DDR“ im Juli 2022 fest, dass das Thema noch immer nicht gründlich aufgearbeitet worden sei. Einen Anfang machte Christfried Brödel, ehemals Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, mit seinem Buch „Unter Kreuz, Hammer, Sichel und Ährenkranz“. Nun ruft er gemeinsam mit Christoph Krummacher, ehemals Rektor der Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, dazu auf, Erfahrungsberichte über die kirchenmusikalische Praxis in der DDR einzureichen. In einem Rundbrief schreiben sie: „Da die Zeit drängt, haben wir uns entschlossen, einen Beitrag zur Sammlung von Zeitzeugnissen über die kirchenmusikalische Arbeit in der DDR zu leisten, und wenden uns deshalb mit diesem Rundschreiben an alle Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, die in der DDR aktiv tätig gewesen sind. Bitte teilen Sie uns Erfahrungen und Begebenheiten aus Ihrer kirchenmusikalischen Arbeit in der DDR in beliebiger Form mit! Dabei geht es nicht um veröffentlichungsreife Texte, sondern nur um eine Materialsammlung. Bitte scheuen Sie sich nicht, Ihre ganz persönlichen Erlebnisse in der Ihnen am besten möglichen Form niederzulegen. Wenn wir unsere Erfahrungen nicht zur Verfügung stellen, werden andere, die diese Erfahrungen nicht selbst gemacht haben, die Geschichte nur aus sekundären Quellen und deren Interpretation rekonstruieren können; beides gehört aber zusammen.“ Den gesamten Aufruf einschließlich einer Kontaktadresse finden Sie hier als PDF.
In Tár erzählt Regisseur, Autor und Produzent Todd Field die faszinierende Geschichte von Lydia Tár (Cate Blanchett), die als erste weibliche Chefdirigentin ein großes deutsches Orchester leitet. Lydia Tár (die zweifache Oscar®-Preisträgerin Cate Blanchett, Blue Jasmine, Aviator) hat es geschafft. Die begnadete Dirigentin hat sich in der von Männern dominierten klassischen Musikszene durchgesetzt und befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Mit ihrem Orchester plant sie eine mit Spannung erwartete Einspielung von Gustav Mahlers Fünfter Sinfonie. Doch während der Proben gerät die Welt der Star-Dirigentin immer mehr ins Wanken: Nicht nur die Beziehung mit ihrer Konzertmeisterin (Nina Hoss, Yella) gestaltet sich zunehmend kompliziert, auch frühere Lebensentscheidungen, Anschuldigungen und ihre eigenen Obsessionen drohen sie einzuholen. In den darauffolgenden Wochen entgleitet ihr die Kontrolle über ihr eigenes Leben immer mehr …
Tár zeichnet das Bild einer hochkomplexen Frauenfigur und gleichzeitig ein provokatives Porträt des klassischen Musikbetriebs. Außerdem sind in Tár u. a. Noémie Merlant (Porträt einer jungen Frau in Flammen), Julian Glover (Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück) und Mark Strong (1917) zu sehen. Die Cellistin Sophie Kauer gibt in Tár ihr Debüt als Schauspielerin.
Regie führte der dreifach Oscar®-Nominierte Todd Field (Little Children), der auch das Drehbuch schrieb und den Film gemeinsam mit Alexandra Milchan (The Wolf of Wall Street) und Scott Lambert (The Silence) produzierte. Field kehrt damit nach 16-jähriger Pause auf den Regiestuhl zurück. Die Musik stammt von der Oscar®-prämierten Komponistin und Cellistin Hildur Guðnadóttir (Joker). (Universal)
Tár startet in den Kinos bundesweit am 2. März, in Berlin bereits am 27. Februar.
Professor Arnold Reusch wird nicht nur den ehemaligen Studierenden der Pädagogischen Hochschule Berlin in Lankwitz im Gedächtnis sein, sondern vielen weiteren Lehrer:innen an Schulen, Kitas und Musikschulen.
Arnold Reusch zählte zu den Wenigen, die das Fach Didaktik für einen der wichtigsten Parameter in der Erzieherausbildung ansahen, die für die entsprechende Anerkennung seines Faches brannten und um die Sichtbarmachung der Vorteile kämpften, die Didaktik als „Wissenschaft vom Lehren und Lernen“ unabdingbar machen. Folgerichtig publizierte er im Mainzer Schott-Verlag das noch immer aktuelle Unterrichtswerk „Die Musikwerkstatt“ für das Musiklernen und Musizieren im Klassenunterricht mit Tasten- und anderen Instrumenten.
Ebenso intensiv bekannte er sich zum Spielen und Arbeiten mit dem Orff-Instrumentarium. Seine menschliche Offenheit führte zu etlichen beruflichen Freundschaften mit Kollegen aus Hochschule und fachlichen Gremien: So arbeitete er Anfang der 1980er-Jahre mit Dr. Fried Weisbrod im damaligen Vorstand des sich neu aufbauenden Landesmusikrats Berlin mit und vertrat auch hier die deutliche Position für die Verstärkung der kulturellen Bildung. Etliche Sendungen des einst im SFB existierenden „Schulfunks“, dessen Redaktion Fried Weisbrod innehatte, legen davon Zeugnis ab.
Mit Prof. Arnold Reusch verlieren wir einen überzeugten Kämpfer für die sachgerechte, umfassende Ausbildung der Musiklehrer:innen in Berlin.
Landesmusikrat Berlin 20.2.2023 — 16. Jour fixe „Musik und Stadt“: Digitalisierung und Infrastruktur unserer Kulturlandschaft 24.2.2023 — Musizieren für den Frieden (Breitscheidplatz)
Kultursenator Lederer und Starmandolinist Avi Avital eröffnen „Mandoline & global friends“
Das Musikinstrumenten-Museum bot auch in diesem Jahr den perfekten Rahmen für die Pressekonferenz zum Instrument des Jahres. Nach der Begrüßung durch die Museumsdirektorin Conny Restle, die die Bedeutung der Mandoline für die Arbeiterbewegung um 1900 hervorhob, stellte die Präsidentin des Landesmusikrats, Hella Dunger-Löper, das Berliner Veranstaltungsprogramm vor und erläuterte, warum und wie wir gemeinsam mit der Mandoline auch ihre global friends, d. h. verwandte Zupfinstrumente aus aller Welt, präsentieren. Senator Klaus Lederer wies darauf hin, dass sich an den Berliner Bezirksmusikschulen unter 5500 Zupfinstrumentenschülern zurzeit erst 60 Mandolinenschüler befinden – da sei also noch Entwicklungsmöglichkeit gegeben.
Schirmherr Avi Avital plädierte dafür, die Mandoline in Schulen und privat als Einsteigerinstrument zu nutzen, weil man sie ganz intuitiv spielen lernt. Den Beweis trat er sofort an, indem er Klaus Lederer eine erste Mandolinenstunde gab, zur Freude des gesamten Publikums. Abschließend wies der Leiter des Afrikahauses, Oumar Diallo, als Vertreter der global friends darauf hin, dass in den außereuropäischen Instrumenten nicht nur Musik, sondern auch die jeweilige Kultur steckt; in der Konzertreihe „Mandoline & global friends“ (erstes Konzert: 17.3. im YAAM) lassen sich daher die Musik und die kulturellen Bezüge entdecken.
Umrahmt wurde die musikalische Pressekonferenz von Kindern und Musiklehrern des Vereins Vincentino e. V., die das Publikum auf der Saz und den Daburkas einstimmten, und Avi Avital, der mit einer modernen Komposition für Mandoline brillierte.
Im Anschluss hatten die ca. 100 Vertreter Berliner Institutionen und der Presse Gelegenheit, bei einem Getränk miteinander zu sprechen und die Mandolinenausstellung anzusehen, die das Musikinstrumenten-Museum extra für das Jahr der Mandoline zusammengestellt hat (zu sehen noch bis 4. Juni).
Die aktuelle Verbandsführung verfolgt das Ziel, eine wirksame Interessenvertretung für die Mitglieder zu gewährleisten und die politische Relevanz und öffentliche Reichweite des Verbands zu erhöhen. Als kollegiales, hierarchiefrei zusammenarbeitendes Team setzt sich der Vorstand für eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation freischaffender Musiker:innen in Berlin ein. Er interagiert mit Akteur:innen aus der Kulturpolitik und vernetzt sich verstärkt mit anderen Organisationen der freien Szene. In den letzten Monaten wurde die Öffentlichkeitsarbeit des Verbands neu organisiert und professionalisiert. Zudem wurde eine neue Satzung verabschiedet, mit der der Verband für die Zukunft gut aufgestellt und auch unter digitalen Bedingungen dauerhaft handlungsfähig ist.
Einige neue Kooperationen wurden initiiert, etwa mit dem PRO MUSIK Verband freier Musikschaffender, dem Bundesverband der Freien Musikschulen sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände. Verbandsintern wurden neue Arbeitsgemeinschaften gegründet, in denen sich engagierte Mitglieder mit den Themen Berufspolitik, Musikvermittlung, öffentliche Veranstaltungen und Mitgliederakquise befassen. Außerdem ist der DTKV Berlin auf verschiedenen Ebenen an den derzeitigen Diskussionen über Honorar-Mindeststandards beteiligt.
Landesmusikakademie Berlin: Family Music Days / Kursprogramm 2023
Landesmusikakademie Berlin: Family Music Days 2023 im März Als Nachfolge des „musikfestival klangwelten“ bieten die FAMILY MUSIC DAYS der Landesmusikakademie Berlin Kindern und Jugendlichen mit ihren Eltern, Verwandten und Freund:innen spannende Musik-Tage für alle Sinne. Konzerte von Kinder- und Jugendmusikgruppen besuchen und den musikalischen Nachwuchs bestaunen, bei den Profis mitgrooven, Instrumente ausprobieren, mit der Familie einen Schnupper-Musik-Workshop besuchen, Instrumente bauen, Musikfilme schauen, Puppentheater mit Musik erleben oder mit Schere, Stiften und Recyclingmaterialien kreativ werden: Für alle ist etwas Interessantes dabei!
Zur Weiterbildung im beruflichen Kontext, zur persönlichen Weiterentwicklung oder einfach nur zum Spaß: Kurse, Workshops und Fortbildungen – online, in Präsenz und im Hybrid-Format. Hier eine kleine Auswahl zur Übersicht:
Für den Beruf:
Lehrgang „MUSIKGERAGOGIK – Musik mit älteren Menschen“ (s. u.)
Fortbildungen für Erzieher:innen u.a.: „Drum Circle“, „Liedbegleitung auf der Gitarre“ und mehrere Kurse zum Thema Tanz.
Kurse für Musikpädagog:innen mit den Themen Inklusion und Diversität als Schwerpunkt:
„Verhalten verstehen und einbinden“ – „DancAbility ® – Tanzimprovisation für ALL BODIES“! – „Leo Laut und Lisa Leise?“ – Willkommenspaket Musik für ukrainische Kinder
Für die Freizeit:
Inspiration von bekannten Dozent:innen wie Uli Moritz, Andréa Huguenin Botelho, Marc Secara oder Lily Dahab & Bene Aperdannier!
Ensemble-Spiel: bei „Musik der 17 Hippies“, einem der beiden „Drei-Tagesorchester“ oder „Ensemblespiel auf der Blockflöte“.
Als Chor- oder Hobbysänger:in neue Impulse bekommen bei lateinamerikanischer Musik, einem von zwei „ESTILL Voice Training“-Workshops oder „Complete Pop & Jazz Choir“.
Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach: Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach: Tschaikowskys Vierte in der Gedächtniskirche
Das Sinfonieorchester des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach wird am Freitag, dem 3. März um 19 Uhr im Konzertsaal der UdK (Hardenbergstraße) und am Sonntag, dem 5. März um 15 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu hören sein. Auf dem Programm stehen das Trompetenkonzert von Alexander Arutjunian (Isolde Seyfarth, Trompete), das Violinkonzert von Alexander Glasunow (Maxim Bergerin, Violine) und die 4. Sinfonie von Peter Tschaikowsky. Die Leitung hat Aurélien Bello. Der Eintritt ist frei, Spenden sind gern gesehen.
Universität der Künste trifft RIAS Kammerchor Berlin
Drei Chöre treffen an diesem vielfältigen Konzertabend aufeinander: Der Frauenchor der Künste, der Kammerchor der Künste und der RIAS Kammerchor Berlin. Das gemeinsame Konzert an der Berliner Universität der Künste bildet den Abschluss einer Workshop-Woche mit Justin Doyle, die der Frauenchor und der Kammerchor der Künste unter ihrer Leiterin Prof. Maike Bühle beim Berliner Chortreff 2022 als Sonderpreis gewonnen hatten. Zu den Höhepunkten des Programms zählen das malerische „Ave Maria“ von Gustav Holst, die drei Madrigale von Arnold Mendelssohn auf Motive aus Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ und poetische Chorstücke von Henry Purcell.
Der Eintritt ist frei.
Freitag, 3. März 2023 um 18 Uhr im Joseph-Joachim-Saal der Universität der Künste Berlin (Bundesallee 1–12, 10719 Berlin).
ver.di: Tagesseminar zum Thema Existenzgründung für Künstler:innen/ Musiker:innen
Im Seminar werden Kenntnisse zu den Rahmenbedingungen einer freiberuflichen Existenz in Medien- und künstlerischen Berufen vermittelt. Die Teilnehmer sollen mit dem Seminar in die Lage versetzt werden, Chancen und Risiken einer Selbstständigkeit zu beurteilen, sowie die Besonderheiten für ihre Berufsgruppe kennen und nutzen zu lernen.
Für bereits erfolgte Gründungen kann das Seminar zur Überprüfung der getroffenen Entscheidungen dienen.
Schwerpunkte: Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit – Gründungzuschuss und Einstiegsgeld, Anmeldeformalia, soziale Absicherung für Freie – Künstlersozialkasse, Presseversorgungswerk, betriebliche und steuerliche Aspekte, Businessplan, Gemeinschaftsgründungen.
Das Seminar ist als Tagesseminar konzipiert (Beginn 9.30 Uhr, Ende 16.30 Uhr). Es wird im Interesse der Effektivität des Seminars von einer Höchstteilnehmerzahl von 20 Personen ausgegangen. Mindestteilnehmerzahl 6 Personen.
Dümling, Albrecht: Mein Gorilla hat ‘ne Villa im Zoo: Die Weintraubs Syncopators zwischen Berlin und Australien
Nicht erst seit „Babylon Berlin“ ist die Faszination der „Golden Twenties“ ungebrochen, und nach wie vor gibt es aus dieser Zeit unentdecktes Archivmaterial. In seinem neuesten Buch hat Albrecht Dümling das Schicksal der beliebtesten deutschen Jazzband der Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre aufgearbeitet und damit ein weiteres Stück Musik- und Zeitgeschichte rekonstruiert.
Die Weintraubs Syncopators waren eine von Stefan Weintraub gegründete Tanzkapelle, die ihren Erfolg seit ihrem ersten Auftritt 1924 in Berlin bis in die Dreißigerjahre steigern konnte. So begleiteten die Syncopators die legendären Auftritte von Josephine Baker, sie spielten in Varietétheatern oder in Revuen von Max Reinhardt und traten mit Friedrich Hollaender im Tonfilm „Der blaue Engel“ auf. Umso tragischer, dass die Musiker aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Auftrittsverbote bekamen und daher 1933 eine Auslandstournee nutzten, um zu fliehen.
Albrecht Dümling, Vorsitzender des Vereins musica reanimata e. V. und Experte für in der NS-Zeit verdrängte Musik, hat die bewegte Biografie der Weintraubs Syncopators fundiert nachgezeichnet und die jahrelange Odyssee berücksichtigt, die die Bandmitglieder von einem Auftritt in Rotterdam aus durch mehrere Länder und Kontinente führte. Dabei halfen dem Autor umfangreiche Dokumente, die im Musikarchiv der Akademie der Künste Berlin bewahrt werden; zusätzlich die Korrespondenz mit Nachkommen in Australien, dem Land, in dem die verbliebenen Mitglieder der Band nach manchen Anfeindungen und sogar Gefängnisaufenthalten schließlich bleiben konnten. Stefan Weintraub starb 1981 in Sydney.
Der titelgebende Song-Evergreen des Buches bezieht sich auf den prominenten Gorilla „Bobby“ im Zoologischen Garten, der bis heute das Logo des Berliner Zoos prägt. Eine Aufnahme des Stücks mit den Weintraubs Syncopators sowie viele weitere Sound- und Videobeispiele sind auf einer extra eingerichteten Website zum Buch zusammengestellt.
Albrecht Dümling: Mein Gorilla hat ‘ne Villa im Zoo: Die Weintraubs Syncopators zwischen Berlin und Australien. Regensburg: ConBrio Verlagsgesellschaft, 2022. 232 Seiten. ISBN 978-3-949425-03-5. 24,90 Euro
Liebe Leser:innen, liebe Freund:innen und Mitglieder des Landesmusikrats Berlin,
Jugend musiziert wird 60 – gerade in Berlin!
2023 ist ein besonderes Jahr für Jugend musiziert Berlin: Der Wettbewerb, die größte Fördermaßnahme für musikalischen Nachwuchs bundesweit, feiert seinen 60. Geburtstag, und Berlin war und ist ein zentraler Baustein. Den besonderen Geburtstag feiert Jugend musiziert Berlin mit einer Reihe von Veranstaltungen, viele davon seit Jahren etabliert.
Aber vor allem feiern wir mit unseren Kindern und Jugendlichen einen tollen, modernen und motivierenden Wettbewerb, der in der langen Geschichte immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass er auch aktuelle Strömungen und Entwicklungen unter sein Dach holt: so die Kategorie Bağlama oder die Pop-Wertungen, die im vergangenen Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feierten.
Daher überrascht es nicht, dass Jugend musiziert Berlin sich immer wieder neu erfindet, bundesweit seit kurzem mit der Kategorie „Jumu open“, in der man all das präsentieren kann, was im „normalen“ Wettbewerbsportfolio keinen Platz hat, oder in Berlin mit der neuen Kategorie „Singer/Songwriter“, die die Pop-Kategorien „Band“, „Beats & Rhymes“ nun zu einem Dreiklang ergänzt.
Und noch ein Grund zum Feiern: Die Zahlen liegen mit über 650 Anmeldungen wieder auf Vor-Corona-Niveau – der Wettbewerb bleibt in der Stadt verwurzelt. Herzlich willkommen bei Jugend musiziert Berlin 2023!
Mit den besten Wünschen für die Weihnachtstage und den Jahreswechsel Ihr Markus Wenz Landesausschussvorsitzender Jugend musiziert Berlin
Instrumentdes Jahres 2023: die Mandoline / Schirmherr ist Avi Avital Man kann sie die Brückenbauerin unter den Instrumenten nennen: die Mandoline, das Instrument des Jahres 2023. Am 1. Februar stellt der Landesmusikrat Berlin seine Pläne zum Mandolinenjahr im Musikinstrumentenmuseum vor.
Schriftliche Anfrage zur Schulmusikausbildung in Berlin Die Abgeordneten Franziska Brychcy und Tobias Schulze (DIE LINKE) haben eine kleine Anfrage zur Ausbildung von Musiklehrkräften in Berlin gestellt, die wir hier für Sie verlinkt haben. Die Antwort gibt sowohl Auskunft über die aktuellen Zahlen als auch über künftige Entwicklungen. Zur schriftlichen Anfrage (PDF)
Landesmusikrat: Generalversammlung beschließt musikpolitische Schwerpunkte für 2023 Auf seiner Generalversammlung am 29. November verständigten sich die Mitglieder des Landesmusikrats auf die musikpolitischen Schwerpunkte im kommenden Jahr. Ausgezeichnet wurde Anita Rennert, Leiterin des Julius-Stern-Instituts an der Universität der Künste Berlin.
Highlights des Jahres 2022 für die Raumkoordinationsstelle Umtriebig war das Team der Koordinationsstelle für Proben- und Aufführungsräume des Landesmusikrats. Es konnte im zurückliegenden Jahr den Berliner Amateurmusiker:innen viele neue Räume erschließen und Fragen klären, um künftig die Raumvermittlung noch einfacher zu machen.
EKBO: Tauflieder-Wettbewerb / Kinderchorleitungstag / Chorleitungssymposium 2023 Neue Tauflieder gesucht: Die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) schreibt einen Wettbewerb für Lieder zur Taufe aus. Außerdem kündigt sie ihren Kinderchorleitungstag und das Chorleitungssymposium 2023 an, Titel: „Mit Herzen, Mund und Händen“.
Zum 60. Jubiläum Jugend musiziert Berlin: Anmeldezahlen wie vor der Pandemie
Im 60. Wettbewerb Jugend musiziert Berlin werden 2023 in den Regionalwettbewerben 650 Kinder und Jugendliche dabei sein. Das sind rund 200 junge Musiker:innen mehr als 2022, als der Wettbewerb zum ersten Mal wieder in Präsenz stattfand – nach der coronabedingten Unterbrechung 2020 und der digitalen Variante 2021. Besonders aus der Region Mitte (Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Marzahn-Hellersdorf) kamen deutlich mehr Anmeldungen: Während im Jahr 2020 171 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben, haben sich für den kommenden Wettbewerb 254 angemeldet, also rund 50 Prozent mehr. Erwartet werden überdies noch mehr Anmeldungen, da für einige Kategorien die Anmeldefrist erst am 15. Januar 2023 endet.
Die meisten der für 2023 angemeldeten Kinder und Jugendlichen sind zehn bis vierzehn Jahre alt. Sie sind überwiegend zum ersten Mal bei Jugend musiziert Berlin dabei. 2023 haben sie sich für die Kategorien Klavier, Harfe, Gesang, Gitarre und Drum-Set sowie für diverse Kammermusikbesetzungen angemeldet. 16 Teilnehmende stellen eigene Kompositionen vor. „Damit feiern wir im Jubiläumsjahr 2023 nicht nur den 60. Geburtstag des Wettbewerbs, sondern auch die Rückkehr zu den Vor-Corona-Teilnehmendenzahlen“, freut sich Markus Wenz, Vorsitzender des Landesausschusses von Jugend musiziert Berlin, „Die Freude am Musizieren, an Austausch und Wettbewerb ist ungebrochen!“
Die Anmeldefrist für die Kategorien Jugend musiziert Berlin – POP läuft noch bis zum 15. Januar 2023. Musiker:innen sind herzlich eingeladen, sich für die Kategorien Bands, Singer/Songwriter und Beats & Rhymes anzumelden, um sich direkt beim Landeswettbewerb Ende März auf der Bühne des Jazz-Instituts Berlin dem Wettbewerb zu stellen.
Die Regionalwettbewerbe finden im Februar 2023 an mehr als 20 Spielstätten statt. Teilnehmer:innen, die dabei mit einem 1. Preis und mehr als 23 Punkten ausgezeichnet werden, werden zum Landeswettbewerb weitergeleitet, der Ende März in der Universität der Künste (UdK) stattfindet. Alle Wertungsvorspiele sind öffentlich. Die im Landeswettbewerb mit einem 1. Preis und mehr als 23 Punkten ausgezeichneten Musiker:innen werden zum Bundeswettbewerb Jugend musiziert eingeladen, der Ende Mai in Zwickau stattfindet.
An Jugend musiziert teilnehmen können Schüler:innen im Kindes- und Jugendalter, Auszubildende, junge Berufstätige und Studierende, die nicht in einer musikalischen Berufsausbildung stehen. Beim Wettbewerb können sie sich austauschen und vergleichen. Eine fachkundige Jury aus professionellen Musiker:innen und Musikpädagog:innen beurteilt die Auftritte.
Instrumentdes Jahres 2023: die Mandoline / Schirmherr ist Avi Avital
Den Platz des Instruments des Jahres nimmt ab dem 1. 1. 2023 die Mandoline ein. Obgleich sie heute unter den Instrumenten eher einen Exotenstatus besitzt, war die Mandoline immer auch ein Instrument, das es schaffte, Brücken zu bauen – und dies aus unterschiedlichsten Perspektiven: Historisch gesehen von der Barockzeit über die Klassik, u.a. mit Kompositionen von Mozart und Beethoven, bis zur Moderne und Postmoderne. Kommt die Mandoline als Nachfolgerin der Laute auf den ersten Blick eher aus dem höfischen Bereich, so war sie doch immer ein Volksinstrument, „eine Geige der Arbeiter“, die zu den Mandolinenorchestern, den „Sinfonieorchestern des kleinen Mannes“ führte. Sie war das Instrument der Wandervogelbewegung. Die Brücke in die Musik anderer Kulturkreise lässt sich leicht über die Verwandtschaft zu anderen Lauteninstrumenten wie der Bağlama schlagen.
In Berlin wird das Jahr der Mandoline daher unter dem Motto „Mandoline & global friends“ gefeiert. Was genau das bedeutet, wer alles beteiligt ist und welche Veranstaltungen stattfinden werden, wird im Rahmen der Berliner Pressekonferenz am 2. Februar 2023 in Anwesenheit des Schirmherrn, des in der ganzen Welt bekannten und aktiven Mandolinisten Avi Avital, bekanntgegeben.
Instrument des Jahres 2023: Mandoline Pressekonferenz zur Eröffnung des Mandolinenjahres 1.2. 2023, 11 Uhr, Musikinstrumenten-Museum am Kulturforum Bitte online anmelden unter https://www.survio.com/survey/d/H0M9W9X6D9N7N3M7Q
Isabella Schreml, Leiterin der Servicestelle für die Bezirklichen Musikschulen (SBM). Foto: Bezirksamt Pankow
Berliner Koordinationsstelle für Musikschulen hat erste Leiterin
Unter dem Dach der Stiftung Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung konnte im Herbst 2022 nach Jahren der Vorarbeit eine Servicestelle eingerichtet werden, die den zwölf bezirklichen Musikschulen in Berlin zuarbeitet. Unter anderem soll sie die Abstimmung des Musikschulangebots über die gesamte Stadt hinweg erleichtern, die Digitalisierung von Verwaltungs- und Lehraufgaben unterstützen und vorantreiben, Fortbildungsangebote an den Musikschulen weiterentwickeln und die Senatsverwaltung bei der Entwicklung des Berliner Musikschulwesens unterstützen.
Seit Einrichtung der Servicestelle wurde eine Persönlichkeit gesucht, die dem großen Aufgabenspektrum eine verlässliche Struktur gibt, damit die Stelle ihre vielfältigen und wichtigen Aufgaben verlässlich erfüllt. Nun ist sie gefunden: Isabella Schreml wird die Leitung der Servicestelle übernehmen. Isabella Schreml leitete zuvor die Béla-Bartók-Musikschule Berlin-Pankow. Sie tritt ihr neues Amt am 2. Januar 2022 an.
Gute Nachricht für Streicher:innen: Keine Hürden für Bögen aus Fernambukholz
Aufatmen in der Musikwelt: Bei der CITES-Konferenz CoP19, die am 25. November 2022 in Panama zu Ende ging, wurde beschlossen, dass Fernambukholz im Appendix II des Artenschutzabkommens bleibt. Damit sind die befürchteten gravierenden Registrierungspflichten für Fernambukholz, die den Handel und Transport vieler Instrumentenbögen betroffen hätten, vorerst vom Tisch. Lediglich für die erstmalige Ausfuhr aus Brasilien bedarf Fernambukholz nun einer Genehmigung.
Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Mit Erleichterung hat der Deutsche Musikrat die Ergebnisse der CITES-Konferenz in Panama zur Kenntnis genommen. Die Entscheidung, Fernambukholz nicht in den Appendix I des Artenschutzabkommens zu transferieren, bedeutet für das Musikleben ein weiterhin relativ barrierefreies Reisen und Handeln mit aus Fernambukholz gefertigten Bögen. Dies ist für das internationale Musikleben ebenso bedeutsam wie für das in Deutschland besonders verwurzelte Traditionshandwerk Bogenbau. Diesem positiven Ausgang ging ein intensives, koordiniertes Engagement nationaler und internationaler Spitzenverbände aus dem Musik- und Bühnenbereich voran. Vielen Dank an alle, die bei diesem Thema tatkräftig interveniert und dazu beigetragen haben, den internationalen Kulturaustausch und die Kulturelle Vielfalt zu sichern!“
Der Deutsche Musikrat hat sich im Vorfeld und während der Konferenz gemeinsam mit Verbänden wie unisono – der Deutschen Musik- und Orchestervereinigung, dem Deutschen Bühnenverein, der Organisation PEARLE*, der League of American Orchestras und anderen dafür eingesetzt, dass Fernambukholz als unverzichtbarer Rohstoff für den Bogenbau weiterhin ohne aufwändige Registrierungspflicht zur Verfügung steht und Musiker*innen mit Bögen aus Fernambukholz ohne Musikinstrumentenpass reisen können. Die in der Konferenz beschlossenen Regelungen zum Thema Fernambukholz finden Sie hier. (Deutscher Musikrat, 30.11.2022)
Die ganze Pressemitteilung zum Download finden Sie hier.
Am letzten Februar-Wochenende 2023 (24.–26.2.) wird das Frauenorchesterprojekt ein sinfonisches Programm einstudieren. Die Proben finden in der Landesmusikakademie Berlin im FEZ statt. Am Sonntagmittag, dem 26. Februar, wird es das Erarbeitete um 12 Uhr auf der Astrid-Lindgren-Bühne in einem Werkstattkonzert präsentieren.
Auf dem Programm stehen Werke von Alice Mary Smith (1839–1884), Florence Price (1887–1953), Henriëtte Bosmans (1895–1952), Barbara Heller (*1936) und Dorothee Eberhardt (*1952). Nachdem das Orchester bereits 2019 den dritten Satz aus deren Werk Luminoso erarbeitet hatte, wird es nun den ersten Satz proben und am 26. Februar in Anwesenheit der Komponistin zum ersten Mal aufführen.
Anmeldungen sind bis morgen, 15. Dezember 2022, möglich, am besten formlos unter Angabe von Name, Adresse und Instrument an . Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier und unter www.frauenorchesterprojekt.de.
15.1.2023: Anmeldeschluss der Kategorien POP Beats & Rhymes, POP Singer/Songwriter, POP Band sowie Interkulturelle Perkussion und Jugend forscht: Musik
18./19.2.2023: Regionalwettbewerb Berlin-Mitte
25./26.2.2023: Regionalwettbewerbe Berlin-Süd und Berlin-Nord
Musiklehrer:in werden! Fulminantes Abschlusskonzert des Ensembleleitungs-Projekts
Das Berliner Förderprogramm für junge Ensembleleiter:innen ist am 12. November in seinem fünften Jahr mit einem fulminanten Abschlusskonzert im großen Konzertsaal der Universität der Künste Berlin zu Ende gegangen.
80 Teilnehmer:innen hatten 2022 in den Schwerpunkten klassisches Orchester, Big-Band, klassischer Chor sowie Popchor die Gelegenheit, von Berliner Profis die Grundzüge des Dirigierens zu erlernen, und haben das Publikum im voll besetzten Saal zu Begeisterungsstürmen hingerissen.
Das Programm zur Förderung junger Ensembleleiter:innen hat das Ziel, musikbegeisterten Jugendlichen bereits früh einen Zugang zur musikalischen Anleitung von Gruppen zu ermöglichen und so auch eine der wichtigsten Grundlagen für das musikalische Lehramt an Schulen zu legen. Teilnahmeberechtigt sind Berliner Schüler:innen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. Sie werden von Berliner Schulen und Musikschulen delegiert.
Das vom Landesmusikrat Berlin und Bundesverband Musikunterricht initiierte Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Vladimir Jurowski, dem Chefdirigenten und künstlerischen Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). Es wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert und findet einmal jährlich statt.
Vladimir Jurowski: „Sich vor eine Gruppe zu stellen und sie zum gemeinsamen Musizieren anzuleiten, ist für jeden jungen Menschen eine unschätzbare Erfahrung, auch wenn sie oder er später etwas völlig anders aus sich macht. Ich freue mich, dass der Landesmusikrat das Projekt zur Förderung junger Ensembleleiter:innen ins Leben gerufen hat und auf diese Weise vielen Berliner Schüler:innen eine besondere Chance gibt.“
Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Astrid-Sabine Busse: „Musik ist so bunt und vielfältig wie unser Berlin, Musik macht Spaß beim Hören und Musizieren. Damit aus vielen Tönen ein schöner Klang wird, engagieren sich Schüler:innen in der Leitung von Chören, Bands und Orchestern. Die Förderung junger Ensembleleiter:innen ist auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg, für den ich allen Mitwirkenden sehr herzlich danke!“
Carl Parma, zuständiges Präsidiumsmitglied im Landesmusikrat, unmittelbar nach dem Konzert: „Ich bin immer noch ganz beglückt von dem heutigen Konzerterlebnis und hoffe sehr, dass viele der Teilnehmenden ihr Vorhaben wahr machen und sich für ein Studium der Schulmusik entscheiden. Denn alle Berliner Schüler:innen sollten die Chance erhalten, solche wunderbaren gemeinsamen musikalischen Erfahrungen zu machen.“
Dem Klimawandel lauschen: Das Landesjugendorchester mit „Listening to Climate Change“
Am 1. November erklang im Konzerthaus ein Programm, wie es das Landesjugendorchester Berlin noch nie zuvor unternommen hatte: „Listening to Climate Change“, eine Auseinandersetzung mit dem Klimawandel. Neben klassische Werke von Rébel, Haydn, Dvořák, Honegger und Moritz Eggert traten Kompositionen des Kreativstudios kling klang klong. In der Programmfolge ergab sich eine tönende Zeitleiste vom 18. ins 21. Jahrhundert, die auf ihren verschiedenen Abschnitten das Verhältnis von Mensch und Natur reflektierte und in den Stücken von kling klang klong kommentierte. In Moritz Eggerts Schlagzeugkonzert „Industrial“ begeisterte die Solistin Shengnan Hu das Publikum und die jungen Musiker:innen des Orchesters.
Das Programm wurde in intensiver Zusammenarbeit zwischen kling klang klong und dem Landesjugendorchester entwickelt und musikalisch erarbeitet. In der Musikakademie Schloss Weikersheim und in der Deutschen Oper Berlin wurde sehr intensiv geprobt – immerhin waren zehn verschiedene Stücke einzustudieren, fünf davon Uraufführungen. Als treibende Kraft des Konzertprojekts inspirierte Dirigent Lancelot Fuhry die jungen Orchestermitglieder zu einer konzentrierten und eindrucksvollen Aufführung.
Im Konzert kamen erstmals neue Technologien zum Einsatz: So wurden die Smartphones der Zuschauenden zu Lautsprechern in einer von kling klang klong entwickelten Soundscape. Das Klangmaterial der neuen Stücke wurde unter anderem durch Algorithmen aus den klassischen Musikstücken gewonnen und in den Neukompositionen suggestiv entwickelt. Das Publikum im Konzerthaus zeigte sich begeistert. Alle Beteiligten waren stolz auf das geglückte gemeinsame Experiment.
Im April 2023 wird das Landesjugendorchester Berlin in der Jugendbildungsstätte Blossin sein Frühjahrsprogramm erarbeiten. Neben Stücken von Eisler und Ravel steht die 3. Sinfonie von Johannes Brahms im Mittelpunkt der Arbeitsphase. Die Dirigentin Yura Yang, Kapellmeisterin am Staatstheater Karlsruhe, wird die künstlerische Leitung haben. Am Ostermontag, dem 10. April 2023, wird das neue Programm im Konzerthaus Berlin zu hören sein.
The Autumn Sessions: Das Berliner JugendJazzOrchester im JIB
The Autumn Sessions: Das Berliner JugendJazzOrchester im JIB Im ausverkauften Georg-Neumann-Saal des Jazz-Instituts Berlin gab das Berliner JugendJazzOrchester (BJJO) am 5. November sein Herbstkonzert – Titel: „The Autumn Sessions“.
Das BJJO hatte sich im Frühjahr 2022 unter Fabia Mantwill und Nicolai Thärichen neu formiert. Zur üblichen Bigband-Besetzung hinzu kamen dabei auch vier Sänger:innen, Blockflöte, Klarinette und ein Streichquartett. In dieser Formation gab das BJJO im April ein umjubeltes Debüt in der ufaFabrik.
Sein Herbstprogramm bereitete das BJJO unter anderem im Feriendorf Dorado in Brandenburg vor. Das anspruchsvolle Programm wurde ausgebaut und erweitert, am Sound der besonderen Besetzung wurde weiter gefeilt. Das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit mit Mantwill und Thärichen konnte das BJJO auch beim 37. Berliner Jazztreff am 27. November eindrucksvoll präsentieren.
Die Band ist in den beiden Projekten des Jahres 2022 stark zusammengewachsen und hat sich als besonderer Klangkörper etabliert. Die Jugendlichen musizieren auf sehr hohem Niveau, sie konnten sich aufgrund des anspruchsvollen Programms weiterentwickeln. Auch im nächsten Jahr werden sie in der neuen Zusammensetzung konzertieren.
Große Pläne hat das BJJO für 2023: Nach einem Probenwochenende in der Landesmusikakademie Berlin und einem Frühjahrskonzert in der WABE am 19. März 2023 reist es nach Versailles. Mit der Bigband des Conservatoire Versailles Grand Parc unter der Leitung von Sylvain Beuf wird das BJJO am Montag, dem 27. März, im Rahmen des Versailles Jazz Festivals in einem gemeinsamen Konzert auftreten.
Die Zehlendorf Youngsters beim 37. Berliner Jazztreff in der Kulturbrauerei. Foto; Dovile Sermokas
Vor vollem Kessel- und Maschinenhaus: Der 37. Berliner Jazztreff
Am 27. November fand in der Kulturbrauerei der 37. Berliner Jazztreff statt. Auf den Bühnen in Kesselhaus und Maschinenhaus präsentierten 22 Ensembles mit Jazzmusiker:innen aus allen Altersgruppen ihr Können einem vor einem großen und begeisterten Publikum.
Im Rahmen der Landesbegegnung Jugend jazzt überzeugte die United Bigband die Jury. In der Kategorie Jazzorchester wird sie an der 19. Bundesbegegnung Jugend jazzt vom 18. bis 20. Mai 2023 in Hamburg teilnehmen.
Erstmalig hat sich auch das Land Brandenburg beim Jazztreff mit dem Jazzorchester Jazzinsula präsentiert – und mit Erfolg: Auch diese Bigband hat sich für die Bundesbegegnung Jugend jazzt qualifiziert.
Landesmusikrat: Generalversammlung beschließt musikpolitische Schwerpunkte für 2023
Auf der Generalversammlung des Landesmusikrats Berlin in der Berliner Landesmusikakademie am 29. November bestätigten die Mitglieder als vorrangige musikpolitische Arbeitsfelder für das kommende Jahr das Engagement für die Schulmusik, die öffentlichen Musikschulen, die Stärkung des Bildungsauftrags im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Förderung und aktive Gestaltung der Digitalisierung des Kulturbereichs. Neu hinzu kommt das verstärkte Engagement für die instrumentale Amateurmusik.
Mit seiner Goldenen Ehrennadel ehrte der Landesmusikrat Berlin in diesem Jahr Prof. Anita Rennert, die Leiterin des Julius-Stern-Instituts an der Universität der Künste Berlin, für ihr außerordentliches Engagement in der musikalischen Jugendförderung.
Das Klingende Museum in Berlin, das YAAM und das Farafina Afrika-Haus sowie Joachim Litty als Einzelmitglied wurden als neue Mitglieder in den Landesmusikrat aufgenommen.
Eine spannende Debatte begleitete die Diskussion des Berliner Vorschlags zum Instrument des Jahres 2026. Die Generalversammlung beauftragte das Präsidium, den Vorschlag „Synthesizer“ im Rahmen der kommenden Konferenz der Landesmusikräte im Februar 2023 zu vertreten. Auf das kommende „Jahr der Mandoline 2023“ stimmte Claudia Freier mit einem Musikbeitrag ein.
„Musik für alle bleibt auch weiterhin unser Auftrag“, so Hella Dunger-Löper nach der Generalversammlung „Besonders freuen wir uns, dass wir mit der Aufnahme der neuen Mitglieder die Diversität und die Rolle der Musikalischen Bildung weiter stärken konnten. Mit der Unterstützung unseres wachsenden Mitgliederkreises können wir auch angesichts einer herausfordernden Zukunft den eingeschlagenen musikpolitischen Weg entschlossen weitergehen. Auch die große gesellschaftspolitische Bedeutung der Amateurmusik, ihr wesentlicher Beitrag zur und innerhalb der Zivilgesellschaft, wird unsere Arbeit prägen!“
Highlights des Jahres 2022 für die Raumkoordinationsstelle
Erfolgreiche Arbeit mit dem Berliner Beirat für Proben- und Aufführungsräume Unsere 8. Beiratssitzung für Proben- und Aufführungsräume fokussierte sich auf das Thema „Bibliothek als Dritter Ort“. Es fand ein fruchtbarer Austausch zwischen Bibliotheksvertretern und unseren Beiratsmitgliedern statt. Konkrete Schritte sind geplant, um mehr Musik reinzulassen! Schon im September tagte der Beirat zum Thema „Mehr Raum für Kultur in der Kirche“.
Kooperation mit den Berliner Bibliotheken Die Raumkoordinationsstelle dürfte sich bei der Vorstandssitzung des dbv-Landesverbands Berlin vorstellen! Danke für den riesigen Zuspruch aller Teilnehmer und besonders an Regina Kittler und Jürgen Christof für die Einladung.
Mehrfachnutzung Mehrfachnutzung par excellence! Die Lotto-Stiftung Berlin stellt ihre Kantine der Amateurmusik für einzelne Proben zur Verfügung. Wir haben, gemeinsam mit unserer Präsidentin Frau Hella Dunger-Löper, die Vorstandsvorsitzende Dr. Marion Bleß besucht. Herzlichen Dank fürs Mitmachen! Mehr Raum für die Amateurmusik durch Nutzung von Leerzeiten in Gebäuden – hierzu trafen wir Heike Schmitt-Schmelz, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin für Bildung, Sport, Kultur, Liegenschaften und IT in Charlottenburg-Wilmersdorf, und Herrn Gerlach, Leiter der SE Facility Management. Auch Herrn Brockhausen, Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, freut sich über die kulturelle Nutzung des Rathausfoyers außerhalb der Öffnungszeiten.
Dank an den Raumgeber:innen Ende September fand im Rahmen des Preisträgerkonzerts des Berliner Chortreffs unser Raumgeber:innen-Empfang stand. Wir bedankten uns damit für die tolle Zusammenarbeit und feierten gemeinsam das 2-jährige Bestehen der Raumkoordinationsstelle für Proben- und Aufführungsräume! Vertreter unseres Partners, des Chorverbands Berlin, sowie Vertreter:innen aus Bibliotheksweseen, Theater, Musikschule, Jugendclubs und vielen anderen Bereichen mehr waren dabei. Im Anschluss genossen wir das Preisträgerkonzert.
Digitale Schlüsselsysteme ermöglichen Mehrfachnutzung Toller Termin zum Thema digitale Schlüsselsysteme mit Stefanie Remlinger, Stadträtin für Schule & Sport, Kultur und Weiterbildung in Berlin (Bündnis 90/Die Grünen). Wir setzen uns für die kulturelle Nutzung von Räumlichkeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten und freuen uns über jede Tür, die sich der Musik öffnet.
Deutsche Orchester-Stiftung: Mitarbeiter:in gesucht!
Für den Arbeitsbereich Spendenbuchhaltung, Datenbankpflege und Fundraising sucht die Deutsche Orchester-Stiftung eine:n neue:n Mitarbeiter:in. Stellenbeginn ist am 15. Februar 2023, Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2022. Zur detaillierten Ausschreibung (PDF)
Aus Anlass der 2023 startenden Taufinitiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) schreibt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ab sofort einen Taufliederwettbewerb aus. Auch heute noch ist jede Taufe ein freudiges Ereignis und oft mit einem feierlichen Akt verbunden. Ob kleine Kinder getauft werden, Erwachsene oder Jugendliche vor der Konfirmation – durch das Sakrament der Taufe wird dem Täufling die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft zugesprochen. Die Lieder transportieren dies auf einer emotionalen Ebene. Deswegen gehört zum festlichen Rahmen einer Taufe oft auch Musik. Beim Taufliederwettbewerb werden Lieder gesucht, die auf unterschiedliche Aspekte der Taufe bezogen sind. Der Fokus kann sowohl auf der Taufhandlung selbst liegen als auch auf der Theologie der Taufe oder ihrer individuellen Bedeutung. Sie sollten sich auch von kleineren Taufgemeinden gut singen und musizieren lassen. Besonders erwünscht sind Wettbewerbsbeiträge, die Menschen in den Blick nehmen, die mit kirchlichen Traditionen nicht vertraut sind. Einsendeschluss für Beiträge ist Montag, der 16. Januar 2023. Eine Jury begutachtet die eingesandten Beiträge und bestimmt die Gewinner in jeweils drei ausgeschriebenen Kategorien. Ausgewählte Lieder werden anschließend in einem Liederbuch veröffentlicht. Die Preisverleihung und Präsentation der Lieder erfolgt in einem Gottesdienst am 16. April 2023 um 18 Uhr in Berlin. Der Taufliederwettbewerb wird in drei Kategorien ausgeschrieben. In der Kategorie Text mit Melodie können komplett neue Lieder, also eine neue Melodie und ein neuer Text eingesendet werden. In der Kategorie Text sind Beiträge kompletter Umdichtungen, also neue Texte auf bestehende, urheberrechtlich freie Lieder möglich. In der Kategorie Interpretationen werden Videos oder Audios bewertet, die bestehende Tauflieder künstlerisch darstellen. Die Preise sind in folgender Höhe ausgelobt: Neue Lieder: 1. Preis: 2.000 €, 2. Preis: 1.500 € und 3. Preis: 1.000 €. Umdichtungen: 1. Preis: 1.000 €, 2. Preis: 750 €, 3. Preis: 500 €. In der Kategorie Audio und Video werden Sachpreise vergeben. Weitere Informationen zum Taufliederwettbewerb und zum Ablauf unter www.kirchenmusik-ekbo.de/taufliederwettbewerb. Rückfragen beantworten die Projektstelle Taufliederwettbewerb, Telefon: 0171 9847133, , Landessingwartin Almut Stümke, , sowie die Arbeitsstelle für Kirchenmusik, Telefon: 030 243 44 – 473, .
Kinderchorleitungstag der EKBO – Einstieg ins szenische Spiel Der 7. Kinderchorleitungstag der EKBO wendet sich an Kinderchorleiter:innen im Dienst oder in Ausbildung, Lehrkräfte, Erzieher:innen oder allgemein an Interessierte. Am 14. Januar 2023 wird er von 10 bis 17 Uhr im Konsistorium der EKBO (Georgenkirchstr. 69/70, 10249 Berlin) stattfinden. Leitfragen des Kinderchortags unter der Leitung von Dozentin Uschi Famers sind: Sollen nur einzelne Lieder oder ein ganzes Musical einstudiert werden? Wie komme ich vom Chor ins szenarische Spiel? Wie vom Singen in eine Theaterrolle? Wie gelingen Massenszenarien? Die Theaterpädagogin Uschi Famers arbeitet schon lange mit der Kinderchorleiterin Friedhilde Trüün zusammen. Sie wird mit den Teilnehmer:innen Wahrnehmung, Fantasie und Ausdruck zur Vorbereitung für das Arbeiten mit Kinderchören für theatralische Inszenierungen schulen. Eingerahmt wird dies wie immer vom Bücher-/ Notentisch und der Vorstellung neuer Literatur für Kinder- und Jugendchor. Die Teilnahmekosten betragen 15 € (Kaffee & Tee inklusive), ermäßigt 10 € für Mitglieder des Chorverbands der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (CBO). Anmelden können sich Interessierte unter http://Kirchenmusik-ekbo.de/Termine. Anmeldeschluss ist der 11. Januar 2023.
Save the date! Chorleitungssymposium „mh, mh“ der EKBO Das Chorleitungssymposium 2023 richtet sich an Chorleiterinnen und Chorleiter aller Berufsqualifikationen. Die dreitägige Veranstaltung bietet interessante Themen zum Musizieren mit Erwachsenen, Kindern, Jugendlichen, Babys, Konfirmand*innen, Instrumenten. Arbeit auf allen Niveaus im Bereich Pop, Gospel, Weltmusik und klassische Kirchenmusik wird thematisiert. Von Probentechnik, Stilistik, Dirigieren und Reading Sessions über Stimmbildung, Körperarbeit und Body Percussion bis hin zu Chormanagement, Öffentlichkeitsarbeit und psychologischen wie gesellschaftlichen Fragen werden vielfältige Themen behandelt. Ein Meister*inkurs Dirigieren und mehrere hochwertige Konzerte ergänzen das Programm des Symposiums, auch Meet&Greet-Möglichkeiten kommen nicht zu kurz. Anerkannte Dozent:innen sind zu erleben; Prof. Annedore Hacker-Jakobi (USA/ Hamburg) mit dem Meister:inkurs und einem Konzert mit dem Frauenchor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Außerdem sind der Staats- und Domchor Berlin (Kai-Uwe Jirka) und der Mädchenchor der Singakademie (Friederike Stahmer) zu hören. Adrian Büttemeier (Berliner Dom), Ernst Buscagne (Schweiz), Alexander Lebek (UdK Berlin), Anne Michael (Meldorfer Dom), Percussionist Stefan Weinzierl (Hamburg), Julia Hedtfeld, Volker Hedtfeld, Antje Ruhbaum, Popkantor Michael Schütz und Pfarrer Olaf Trenn (EKBO) sowie viele andere erfahrene und spannende Dozent:innen haben für Workshops zugesagt. Die Leitung und Konzeption liegt bei Studienleiter Günter Brick und Landessingwartin Almut Stümke.
Chorleitungssymposium „mh, mh“ der EKBO „Mit Herzen, Mund und Händen“ Do, 12. – Sa, 14. Oktober 2023 Veranstalterin: Arbeitsstelle für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) in Zusammenarbeit mit dem CBO (Chorverband der EKBO) Information und Anmeldung im neuen Jahr unter www.kirchenmusik-ekbo.de/chorleitungssymposium
Thorsten Hesse und Peter Mandel (Handiclapped) und Claudia Roth bei der Preisverleihung. Foto: Michael Reichel
Handiclapped – Kultur barrierefrei e. V. mit APPLAUS Award ausgezeichnet
Die Konzertreihe „Inklusion rockt! Musik für alle.“ des Berliner Vereins Handiclapped – Kultur barrierefrei e. V. wurde am 16. November 2022 in der Kategorie „Beste kleine Spielstätten und Konzertreihen“ mit dem APPLAUS Award der Initiative Musik ausgezeichnet.
Die Konzertreihe „Inklusion rockt! Musik für alle.“ veranstaltet Handiclapped seit 2008. Mehr als 300 Konzerte fanden statt, weitere sind in Planung. Auf seiner Website hält Handiclapped alle Interessierten immer auf dem Laufenden.
Der Name APPLAUS steht für die „Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten“. Mit dem Programmpreis ehrt die Kulturstaatsministerin Konzertprogramme unabhängiger Musikclubs sowie Veranstaltungsreihen aus allen Bereichen von Popularmusik und Jazz. Dafür stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) jährlich Preisgelder von rund 2 Millionen Euro zur Verfügung. Damit ist der APPLAUS einer der höchstdotierten Bundeskulturpreise.
Landesmusikakademie Berlin: „klangwelten“-Schulprojekttage 9.–15. März 2023
Die musikalischen Projekttage für Schulklassen stehen 2023 unter dem Motto „Ab auf die Musik-Inseln“ und finden vom 9. bis zum 15. März statt.
Jedes Jahr im März nehmen ca. 200 Schulklassen und damit über 5000 Grundschüler*innen an den „klangwelten“-Schulprojekttagen teil. Unter dem Motto „Ab auf die Musikinseln!“ gibt es dieses Mal in einem von 17 Workshops für sie die Möglichkeit, Musik der Inseln Kuba, Jamaica-Reggae oder Musik aus Hawaii zu machen, eigene Inselmusik im Tonstudio aufzunehmen, mit Naturmaterialien Instrumente zu bauen, mit Beatboxing eine Insel zu entdecken, mit Strandgut und Fässern zu musizieren, den neuesten Insel-Song zu singen, mit Breakdance eine Abenteuergeschichte zu tanzen, und vieles mehr.
Zusätzlich besuchen die Kinder das Mitmach-Konzert „Auf Zack“ von RICHARDS KINDERMUSIKLADEN, der mittlerweile zu den Bekannten im Bereich der familientauglichen Musik gehört.
Die Kinder tauchen einen Vormittag lang in die Welt der Musik ein. Ohne jegliche Vorübung werden sie selber zu Musikmachenden, lernen ihre Kreativität kennen und haben einen Riesespaß.
Universität der Künste: Studieninformationstag 2023 der Lehramtsstudiengänge Musik
Am 24. Januar 2023 lädt die Universität der Künste Berlin Studieninteressierte mit dem Berufswunsch Musiklehrer:in zum Informationstag ein. Er beginnt um 10 Uhr im Joseph-Joachim-Konzertsaal, Bundesallee 1–12.
Im Fokus stehen die Studiengänge „Lehramt an Grundschulen“ und „Lehramt an Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien“ sowie der „Q-Master Lehramt Musik an Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien“. Ab dem Wintersemester 2023/24 wird es mit der Kombination von Musik und Sonderpädagogik zudem ein neues Studienangebot für das Lehramt an Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien geben.
Der Tag startet mit einer musikalischen Begrüßung und allgemeinen Einführung. Im Anschluss gibt es Informationen zu Studienaufbau und -inhalten sowie zu den Zugangsprüfungen. Am Nachmittag wird nach einem Wechsel in das Gebäude Lietzenburger Straße 45 die Möglichkeit geboten, in Unterrichtsveranstaltungen zu hospitieren.
Studierende der Lehramtsstudiengänge geben in Gesprächen persönliche Eindrücke aus dem Studienalltag wieder. Außerdem können mit Dozent:innen Termine für persönliche Beratungsgespräche und Vorspiele vereinbart werden. Darüber hinaus werden in digitalen Räumen Beratungen zu einzelnen Studienfächern sowie den Anforderungen bei der Zugangsprüfung angeboten.
Vereinigung Alte Musik: Empowerment – Businessplan für freischaffende Musiker:innen
Die Vereinigung Alte Musik Berlin e. V. bietet 2022/2023 unter dem Titel EMPOWERMENT ein Seminar- und Workshop-Programm an, das der Vernetzung und Sichtbarkeit der Alte-Musik-Szene in Berlin dienen soll. Die Intensivierung der Netzwerkarbeit soll dabei die Sichtbarkeit auf Ebene des Publikums erhöhen. Mit Qualifizierungsangeboten zu Themen wie Förderung, Management oder sozialer Absicherung unterstützt und stärkt das Projekt zudem gezielt die Interpret:innen selbst.
Im abschließenden online-Seminar werden Teile der bisherigen Inhalte nochmals aufgegriffen und mit der Thematik des Businessplans vereint. Was wie eine Unternehmensstrategie klingt, kann inhaltlich und zahlenmäßig auch auf die Karriere freischaffender Musiker:innen angewendet werden: Wo stehe ich heute und wo möchte ich hin? Kann ich als freischaffende/r Musiker:in die Zukunft meines Berufslebens überhaupt vorausplanen? Welche Elemente aus einem „Businessplan” können meine Arbeitsabläufe vereinfachen und zu mehr Planungssicherheit beitragen? Wie organisiere ich mich, wie bin ich aufgestellt?
Das Projekt „Empowerment – Workshops und Seminare für die Alte Musik“ wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Stärkung des Innovationspotentials in der Kultur II (INP-II)“ und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Katharina Hagena: Herzkraft. Ein Buch über das Singen
Die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Katharina Hagena wurde 2008 mit ihrem erfolgreichen Romandebüt Der Geschmack von Apfelkernen bekannt. Nach drei weiteren Buchveröffentlichungen präsentiert sie als begeisterte Chor- und Vokalensemble-Sängerin nun mit Herzkraft ein belletristisches Buch zu verschiedenen Aspekten des Singens.
Diese Aspekte werden in 26 kleinen Essays behandelt, denen jeweils bekannte und unbekanntere Gedichte vorangestellt sind. Es geht beispielsweise um Liebeslieder, um das Singen im Chor oder bei Beerdigungen, das Singen gegen die Angst und als Widerstand. Hölderlins „Gesang an die Parzen“ leitet das Kapitel „Schreiben“ ein. Hier findet sich unter ausgesuchten Parallelen zwischen Singen und Schreiben eine persönliche Erfahrung der Autorin, in der sie ihre Trauer überwand: Das Lied „Innsbruck, ich muss dich lassen“ kann sie inzwischen wieder singen, obwohl es sie an ihre verstorbene Mutter erinnert.
Mehrere Abschnitte widmet Hagena den Nymphen, Musen und weiteren Frauenstimmen in antiken Mythen, die zu oft verstummten, da sie mit Gewalt zum Schweigen gebracht wurden. In anderen Kapiteln geht es dagegen humorvoller zu, z. B. in „Heimat“ über das Singen in der Familie: „Meine Tante Ruth teilt noch mit 90 Jahren jeden Raum, der mehr als drei Leute beherbergt, in Kanongruppen ein, wobei sie beide Arme nach vorne streckt und mit einer großen Auf- und Abbewegung drei Stimmschneisen in die Menschenmenge schlägt“.
Ein kunstvolles Detail begrüßt die Leserschaft direkt auf dem Buchcover – es zeigt visuelle „Stimmbilder“ aus dem selbsterfundenen „eidophone“ der walisischen Sängerin Margaret Watts Hughes (1842–1907). „Herzkraft: Ein Buch über das Singen“ hört außerdem niemals ganz auf, denn es endet mit dem Kapitel „Weitersingen“. Inspiriert von einem Gedicht Emily Dickinsons beschreibt Hagena das Weitersingen als „Singen gegen ein Trotzdem“. So sang Dickinson trotz Einsamkeit, Krankheit und Depression weiter.
„Mit Herzkraft singen“ ist übrigens das höchste Lob aus dem Mund von Katharina Hagenas Hamburger Gesangslehrerin.
Hagena, Katharina: Herzkraft: Ein Buch über das Singen. Zürich: Arche Literatur Verlag, 2022. 222 Seiten. ISBN 978-3-7160-2806-3. 18 €
Liebe Leser:innen, liebe Freund:innen des Landesmusikrats Berlin,
die Zivilgesellschaft umfasst nach einer Definition des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung „die Gesamtheit des Engagements der Bürger eines Landes – zum Beispiel in Vereinen, Verbänden und vielfältigen Formen von Initiativen und sozialen Bewegungen.“ Es gehören dazu „alle Aktivitäten, die nicht profitorientiert und nicht abhängig von parteipolitischen Interessen sind.“
Viele von uns gehen wöchentlich zur Chor-, Spielmannszug- oder Orchesterprobe, organisieren ehrenamtlich Konzerte, Meetings, Freizeiten oder Feste. Wie viele? Das Musikinformationszentrum hat 2021 nachgezählt: 14,3 Millionen Bürger:innen engagieren sich in der Amateurmusik. Sie leisten damit ungeheuer viel für den Zusammenhalt der Gesellschaft, für die Pflege kultureller Traditionen und die Integration unterschiedlicher kultureller Strömungen.
Zivilgesellschaft: Das ist also auch das Engagement der Berliner Amateurmusiker:inen, ein Engagement, welches noch viel zu selten in ausreichendem Maße wahrgenommen und wertgeschätzt wird, zum Beispiel, wenn es um die Versorgung mit geeigneten Räumlichkeiten geht.
Wir sind deswegen sehr froh, dass es gelungen ist, das Preisträgerkonzert des Berliner Chortreffs im vergangenen Monat live aus dem Haus des Rundfunks zu senden, moderiert von Shelly Kupferberg. Wir freuen uns auf den 37. Berliner Jazztreff Ende November in der Kulturbrauerei und sagen: Lassen Sie uns gemeinsam noch viel sichtbarer werden!
Landesjugendorchester bringt Klimawandel auf die Konzertbühne
Unter dem Titel „Listening to Climate Change“ startet in der kommenden Woche die bisher ungewöhnlichste Arbeitsphase des Berliner Landesjugendorchesters. Die jungen Musiker:innen machen das Miteinander von Mensch und Natur und die bedrohliche Entwicklung des Klimas musikalisch hörbar. Gemeinsam mit dem Soundstudio kling klang klong erproben sie neue Formen des Komponierens und des Musizierens.
Rebel, Haydn und Dvořák, Honegger und Moritz Eggert: Das Programm ist eine Reise durch Kompositionen der letzten 300 Jahre, die den menschlichen Blick auf Natur und Schöpfung widerspiegeln. Ergänzt werden sie um Kompositionen des Soundstudios kling klang klong, die diesen Blick aus heutiger Sicht erneuern. Unter Nutzung von historischen Wetterdaten und Computerverfahren wird der Klimawandel zur Partitur.
Das Projekt Listening to Climate Change wird entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes.
Listening to Climate Change Landesjugendorchester Berlin, Dirigent: Lancelot Fuhry; Soundstudio kling klang klong 1. November 2022, 20 Uhr, Konzerthaus Berlin, Großer Saal Zum Ticket-Vorverkauf
Jazz-Combo beim Jazztreff 2021 im Workshop mit Olivia Trummer. Foto: Daniel Lindenblatt
Berliner Jazztreff am 27. November
Zum 37. Mal kommt die Berliner Jazzszene zum Berliner Jazztreff zusammen, in diesem Jahr erneut in der Kulturbrauerei. Jazzmusiker:innen von Klein bis Groß, von Trio bis Bigband treffen sich und spielen Repertoire aus allen Epochen des Jazz. Im Rahmen des Jazztreffs wird eine Jury die Landessieger für „Jugend jazzt“ ermitteln und zur Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ entsenden, die vom 18. bis 25. Mai 2023 in Hamburg stattfindet.
Der Berliner Jazztreff ist nun seit 37 Jahren eine feste Größe der Berliner Jazzszene. Er bietet allen Spielniveaus eine Plattform. Musikerinnen und Musiker aus den studienvorbereitenden Ensembles sowie frei zusammengesetzte Ensembles nehmen jedes Jahr die Möglichkeit wahr, sich auf der Bühne des Berliner Jazztreffs zu präsentieren. Darüber hinaus kann jedes Ensemble die Beratung durch einen professionellen Musiker in Anspruch nehmen und sich Tipps zur Performance oder zu musikalischen Themen geben lassen. Um eine nachhaltige Förderung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewährleisten, verleiht der Berliner Jazztreff dank diverser Stifter attraktive Förderpreise.
Berliner JugendJazzOrchester: The Autumn Sessions am 5. November im JIB
Nach dem grandiosen Erfolg vom Frühjahr präsentiert das Berliner JugendJazzOrchester am 5. November 2022 ein vielfältiges Konzertprogramm im Georg-Neumann Saal der UdK – ein einzigartiger Klangkörper, der sich durch besondere Talente und individuelle Stimmen auszeichnet: Die klassische Bigband-Besetzung wird erweitert um für den Jazz noch ungewohnte Instrumente. Junge Musikerinnen und Musiker zwischen 15 und 25 zeigen ihr breites musikalisches Spektrum – egal ob auf Saxophon, Cello, Blockflöte oder Vibraphon.
Künstlerische Leitung: Fabia Mantwill und Nicolai Thärichen.
BJJO – The Autumn Sessions Samstag, 5. November 2022, 20 Uhr Georg-Neumann-Saal, Jazz-Institut Berlin, Einsteinufer 43–53, 10587 Berlin Zum Ticket-Vorverkauf
Umfrage (1): Berufsbegleitende Ausbildung für Ensembleleiter:innen auch in Berlin?
Der Landesmusikrat Brandenburg startete im Herbst 2018 eine berufsbegleitende Ausbildung zur Chorleitung/ Ensembleleitung bzw. Chorleitungs-Assistenz/ Ensembleleitungs-Assistenz mit Abschlussprüfung, die u. a. den Anspruch auf eine Übungsleiterpauschale für Chorleiter:innen / Ensembleleiter:innen begründet.
Aufgrund vielfältiger Nachfragen aus der Chor- und Orchesterszene will der Landesmusikrat Berlin e.V. erkunden, wie notwendig die Einführung der beiden Angebote aus der Perspektive der LMR-Info-Leser:innenschaft auch in Berlin ist.
Dafür bittet der Landesmusikrat, den hier verlinkten Fragebogen auszufüllen und diese Umfrage auch an möglichst viele Interessent:innen weiterzugeben. Für eine repräsentative Umfrage sind mindestens 500 Teilnahmen erforderlich, aktuell sind es rund 200. Je mehr Rückmeldungen eingehen, desto glaubwürdiger lässt sich die Forderung nach der Einführung der beschriebenen Maßnahmen vertreten.. Zum Fragebogen bitte hier klicken!
Umfrage (2): Wie stark wirken sich Energiepreise auf Berliner Musiklandschaft aus?
Der Deutsche Kulturrat hat eine Abfrage angestoßen, inwiefern die Berliner Musiklandschaft von den Energiepreissteigerungen betroffen ist. Institutionen, Unternehmen, Vereine und Künstler:innen sind aufgefordert, die Umfrage auszufüllen und sie auch an mögliche weitere Interessent:innen weiterzugeben.
Die Befragung soll dem Deutschen Kulturrat Argumente für notwendige Unterstützungen im Kulturbereich liefern. Als Frist nennt der Kulturrat den kommenden Mittwoch, den 19. Oktober. Alle bis 17 Uhr Ergebnisse werden an den Kulturrat weitergegeben. Zur Umfrage
Ein Kulturrat für Berlin? Arbeitsgruppe prüft Möglichkeiten für neues Gremium
Innerhalb der Initiative für ein Berliner Kulturfördergesetz wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Einrichtung eines Kulturrats für Berlin prüft. Die bisher informell organisierte Initiative hofft damit auch auf eine künftige Verstetigung ihrer Arbeit. Das Gremium würde Vertreter:innen von Kulturinstitutionen, Verbänden und Politik versammeln, um Aktivitäten und Initiativen der Kulturszene zu koordinieren und gegenüber der Politik und der Wirtschaft zu kommunizieren. Die Prüfgruppe hat am 10. September 2022 ihre Arbeit aufgenommen.
Deutscher Musikrat: Bundesinitiative „Musik und Demenz“ gegründet
Der Deutsche Musikrat (DMR), die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) und die Deutsche Gesellschaft für Musikgeragogik (DGfMG) bringen gemeinsam die Bundesinitiative „Musik und Demenz“ auf den Weg. Ziel der Initiative ist es, in ganz Deutschland bedarfsgerechte musiktherapeutische, musikgeragogische und musikalisch-künstlerische Angebote für Menschen mit demenziellen Veränderungen nachhaltig sicherzustellen.
Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats: „Die Auswirkungen demenzieller Erkrankungen, für den Einzelnen wie für unsere Gesellschaft, erfordern mehr Engagement der Gesundheits-, Forschungs- und Sozialpolitik. Der kontinuierliche Anstieg von Demenz-Erkrankten ist ein Weckruf für die politischen Akteure auf allen föderalen Ebenen. Musikalische Angebote sind ein wesentlicher Baustein, um von Demenz Betroffene in ihrer Lebenssituation zu stabilisieren und zu stärken. Denn Musik weckt Erinnerungen, erschließt lebenspraktische und kommunikative Kompetenzen und trägt bei zur Lebensfreude. Unsere Gesellschaft darf die Betroffenen und ihre Familien nicht mit ihrem Schicksal allein lassen.“
Prof. Lutz Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft: „Musiktherapie ist vor allem da hilfreich, wo Worte und Gespräche nicht mehr möglich sind. Neurologische Untersuchungen belegen seit langem, dass ‚Musik bleibt‘. Die Forschung zeigt uns, dass qualifizierte musiktherapeutische Angebote die Lebensqualität steigern sowie unruhiges und ängstliches Verhalten verbessern können. Das erleben Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten täglich in ihrer Arbeit. Gerade weil die Einsamkeit durch das Fehlen von kommunikativen Angeboten aufgrund der Pandemie zugenommen hat, braucht es dringend musikorientierte Interventionen und Initiativen. Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft freut sich deshalb sehr, dass es gelungen ist, diese bundesweite Initiative ins Leben zu rufen.“
Prof. Dr. Hans Hermann Wickel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik: „Musikgeragogik setzt sich dafür ein, dass Menschen auch im Alter die Möglichkeit behalten, in den von ihnen gewünschten Kontexten und auf dem ihnen möglichen Niveau zu musizieren und sich musikalisch weiterzubilden. Das betrifft alle Lebensspannen und alle Lebenslagen des Alters, auch angesichts von Einschränkungen wie demenziellen Erkrankungen. Es gilt somit, geeignete methodisch-didaktische Settings zu entwickeln und passende Angebote zu machen, um Menschen mit Demenz diese Teilhabe an der Musik und am Musizieren zu sichern. Dazu bedarf es der tatkräftigen Unterstützung aller entscheidenden kultur-, gesundheits- und sozialpolitischen Instanzen.“
Zur Umsetzung der Ziele der Bundesinitiative soll u. a. ein Fonds „Musik und Demenz“ eingerichtet werden, der für diesen Zweck bestimmte Mittel sammelt und für geeignete Projekte und Strukturen zur Verfügung stellt. Grundlage für das gemeinsame Engagement ist ein Letter of Intent, mit dem sich die beteiligten drei Institutionen dazu bekennen, den Aufbau geeigneter Strukturen zu befördern und insbesondere die Einrichtung des bundesweiten Fonds „Musik und Demenz“ aktiv zu unterstützen.
Die Entwicklung der Bundesinitiative „Musik und Demenz“ wurde maßgeblich durch den Landesmusikrat Hamburg vorangetrieben. Dieser hat in Aufnahme entsprechender Impulse der von ihm veranstalteten bundesweiten Fachtagung „Musik und Demenz“ im September 2019 ein mit Expertinnen und Experten der Bundesverbände besetztes Team mit der Erarbeitung eines Konzepts betraut. Der Landesmusikrat Hamburg wird die Arbeit der Initiative auch zukünftig durch solche Fachtagungen flankieren. Auf der Fachtagung unter dem Motto „Resonanz und Begegnung | Musik zeigt Wirkung bei Demenz“ am 16. und 17. September 2022 in Hamburg wurde die Bundesinitiative offiziell gegründet.
Ohne Blei keine Orgel: Pfeifen in der Werkstatt. Foto: Kath. Kirche Vorarlberg
Instrumentenbau ist Kulturgut: Ausnahme für Verwendung von Blei gefordert
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) schlägt vor, die Verwendung von Blei in den Anhang XIV der REACH-Verordnung aufzunehmen. Diese EU-Chemikalienverordnung regelt u. a., dass einzelne Chemikalien registriert werden müssen, bevor sie in den Verkehr gebracht werden. Eine Verwendung ist damit nur noch mit Sondergenehmigung möglich. Seit 2021 muss die Verwendung von Blei bei der ECHA zwar angemeldet werden, bisher aber nicht das aufwändige Verfahren einer Registrierung durchlaufen.
Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Der Deutsche Musikrat fordert von der ECHA eine Ausnahmeregelung für die Verwendung von Blei beim Instrumentenbau, sollte es zu einer ECHA-Registrierungspflicht kommen. Der Musikinstrumentenbau hat in Deutschland eine lange und ruhmreiche Tradition, die es zu schützen gilt. Blei ist beim Bau von Orgeln, aber auch als Bestandteil vieler Blechblasinstrumente bisher alternativlos. Die Arbeit der ECHA ist ohne Zweifel bedeutsam, um Gesundheitsproblemen durch Chemikalien vorzubeugen. Doch gerade im Fall der Orgel sind solche gesundheitlichen Risiken durch Bleilegierungen bisher nicht bekannt. Aus diesem Grund wurde für den Orgelbau 2017 im Zuge der EU-Verordnung RoHS (Restriction of Hazardous Substances) eine Ausnahmeregelung erlassen. Denn der Bau von Instrumenten wie der Orgel ist weit mehr als ein Industriezweig: Er ist ein bedeutendes kulturelles Vermächtnis, eine einzigartige Verbindung von Klang, Ästhetik, Material und Technik.“
Blei wird für die Herstellung von Orgelpfeifen benötigt, bei Blechblasinstrumenten wird Blei gemeinsam mit Nickel und Chrom in der Regel für Legierungen verwendet. Aufwändige Entwicklungen von neuen Alternativen würden zu drastischen Steigerungen der Verkaufspreise der Instrumente führen. Die Entscheidung über eine Aufnahme von Blei in den Anhang der REACH-Verordnung soll voraussichtlich in 2023 fallen.
Chortreff-Champions begeistern Publikum im Haus des Rundfunks / Live-Übertragung
Zehn Chöre waren beim Landeschorwettbewerb 2022 ausgezeichnet worden, der im Rahmen des Berliner Chortreffs am 25. und 26. Juni 2022 in der Landesmusikakademie stattfand. Neun davon traten am 25. September im Großen Sendesaal des rbb in der Masurenallee auf, vom Damenquartett „Gretchens Antwort“ über die Chorgemeinschaft pro musica Treptow bis zum Kammerchor der Künste. Moderatorin Shelly Kupferberg führte durch ein vielfältiges Programm zwischen Volkslied und Popsong, Klassik und Schlager. Das Publikum feierte die beteiligten Chöre im ausverkauften Sendesaal des rbb begeistert.
Die Live-Übertragung des Konzerts auf rbbKultur war der Schluss- und Höhepunkt des Chortags „Lauter Singen“. Einen ganzen Radio-Sonntag widmete der rbb dem Chorsingen, ob als Amateur:in oder als Profi.
Jour fixe (1): Schulmusik ohne Personal – Lehrkräftemangel in Berlin
Der anhaltende Mangel an qualifizierten Musiklehrer:innen in Berliner Schulen und wie man ihm abhelfen kann: Das war Thema des 15. Jour fixe „Musik und Stadt“ zum Thema „Schulmusik ohne Personal – Lehrkräftemangel in Berlin“ am 12. September. Auf dem Podium in der ALEX-Halle diskutierten Prof. Dr. Werner Beidinger von der Universität Potsdam, Franziska Brychcy, Bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus, Mark Rackles vom Wissenschaftszentrum Berlin, Claudia Rocca vom Berggruen-Gymnasium und Prof. Julia Hülsmann von der Universität der Künste. Carl Parma vom Landesmusikrat Berlin hatte die Moderation des Gesprächs übernommen.
Dabei wurde anerkannt, dass ein Ziel inzwischen erreicht ist: Künftige Musiklehrer brauchen ab 2023 nicht mehr zwei Zusatzfächer zu studieren, sondern nur noch eines. Dennoch mangelt es noch immer an Personal, Räumen und Geldmitteln, um langfristig die Studentenzahl im Fach Schulmusik zu erhöhen. Die Aufzeichnung der Diskussion können Sie unter diesem Link nachschauen.
Jour fixe (2): Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Geld zurück ins Programm!“
„Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter dem neuen Medienstaatsvertrag“ war Gegenstand des 14. Jour fixe „Musik und Stadt“, der am 5. September auf dem Podium von ALEX Berlin stattfand. Christian Goiny, Mitglied der Berliner CDU-Fraktion und des rbb-Rundfunkrats, Dr. Hans-Dieter Heimendahl von Deutschlandfunk Kultur, der freie rbb-Journalist Tomas Fitzel, Veronika Petzold vom Deutschen Chorverband und Marcus von Amsberg vom Bundesmusikverband Chor und Orchester sprachen über die Rolle des Rundfunks in Kulturvermittlung und Bildung, sperrige Verwaltungsstrukturen und mögliche neue Wege des Kulturradios. Die Moderation hatte Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats Berlin. Erörtert wurden unter anderem die Repräsentation von regionaler Kultur und Amateurmusik im Kulturradio und die Forderung von Autoren und Redakteuren, die inhaltliche Arbeit wieder mehr zu betonen unter der Parole „Geld zurück ins Programm!“ Unter diesem Link können Sie die Podiumsdiskussion nachschauen.
Zwei Jahre erfolgreiche Arbeit der Koordinationsstelle für Proben- und Aufführungsräume
Seit zwei Jahren sucht und vermittelt die Koordinationsstelle des Landesmusikrats Berlin Proben- und Aufführungsräume für Amateurmusikensembles. Ihre Bilanz kann sich sehen lassen: Fast 500 Räume sind inzwischen in der Datenbank erfasst, 117 Räume sind online gelistet und können nach Kriterien wie Standort, Ausstattung oder Raumgröße sortiert werden.
Mit viel Engagement haben die Mitarbeiter:innen des Landesmusikrats auch daran gearbeitet, grundlegende strukturelle Verbesserungen herbeizuführen. So konnte gemeinsam mit dem Konsistorium der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ein Mustermietvertrag entwickelt werden, der den Berliner Kirchengemeinden die Bereitstellung ihrer Räumlichkeiten an Amateurmusikensembles erleichtert.
Jasmin Manike, Ev. Apostel-Paulus-Kirchengemeinde: „Bei uns hat nach dem Online-Stellen sowohl das Telefon nicht stillgestanden als auch das E-Mail-Postfach geglüht.“
Dr. Heike Oeff, Sinfonietta Charlottenburg: „Wir haben durch die Vermittlung der Raumkoordinationsstelle des Landesmusikrats einen Probenraum gefunden und sind in der Lage, den Probenbetrieb wieder aufzunehmen.“
Doch auch die Raumkoordinationsstelle steht vor neuen Herausforderungen: Durch die aktuelle Energiekrise werden Kosten für Proben- und Aufführungsräume, welche auch auf Amateurensembles umgelegt werden, enorm steigen.
Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats Berlin e. V.: „14 Millionen Menschen in Deutschland musizieren in ihrer Freizeit, der Großteil im Ensemble. Der Gewinn dieser Aktivitäten für den sozialen Zusammenhalt, die Musikalische Bildung oder die Gesundheit ist enorm. Wir müssen das bürgerschaftliche Engagement, welches sich hier zeigt, gerade in Zeiten wie diesen wertschätzen und unterstützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Energiekrise diese Strukturen beschädigt.“
Universität der Künste: Friedensgebet des Staats- und Domchors am 21. Oktober
Unter dem Titel von Pete Seegers bekannter Friedenshymne „Sag mir, wo die Blumen sind“ lädt der Staats- und Domchor ein zum Friedensgebet am Freitag, dem 21. Oktober 2022, um 18 Uhr im Berliner Dom. Das Friedensgebet widmet sich der Not von Kindern und Jugendlichen im Krieg. In seinem Mittelpunkt steht die berühmte Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“. Komponiert wurde das Stück vom Dresdner Kantor Rudolf Mauersberger anlässlich der Zerstörung der Stadt 1945. Kinder und Jugendliche des Staats- und Domchors sowie Gäste lesen Texte, die Kriegs- und Fluchterfahrungen insbesondere von Kindern und jungen Menschen thematisieren und reflektieren. Es erklingt Musik von Pete Seeger, Felix Mendelssohn Bartholdy, Rudolf Mauersberger u.a.
Mit Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann, dem Staats- und Domchor Berlin und dem Kammerchor der Künste Berlin (Maike Bühle), Anja Petersen (Sopran), Martin Ripper (Flöte), Annette Rheinfurth (Kontrabass) und Kai-Uwe Jirka (Leitung & Akkordeon). Eintritt frei.
Frank Schneider: „Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan“
Frank Schneider, Musikwissenschaftler, Dramaturg und von 1992 bis 2009 Intendant des Konzerthauses Berlin, hat seinen zahlreichen Veröffentlichungen von Büchern und Zeitschriftenartikeln im Sommer 2022 eine geradezu enzyklopädische Autobiografie hinzugefügt. Gut verständlich und eloquent schildert er chronologisch zunächst seine Kindheit in Großerkmannsdorf und erste Studienjahre in Dresden. Der Großteil des Buchs spielt ab 1964 in Berlin, wo Schneider bis heute lebt. Seine Berliner Stationen reichen von der Studienzeit am musikwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universität über Berufserfahrungen in der Komischen Oper und der Akademie der Wissenschaften bis hin zur Intendanz am Konzerthaus und Aktivitäten als Pensionär. Unterbrochen werden die Kapitel jeweils durch Exkurse mit Reden, Dokumenten und übergreifenden Themen.
Mit einer enormen Fundgrube von Zeitzeugenberichten bietet das Buch interessante Einblicke in die Geschichte der Musikwissenschaft in (Ost-)Berlin, ebenso in das Berliner (Klassik-)Konzertleben seit der Wende und vor allem in die Welt der zeitgenössischen Musik, für die sich der Autor seit Jahrzehnten leidenschaftlich einsetzt.
Noch lebendiger wird die gesamte Szenerie durch Schneiders Beschreibungen seiner unzähligen Begegnungen zu Menschen, die er als Wissenschaftler, Programmkurator, Fundraiser oder nicht selten als „Begrüßungsaugust“ auf der Freitreppe des Konzerthauses traf. Neben Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft skizziert er Pultstars, Komponisten, Kolleginnen, ehemalige Kommilitonen oder seine Zusammenarbeit mit sieben amtierenden Berliner Kultursenatoren. Sehr viel gegenseitige Wertschätzung spricht insgesamt daraus, ebenso wie Dankbarkeit für Freundschaften und von vielen Seiten erfahrene Unterstützung. Daneben sind Selbstkritisches, Privates sowie durchaus mutige Schilderungen auch konfliktreicher Beziehungen zu lesen. Das akribisch zusammengestellte Personenregister umfasst stolze 21 Seiten.
Das für den Buchtitel verwendete und von Hanns Eisler vertonte Hölderlin-Zitat „Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan“ wird am Schluss des Nachworts passend erläutert.
Schneider, Frank: „Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan“: Fragmente aus einem Leben für Neue Musik. Neumünster: von Bockel Verlag, 2022. 547 Seiten. ISBN 978-3-95675-036-6. 48 Euro
Jugend musiziert Berlin: Anmeldestart zur 60. Runde
Am 1. September startet die Anmeldung zum 60. Wettbewerb Jugend musiziert. In Berlin starten die Wertungsspiele im Februar, der Bundeswettbewerb findet vom 25. Mai bis 1. Juni in der Schumann-Stadt Zwickau statt. Anmeldeschluss zum 60. Wettbewerb ist der 15. November. Mehr …
Neue Servicestelle für die Berliner Musikschulen: Leitung gesucht!
Im Aufbau ist zurzeit die neue Servicestelle für die bezirklichen Berliner Musikschulen, angesiedelt unter dem Dach der Stiftung für kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung. Gesucht wird dafür noch eine Leiterin oder ein Leiter – Bewerbungsfrist: 4. September. Mehr …
„Deutschland singt und klingt“ am 3. Oktober: Bundesweite Initiative
„Freiheit, Einheit, Hoffnung“: Am 3. Oktober sollen auf den Marktplätzen im ganzen Land Chöre, Ensembles und möglichst viele andere Musikliebhaber:innen zusammenkommen, um mit Musik und Gesang „ein Zeichen der Dankbarkeit, der Hoffnung und des Friedens“ zu setzen. Mehr …
Ein Preis für die Zukunft der Musikforschung: der NFDI4Culture-Award
Das Konsortium in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) befasst sich mit materiellen und immateriellen Kulturgütern. Es lobt einen eigenen Music Award aus. Bis zum 30. September können Qualifikationsarbeiten oder Projekte eingereicht werden, die den Umgang mit wissenschaftlichen Daten mit Musikbezug weiter voranbringen. Mehr …
Jour fixe „Musik und Stadt“ 5.9.2022 Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter dem neuen
Medienstaatsvertrag
12.9.2022 Schulmusik ohne Personal – Lehrkräftemangel in Berlin
Landesjugendorchester Berlin 25.10.–1.11.2022 Herbst-Arbeitsphase Schloss Weikersheim / Berlin
1.11.2022 Listening to Climate Change. Herbstkonzert im Konzerthaus
Jugend musiziert: Berlin feiert Bundespreisträger:innen
Zum Konzert der Bundespreisträger:innen am 27. August begrüßte Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey die Jugendlichen Musiker:innen im voll besetzten Festsaal des Roten Rathauses. Mehr …
Crüger 1622: Ein Berliner Kantor schreibt Musikgeschichte
Johann Crüger (1598–1662) wirkte 40 Jahre lang an der Nicolaikirche als Kantor. Während dieser Zeit schrieb er, zeitweise in Zusammenarbeit mit dem Nicolaipastor Paul Gerhardt, zahlreiche Melodien und Liedsätze, von denen viele bis heute weltweit im Gottesdienst gesungen werden. Der ortus musikverlag widmet Crüger einen facettenreichen, schön ausgestatteten Sammelband. Mehr …
Konzert der Bundespreisträger:innen Jugend musiziert 2022 im Roten Rathaus. Foto: Tommi Aittala
Jugend musiziert Berlin: Anmeldestart zur 60. Runde
Zum 60. Mal wird der Wettbewerb Jugend musiziert im Jahr 2023 stattfinden. Turnusmäßig werden Solowertungen in den Kategorien Klavier, Harfe, Gesang, Drum-Set (Pop) und Gitarre (Pop) ausgeschrieben. Die Ensemblewertungen umfassen Streich- und Blasinstrumente und gemischte Ensembles, Akkordeon Kammermusik und, unter „Besondere Besetzungen“, Neue Musik. Auch eine Wertung „Jumu Open“ ist vorgesehen.
Für Berlin kommen die POP-Zusatzwertungen Beats & Rhymes, Singer/Songwriter und Bands dazu, außerdem Komposition, Komposition für Filmmusik, Interkulturelle Perkussion und Jugend forscht: Musik.
Zu allen Kategorien des Bundeswettbewerbs sowie zu den beiden Kategorien Komposition kann man sich bis zum 15. November 2022, 18 Uhr, anmelden. Für interkulturelle Perkussion, Jugend forscht: Musik und die drei POP-Kategorien gilt der 15. Januar als Anmeldeschluss.
Kultur im Rundfunk, Schulmusik-Desaster: Jours fixes „Musik und Stadt“ im September
► Während die Vorgänge im rbb nicht nur in Berlin die Schlagzeilen bestimmen, geht das Podium beim 14. Jour fixe „Musik und Stadt“ die grundsätzliche Frage an, welche Rolle Kultur und besonders Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter dem neuen Kultur-Staatsvertrag spielen können. Wie kann ein zeitgemäßer Kulturbegriff aussehen, der die Vielfalt der Genres und Kulturen in der Region Berlin-Brandenburg widerspiegelt? Wie lässt sich die regionale Kultur der professionellen, aber auch der Amateurmusik einbeziehen? Welche Rolle spielen digitale Produktionsprozesse und Ausspielwege? Welche Strategien können nachwachsende Generationen an die Sender heranführen, und welche Rolle spielen dabei Angebote der musikalischen Bildung?
Auf dem Podium bei ALEX Berlin: Christian Goiny (CDU, rbb Rundfunkrat), Dr. Hans-Dieter Heimendahl, (Deutschlandfunk Kultur), Dagmar Bednarek (rbb), Veronika Petzold (Deutscher Chorverband) und Marcus von Amsberg (Bundesmusikverband Chor & Orchester). Die Moderation hat Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats Berlin; Musik kommt vom Berliner Mädchenchor.
► Der 15. Jour fixe „Musik und Stadt“ widmet sich einem weiteren drängenden Thema: Der desolaten Lage der Schulmusik in Berlin. In der Bertelsmann-Studie „Monitoring Musikalische Bildung in der Grundschule“ von 2020 wurde der eklatante Fachkräftemangel im Musikunterricht als Kernproblem identifiziert. Es fehlen bis zu 23 000 Musiklehrkräfte. Allein in Berlin waren mehr als 50 Prozent aller eingestellten Lehrkräfte Quer- und Seiteneinsteiger. Heute fehlen sogar diese. Die Vorschläge zur Mangelbehebung aus dem politischen Raum sind aus Sicht des Landesmusikrats Berlin besorgniserregend: Kürzung der Stundentafel, Zusammenlegung künstlerischer Fächer zu Fächerverbünden, unbenotete Projekte, die von schulfremden Personen geleitet werden.
Welche Maßnahmen plant Senatsverwaltung? Welche Auswirkungen hätten Stundentafelkürzungen für den Unterricht und die Schulensembles? Ist die Aussetzung der Weiterbildung Musik vor diesem Hintergrund noch haltbar? Wie können die Absolventenzahlen im Lehramt Musik endlich deutlich erhöht werden?
Unter der Moderation von Carl Parma diskutieren Prof. Dr. Werner Beidinger (Potsdam), Franziska Brychcy (Die Linke), Mark Rackles (Wissenschaftszentrum Berlin), Claudia Rocca (Berggruen-Gymnasium) und Prof. Julia Hülsmann (UdK Berlin); musizieren werden Studierende des Studiengangs Lehramt Musik an der UdK Berlin.
Spitzenchöre singen im Haus des Rundfunks: Preisträgerkonzert des Berliner Chortreffs
Am 25./26. Juni fand in der Landesmusikakademie im FEZ der Berliner Chortreff statt. Das Treffen für Berliner Chöre und Gesangsensembles aller Art, vom Pop-Quartett bis zum großen gemischten Chor, war das bisher größte dieser Art. 56 Chöre mit rund 1600 Sänger:innen waren an den beiden Tagen versammelt, rund 2500 Besucher:innen aus ganz Berlin genossen Konzerte, Workshops, offene Proben und ein umfangreiches Begleitprogramm.
Der Chortreff war auch Schauplatz des Landeschorwettbewerbs. Vor mehreren Fachjurys konnten sich dabei Chöre für den Deutschen Chorwettbewerb qualifizieren, der 2023 in Hannover stattfindet. Zehn Chöre und Ensembles überzeugten die Juror:innen von ihrem sängerischen Können, neun von ihnen werden sich am Sonntag, dem 25. September, im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks an der Masurenallee im Preisträgerkonzert präsentieren. Gastgeber des Konzerts ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), der am 25. September sein gesamtes Programm dem Singen widmet; die Übertragung des Preisträgerkonzerts wird Höhepunkt des Tagesprogramms.
Tickets für das Konzert sind hier online im Vorverkauf erhältlich. Besucher:innen sollten beachten, dass am selben Tag der Berlin-Marathon stattfindet. Deshalb empfiehlt sich die Anfahrt mit S- oder U-Bahn (U-Bahn: U2, Theodor-Heuss-Platz; S-Bahn: S 41/42/46, Messe Nord).
Landesjugendorchester Berlin goes Weikersheim! / Listening to Climate Change
Das Schloss Weikersheim, Sitz der Jeunesses Musicales Deutschland, zählt zu den schönsten Orten zum Musizieren überhaupt. Dort und in der Deutschen Oper Berlin wird das Landesjugendorchester vom 25. bis 31. Oktober sein Herbstprogramm einstudieren. Nach dem Werkstattkonzert am 27. Juli auf der Astrid-Lindgren-Bühne (siehe „Berichte“) steht das Programm weiterhin unter dem Motto „Listening to Climate Change“ und setzt gemeinsam mit dem Soundkollektiv kling klang klong das gleichnamige Data-Storytelling-Projekt zum Thema Klimawandel fort. Das gesamte Programm wird das Landesjugendorchester unter der Leitung von Lancelot Fuhry am 1. November 2022 im Konzerthaus vorstellen.
Für eine aktive Teilnahme kann man sich noch bewerben! Das nächste Probespiel findet am 26. September im Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach (Rheinsberger Str. 4-5, 10115 Berlin) statt. Zur Online-Anmeldung
Kurzvideo vom Debüt-Konzert des BJJO in der ufaFabrik, 15. April 2022
Berliner JugendJazzOrchester: Herbstprogramm kommt / Videoclip vom Debüt-Konzert
Das Berliner JugendJazzOrchester (BJJO) hat sich unter der Leitung der Jazz-Profis Fabia Mantwill und Nicolai Thärichen im Frühjahr neu formiert. Sein Debüt feierte es am 15. April in der ufaFabrik in neuer, bunter Besetzung, einschließlich Streicher und – ja! – Blockflöten. Der neue, aufregende Klang des Ensembles lässt sich nun in einem Kurzvideo vom Debüt-Konzert nacherleben.
Am 30. Oktober kommt das BJJO zu einer Probenwoche in Brandenburg zusammen. Das neu erarbeitete Programm wird es am 5. November im Georg-Neumann-Saal der UdK präsentieren. Eine Frankreichreise steht im Frühjahr an: Das BJJO plant eine gemeinsame Arbeitsphase mit dem Conservatoire Versailles-Grand Parc, das bereits eine mehrjährige Partnerschaft mit dem Landesjugendorchester verbindet.
Instrument des Jahres: Drumset und Orchester beim DRUM KOSMOS am 18. September
Am Sonntag, dem 18. September 2022, präsentiert die Hans-Werner-Henze-Musikschule Marzahn-Hellersdorf in Kooperation mit dem ORWOhaus e. V. „Drum Kosmos“ – eine große Musikaufführung rund um das Drumset als Instrument des Jahres 2022 im großen Saal des ORWOhaus e. V. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Interkulturellen Tage Marzahn-Hellersdorf 2022 statt.
Das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Jobst Liebrecht, die Big Band und weitere Ensembles der Musikschule führen Werke mit direktem Bezug zum Schlagzeug auf. Hierfür schrieb der Komponist Zacharias Falkenberg eigens eine Suite mit dem Titel „Paranéte“, die an diesem Tag uraufgeführt wird. Für die Komposition wurde Musik aus dem Hip Hop, Trap, Drum’n’Bass, Cloudrap etc. in eine orchestrale Besetzung übersetzt. Zusätzlich gibt es zwei weitere Uraufführungen aus der Hand junger Kompositionsschülerinnen und -schüler der Musikschule, Elisa Franke und Vincent Weiss. Ihre Werke sind im Rahmen einer Kompositionswerkstatt an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin entstanden. Als Instrument des Jahres steht das Drumset auch bei den verschiedensten Musizierangeboten der Musikschule 2022 besonders im Fokus. Neue Kompositionen und Ensembles wurde dafür extra geschaffen.
Beim DRUM KOSMOS sind unter anderem das Drum Team Berlin, das Schlagwerkensemble, die Big Band der Henze Musikschule und das Streichensemble Sherazade zu hören.
Das alte Köllnische Gymnasium, heute ein Unterrichtsort der Musikschule Fanny Hensel. Foto: Beek100
Neue Servicestelle für die Berliner Musikschulen: Leitung gesucht!
Die neugeschaffene Servicestelle für die Berliner Musikschulen sucht eine engagierte Leitungspersönlichkeit. Die Servicestelle soll die Arbeit der bezirklichen Musikschulen koordinieren und bestimmte Verwaltungsaufgaben zentral übernehmen. Kernbereiche der Tätigkeit sind die Förderung der öffentlichen Berliner Musikschulen durch eine stärkere gesamtstädtische Abstimmung des Angebots, die Weiterentwicklung einer datenbankbasierten Software für die Verwaltung, die Beratung bei der strategischen Weiterentwicklung des Fortbildungsangebots für Musikschulen, Einführung eines Qualitätssicherungssystems, Unterstützung der Musikschulen beim digital gestützten Unterricht, die Entwicklung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen, der Aus- und Aufbau von Kooperationen zwischen Musikschulen und Bildungs‑, Jugend- und Kultureinrichtungen und schließlich die Unterstützung der zuständigen Senatsverwaltung bei der Weiterentwicklung des Musikschulwesens in Berlin. Bewerbungsschluss ist der 4. September 2022.
Bundesmusikverband-Kampagne „Die 3 PLUS – Positive Aspekte des Amateurmusizierens“
Der Bundesmusikverband Chor und Orchester startet die Kampagne „Die 3 PLUS“ des Amateurmusizierens. Die Kampagne ist eine Reaktion auf die weitreichenden Folgen der Pandemie im Bereich der musikalischen Breitenkultur. Die Mitgliedsverbände des Bundesmusikverbands wollen auf Initiative des Kompetenznetzwerks NEUSTART AMATEURMUSIK die positiven Aspekte des Musizierens zurück ins Bewusstsein rufen.
Grundlage dafür ist die bereits am 18. Juli veröffentlichte Publikation „Positive Aspekte des Musizierens“ von Wissenschaftler:innen und Expert:innen des Kompetenznetzwerks NEUSTART AMATEURMUSIK. Die Arbeit zeigt: Gemeinsames Musizieren und Musikhören hat vielfältige positive Auswirkungen auf das gesundheitliche und soziale Wohlergehen einer Gesellschaft. Zusammengefasst werden diese in drei essenziellen Bereichen menschlichen Zusammenlebens – Gesundheit, Bildung und Gemeinschaft:
Musik tut gut. Musik kann Entspannung und Ausgleich für Körper und Geist sein, weckt Erinnerungen und Gefühle und kann wie ein Medikament wirksam werden.
Musizieren bildet. Musizieren fordert das Gehirn in jedem Alter heraus und kann helfen, schneller und besser zu lernen.
Gemeinsames Musizieren verbindet. Gemeinsames Musizieren ist eine komplexe gemeinschaftliche Koordinationsleistung, fördert Gemeinschaft, Empathie und Zusammenhalt und unterstützt bei der Bewältigung von Herausforderungen.
Dazu BMCO-Präsident Benjamin Strasser MdB: „Gemeinsames Musizieren bringt Menschen zusammen, ermöglicht Verständigung, ist gesundheitsfördernd und ein wesentlicher Zugang zu Bildung. Die Bedingungen für gemeinsames Musizieren zu fördern, ist besonders nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie eine wichtige Aufgabe.“ Prof. Dr. Stefan Koelsch, Neurowissenschaftler, ergänzt: „Eine Politik, welche die musikalische Bildung in der Fläche fördert, kann so auf lange Sicht die Lebensqualität einer Gesellschaft verbessern.“
Alle Musikensembles sind ausdrücklich aufgerufen, sich an der Kampagne zu beteiligen. Dazu werden über eine digitale Plattform Texte, Impulse und Grafiken bereitgestellt, die positiv für das Image des Amateurmusizierens werben, für den eigenen Verein angepasst und zur Mitgliedergewinnung genutzt werden können.
Ziel der Kampagne „Die 3 PLUS“ ist, den Vereinen und Verbänden Argumentationsgrundlagen für ihre Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit gegenüber Politik, Musikschulen und Schulen an die Hand zu geben.
Alle Informationen zur Kampagne und zu den Materialien finden Sie auf www.amudreiplus.de
Für Rückfragen:
„Deutschland singt und klingt“ am 3. Oktober: Bundesweite Initiative
Auch 2022 findet zum Tag der Deutschen Einheit wieder die Musikaktion „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ statt. Chöre und Instrumentalensembles in mehr als 300 Städten und Gemeinden sind zur Beteiligung an diesem offenen Musizieren aufgerufen. Zur gleichen Zeit sollen am 3. Oktober 2022 um 19 Uhr zehn allgemein bekannte Lieder erklingen, darunter „Freiheit“, „Der Mond ist aufgegangen“ oder „We Shall Overcome“. So sollen an diesem Tag viele tausende Menschen aus der gesamten Gesellschaft unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und körperlicher Konstitution musizieren und feiern. Die Freude am gemeinsamen Singen soll die unterschiedlichen Kulturen in unserem Land miteinander verbinden. Nach Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Schäuble wird der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow in seiner Funktion als Präsident des Bundesrates 2022 die Schirmherrschaft übernehmen. In Erfurt findet dieses Jahr das zentrale Bürgerfest der Bundesregierung am 3. Oktober 2022 statt, bei dem auf vielen Plätzen in der Stadt gemeinsam mit der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ die Feier ihren Höhepunkt finden wird.
Ein Preis für die Zukunft der Musikforschung: der NFDI4Culture-Award
Der NFDI4Culture Music Award wird von der musikwissenschaftlichen Community in NFDI4Culture vergeben und soll musikbezogene oder musikwissenschaftliche Projekte und Unternehmungen auszeichnen, die in besonderer Weise zu den Zielen in den Aufgabenbereichen des Konsortiums beitragen. Das können solche Projekte zum Beispiel durch (Weiter-)Entwicklung von Standards für Datenformate, durch (Weiter-)Entwicklung von Forschungssoftware, durch Beiträge zur nachhaltigen Archivierung und Verfügbarmachung von Forschungsdaten, durch Strategien im Umgang mit Persönlichkeits- und Urheberrechtsfragen, durch Entwicklung von Ideen zur Vermittlung musikbezogener bzw. musikwissenschaftlicher Forschungsdaten oder durch Schaffung von Möglichkeiten und Formaten zur institutionsübergreifenden Zusammenarbeit.
Der Award wird in zwei Kategorien vergeben: Als Qualifikations-Award für in den Jahren 2021/22 abgeschlossene Qualifikationsarbeiten (M.A., Promotion und vergleichbare) aus allen musikbezogenen Fachgebieten, deren Ergebnisse im Weiteren zu den Aufgabenbereichen von NFDI4Culture beitragen; oder als Projekt-Award für Projekte von Kulturschaffenden und Wissenschaftler:innen aus allen musikbezogenen Fachgebieten, deren Ergebnisse im Weiteren zu den Aufgabenbereichen von NFDI4Culture beitragen. Eingereicht werden können Qualifikationsarbeiten oder Projekte bis zum 30. September 2022.
NFDI4Culture ist das Konsortium in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), das sich mit Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern befasst.
Landesmusikratspräsidentin Hella Dunger-Löper, Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, Markus Wenz und Georgia Haubrok vor dem Konzert.
Gespanntes Warten: Der vollbesetzte Festsaal im Roten Rathaus
Harfenduo Annika Watzel und Emilia Carnarius
Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey begrüßt Musiker:innen und Publikum
Amelie Sturm, Bratsche
Amelie und Dana Sturm, Markus Wenz
Jiayu-Annika Li, Akkordeon
Magdalena Pflüger, Klavier, und Jakob Krippahl, Klarinette
Sängerin Rosa Veskimäe im Gespräch mit Markus Wenz
Das Publikum folgt dem Interview (Franziska Giffey, Hella Dunger-Löper, Finanzsenator Daniel Wesener)
Sängerin Rosa Veskimäe
Anspielprobe: Kontrabassistin Aletta von Butler
Annika Watzel und Emilia Carnarius im Pausengespräch mit Franziska Giffey
Aletta von Butler, Kontrabass
Simon Hunger spielt seine Komposition „Wooden Cubes“
Franziska Giffey, Hella Dunger-Löper, Daniel Wesener
Klaviertrio Emil Naudé (Violine), Julius von Wrochem (Cello) und Luciano Asmus Hausmann Hervida (Klavier)
Klaviertrio Emil Naudé (Violine), Julius von Wrochem (Cello) und Luciano Asmus Hausmann Hervida (Klavier)
Gitarrenduo Fritz Geschner und Julius Krippahl
Cellist Lennard Noah Voigt
Die jungen Musiker:innen freuen sich über den Schlussapplaus
Fotos: Tommi Aittala
Jugend musiziert: Berlin feiert Bundespreisträger:innen
Bis zum letzten Platz gefüllt war der Festsaal im Roten Rathaus am Sonnabendnachmittag. Das Publikum bejubelte 21 jungen Musiker:innen, die sich beim 59. Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Oldenburg 1. Preise erspielt hatten. Die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren trugen Lieblingsstücke aus ihren Wettbewerbsprogrammen vor. Dabei reichte die stilistische Bandbreite von Frühbarock bis Pop. Eingangs hatte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey die jungen Musiker:innen im Roten Rathaus begrüßt und sie zu ihren Leistungen beglückwünscht.
Für SWR2 besuchte Oliver Kranz das Konzert im Roten Rathaus und sprach mit den jungen Musiker:innen und Markus Wenz, dem Vorsitzenden des Landesausschusses Jugend musiziert Berlin. Der Beitrag wuirde am 30. August 2022 in der Sendung „Treffpunkt Klassik“ gesendet. Hier können Sie ihn nachhören.
Der Wettbewerb Jugend musiziert findet jedes Jahr statt. Die jugendlichen Teilnehmer:innen können sich dabei über Regional- und Landeswettbewerbe bis zum Bundeswettbewerb qualifizieren. 110 Berliner Jugendlichen gelang das im Wettbewerb 2022, 36 von ihnen wurden auf Bundesebene mit 1. Preisen ausgezeichnet. 2023 wird der Wettbewerb zum 60. Mal stattfinden.
dream sequence: Das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin in der Villa Elisabeth
Der Saal in der Villa Elisabeth, akustisch und architektonisch ein Schmuckstück, ist dem Landesjugendensemble Neue Musik mittlerweile vertraut. Am 12. Juli, kurz nach Beginn der Berliner Sommerferien, stellte es dort unter der Leitung von Christoph Breidler sein Sommerprogramm vor. Mit dem namengebenden Stück „Dream Sequence (Images II)“ ehrte das Ensemble den im Februar verstorbenen großen US-amerikanischen Komponisten George Crumb. Neben den Stücken von Alexej Sioumak, Stefan Streich und Milica Djordjevic standen auch zwei Uraufführungen auf dem Programm, die beide im Rahmen des Wettbewerbs Jugend musiziert Berlin 2022 entstanden: „Monday“ von Nikolai Chalkidis (*2005) und „Conversation in the Morning“ von Leonard Brandt (*2010), in dem auf originelle Weise auch das Instrument des Jahres 2022 zum Einsatz kam, das Drumset. Das Publikum im fast voll besetzten Saal feierte das Ensemble samt Leiter Christoph Breidler mit langem Applaus.
Listening to Climate Change – ein Werkstattkonzert des Landesjugendorchesters
Mit dem Projekt „Listening to Climate Change“ adressiert das LJO im Jahr 2022 die Problematik des Klimawandels. In Zusammenarbeit mit dem Soundkollektiv kling klang klong schärfen die Jugendlichen musikalisch das Bewusstsein für eine ökologischere Zukunft. Während des Werkstattkonzerts am 24. Juli auf der Astrid-Lindgren-Bühne im FEZ kamen neben einem klassischen Programm auch zwei Stücke zur Aufführung, die auf der Basis der zugrundeliegenden Harmonien und Motive von Rebels „Cahos“ und Haydns „Vorstellung des Chaos“ sowie Wetterdaten ihrer Entstehungszeit verändert wurden. Dafür wurden relevante Daten wie die CO2-Belastung der Luft, Temperatur, Meeresspiegel oder Niederschlag gesammelt und in das musikalische Grundgerüst integriert, um die Entwicklung über die Zeit und damit auch den Klimawandel auditiv und emotional erfahrbar zu machen. Das Publikum in der Astrid-Lindgren-Bühne lauschte gebannt den Klängen, die das Orchester gemeinsam mit kling klang klong entwickelt hatte und nun unter der Leitung von Lancelot Fuhry vorstellte.
Das Werkstatkonzert ist eine Station auf dem Weg zum Gesamtprogramm, das das Landesjugendorchester am 1. November im Konzerthaus präsentieren wird (siehe LMR-News).
Mitglieder-News
Chorverband Berlin: Start für die Chorarbeit im neuen Schuljahr
Mehr über die eigene Öffentlichkeitsarbeit im Chor erfahren, Einblicke in den Landesjugendchor Berlin erhalten, sich beim Beatboxing ausprobieren oder an mehr Bühnenpräsenz ausprobieren – das alles geht beim Schul- und Jugendchortag des Chorverbands Berlin am 4. September.
Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren sind an diesem Tag in Centre Français de Berlin (Müllerstr. 74, 13349 Berlin) herzlich eingeladen, sich anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Eröffnung um 9:30 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Ein Mittagessen gibt es vor Ort.
Initiative Neue Musik: September ist der Monat der zeitgenössischen Musik
In der sechsten Ausgabe des Monats der zeitgenössischen Musik (1.–30. September 2022) zeigen Berliner Musiker:innen, Komponist:innen und Ensembles wieder unterschiedlichste künstlerische Positionen in Konzerten, Performances und Klanginstallationen sowohl in den großen Konzerthäusern als auch auf den Bühnen der Freien Szene.
Den Monat der zeitgenössischen Musik als Festival zu bezeichnen, ist eigentlich pures Understatement. Mit seinen rund 150 Veranstaltungen an 65 Bühnen in nur vier Wochen ist der Monat der zeitgenössischen Musik nicht nur pure Überforderung, sondern auch verlässlicher Gradmesser aktueller Tendenzen der zeitgenössischen Musik.
Verband Alte Musik Berlin: Workshops für Musiker:innen
Die Vereinigung Alte Musik Berlin e. V. startet in die zweite Runde ihres Workshop-Reihe unter dem Titel „EMPOWERMENT – Workshops und Seminare für die Alte Musik“. Das Programm dient der Vernetzung und Sichtbarkeit der Alte-Musik-Szene in Berlin. Mit Qualifizierungsangeboten zu Themen wie sozialer Absicherung, Steuerfragen und Verträgen sowie Förderung, Management und Akquise unterstützt und stärkt das Projekt gezielt professionelle Interpret:innen. Die kommenden Workshops behandeln u. a. die Themen Akquise/Veranstalterkommunikation, Vermarktung/Social Media und „Businessplan“. Außerdem ist in Kooperation mit anderen Verbänden eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Arbeitslosenversicherung für Freiberufler:innen? – Perspektiven und Hindernisse“ geplant. Die Workshops finden online statt, Gäste aus anderen Genres und alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Das Projekt „Empowerment – Workshops und Seminare für die Alte Musik“ wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms „Stärkung des Innovationspotentials in der Kultur II (INP-II)“ und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
Musikbuch-Empfehlung
Crüger 1622: Ein Berliner Kantor schreibt Musikgeschichte
Johann Crüger (1598–1662), dessen Kirchenlieder bis heute weltweit gesungen werden, trat vor 400 Jahren das Kantorenamt in der Berliner Nicolaikirche an, das er 40 Jahre lang bis zu seinem Tod ausübte. Zum Jubiläum dieses Dienstbeginns hat der in Beeskow und Berlin ansässige ortus musikverlag zusammen mit dem Stadtmuseum Berlin einen reich illustrierten Aufsatzband veröffentlicht, der viele neue Erkenntnisse zu Crügers Werk und seinem vielseitigen Berufsleben präsentiert.
Die Autorinnen und Autoren der Beiträge beleuchten im Zusammenhang mit Crügers Wirken zahlreiche Facetten zur Berliner Geschichte des 17. Jahrhunderts aus musikwissenschaftlicher, historischer oder theologischer Perspektive.
Sehr anschaulich schildert beispielsweise Ingeborg Allihn die konfessionellen Spannungen zwischen dem Hof – 1613 war der brandenburgische Kurfürst Johann Sigismund zum Calvinismus übergetreten – und den lutherisch geprägten Stadtkirchen. Der 30-jährige Krieg verstärkte diese Konflikte und traf Berlin so schwer, dass sich die Einwohnerzahl halbierte. Sehr anspruchsvoll klingt das Aufgabenprofil des damaligen Kantors, der gleichzeitig als Lehrkraft am „Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster“ gefordert war.
Susanne Knackmuß, Archivarin des von der Streitschen Stiftung betreuten historischen Bestandes aus dem Gymnasium zum Grauen Kloster, weiß fundiert vom damaligen Schulalltag zu berichten. Die Kantoren hatten zwar als dem Probst und dem Rektor untergeordnete „Diener zweier Herren“ vieles zu vereinbaren, wussten aber von dieser Doppelrolle durchaus zu profitieren. Und nicht selten wurden sie verwarnt, weil sie nach Musikdarbietungen bei weltlichen Festlichkeiten zusammen mit ihren Chorknaben als „esslustig und trunkfreudig“ auffielen. Über Crüger finden sich dagegen viele anerkennende Berichte in den Chroniken.
Konrad Klek verfolgt Aspekte von Crügers Wirkungsgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. So wurden Crügers Melodien von Bach, Mendelssohn, Liszt oder Brahms zitiert und finden sich im Film „Schlafes Bruder“.
Nicht nur in den lesenswerten Geleitworten von Kultursenator Klaus Lederer und Christian Stäblein, dem Bischof der evangelischen Landeskirche, wird die langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit Crügers mit dem ab 1657 als Pfarrer an der Nicolaikirche amtierenden Paul Gerhardt betont. Berühmte Melodien von Crüger nach Texten von Paul Gerhardt sind u. a. „Fröhlich soll mein Herze springen“ oder „Ich singe dir mit Herz und Mund“. Mit Texten anderer Dichter unterlegt sind z. B. „Jesu, meine Freude“ und „Nun danket alle Gott“.
Crüger 1622: Ein Berliner Kantor schreibt Musikgeschichte Herausgegeben von Albrecht Henkys, Hans-Otto Korth und Wolfgang Miersemann. Beeskow: ortus musikverlag, 2022. 260 Seiten. ISBN 978-3-937788-73-9. 34,50 Euro
Eine Empfehlung von Susanne Hein, Leiterin der Musikbibliothek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
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Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich.
Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen.
Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können.
Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen.
Iván Fischer
ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.
Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.
Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.
Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles.
Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.
Noten
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