Der Berliner Chortreff fand 2009 am 3. und 4. Oktober statt.
Die Ergebnisse des Berliner Chortreffs 2013
Impressionen vom Chortreff finden Sie in der Bildergalerie.
Der Berliner Chortreff fand 2009 am 3. und 4. Oktober statt.
Die Ergebnisse des Berliner Chortreffs 2013
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Der Berliner Chortreff fand 2013 am 1. und 2. Juni in der Villa Elisabeth und in der Sophienkirche statt.
Die Ergebnisse des Berliner Chortreffs 2013
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Sonntag, 25.05.2014 / Montag, 26.05.2014
A.2 Gemischte Chöre, ab 32 Mitwirkende (Weimarhalle, großer Saal)
Chor des Jungen Ensembles Berlin, Ltg. Frank Markowitsch
21,6 Punkte, Prädikat: mit sehr gutem Erfolg teilgenommen
F.1 Kinderchöre gleiche Stimmen (bis 16 Jahre) (Weimarhalle, Seminargebäude)
Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden, Ltg. Vinzenz Weissenburger
24,2 Punkte, Prädikat: mit hervorragendem Erfolg teilgenommen, 1. Platz
G.2 Populäre Chormusik – mit Trio (Nationaltheater)
Gospelchor inspired!, Ltg. Rebecca Tjimbawe
16,6 Punkte, Prädikat: mit gutem Erfolg teilgenommen
H.2 Vokalensembles – Populäre Musik (Kulturzentrum Mon Ami)
Delta Q, 22 Punkte, Prädikat mit sehr gutem Erfolg teilgenommen, 2. Platz
Der Chor des Jungen Ensemble, Delta Q und der Kinderchor der Staatsoper waren eingeladen, beim Abschlusskonzert des ersten Programmteiles am Mittwoch, 27. Mai, zu singen.
WertungsergebnisseDonnerstag, 29.05.2014 / Freitag, 30.05.2014
A.1 Gemischte Chöre, 16 bis 36 Mitw. (Weimarhalle, großer Saal)
Ensemberlino vocale, Ltg. Matthias Stoffels
21,4 Punkte, Prädikat: mit sehr gutem Erfolg teilgenommen
G.1 Populäre Chormusik (Kulturzentrum Mon Ami)
JazzVocals, Ltg. Susanne Faatz
22,4 Punkte, Prädikat: mit sehr gutem Erfolg teilgenommen, 3. Platz
D.2 Mädchenchöre (Weimarhalle, Seminargebäude)
Berliner Mädchenchor, Ltg. Sabine Wüsthoff
22,4 Punkte, Prädikat: mit sehr gutem Erfolg teilgenommen, 2. Platz
Der Berliner Mädchenchor hat beim Abschlusskonzert des zweiten Programmteiles am Samstag, 31. Mai einen Auftritt gehabt.
WertungsergebnisseDer Deutsche Chorwettbewerb findet alle vier Jahre statt. Die Berliner Preisträger wurden im Berliner Landeswettbewerb ein Jahr zuvor am 1./2. Juni 2013 im Rahmen des Berliner Chortreffs ermittelt. Von jeder Kategorie wurde ein Chor zum 9. DCW weitergeleitet.
Berliner Chöre waren bei sieben Wertungskategorien von insgesamt 14 Kategorien mit jeweils einem Chor vertreten. Vier von diesen sieben erreichten eine Platzierung unter den ersten drei.
Allen einen herzlichen Dank für die würdige Vertretung des Bundeslandes Berlin beim 9. Deutschen Chorwettbewerb!
Im Herbst 2016 stand erstmalig ein australisch-deutsches Programm im Mittelpunkt der Arbeitsphase. Am 14. November spielte das Landesjugendensemble Neue Musik ein Konzert in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin im Rahmen des Festivals "Klangwerkstatt", die 2016 unter dem Motto "Doppelungen" stand. Das Landesjugendensemble stellte ein Programm vor, das zu gleichen Teilen aus australischen und deutschen Beiträgen bestand – und natürlich waren auch im Herbstprogramm wieder Uraufführungen dabei, u.a auch ein Auftragswerk des Landesmusikrats Berlin von Helmut Zapf:
aus Australien:
Thomas Reiner (*1959): Sweet Spots (2006)
Ralph Whiteoak: Two Staring Eyes Out Of The Fog (2015/16, Uraufführung der Neufassung)
Jaslyn Robertson: Woven Tracks (2016, Uraufführung)
aus Deutschland:
Helmut Zapf (*1956): windwärts (2016, Uraufführung)
Friedrich Goldmann (1941-2009): Drei Ensembleszenen (2002)
Fabian Zeidler (*1991): Mind The Gaps (2014/15)
Es spielten außerdem die Sonderpreisträger von Jugend musiziert Emilie Roy und Oliver Uszynski Werke von Katia Tchemberdji und Oliver Uszynski.
Das Konzert war eine Kooperation zwischen der Deutschen Oper Berlin, der Klangwerkstatt und dem Landesmusikrat Berlin sowie der Monash University in Melbourne. Thomas Reiner ist dort Associate Professor und Coordinator of Music Composition, Jaslyn Robertson und Ralph Whiteoak sind Kompositionsstudenten der University.
Probentermine:
18. September (nachmittags)
30. September (nachmittags/abends)
1., 2. und 3. Oktober
11. (nachmittags/abends), 12. und 13. November
Die Proben fanden in Berlin-Mitte und Berlin-Neukölln statt.
Die 7. Arbeitsphase des Landesjugendensembles Neue Musik Berlin fand im Zeitraum 30. Januar – 5. März 2016 statt. Im Konzert am 5. März im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses wurden die Ergebnisse präsentiert. Das Ensemble bot wieder fortgeschrittenen Schüler_innen und Musiktudent_innen die einmalige (kostenlose) Gelegenheit, die Stücke nicht nur mit den Dirigenten, sondern auch mit den Komponisten selbst auf den Proben zu erarbeiten. Helmut Lachenmann war anwesend, Stefan Streich und Elena Mendoza ebenso!
Zum 80. Geburtstag des großen deutschen Komponisten im letzten Jahr hatten wir ein nachträgliches Geburtstagskonzert mit Musik von Helmut Lachenmann und der in Berlin lebenden Komponisten Elena Mendoza und Stefan Streich zusammengestellt.
Die Berliner Morgenpost berichtete in ihrer Ausgabe vom 8. März 2016 über das Konzert: Artikel "Ein Komponist führt die Werkzeuge fürs Schrille vor" von Matthias Nöther.
Musikalische Leitung: Jobst Liebrecht, Gerhard Scherer
Solisten:
Jonas Kämper (Bassflöte)
Lina Däunert (Viola)
Hugo Rannou (Violoncello)
Programm:
Helmut Lachenmann (*1935): Notturno (Musik für Julia) für kleines Orchester mit Violoncello-Solo (1966-68)
Violoncello Solo: Hugo Rannou
Das Stück wird zunächst kommentiert und unterbrochen vom Komponisten aufgeführt, um die Ohren der Zuhörenden zu öffnen und dann von Anfang bis Ende an einem Stück gespielt.
Elena Mendoza (*1973): Dort, doch auch, nicht, vielleicht für 13 sprechende Instrumentalisten in fünf Gruppen, unter Verwendung eines Gedichtes von Hans Magnus Enzensberger (2002/03)
Stefan Streich (*1961): Ritorno Grosso für Bassflöte, Viola und Kammerochester (2007/2012/2015, UA der Neufassung, einer Auftragsarbeit des Landesmusikrats Berlin)
Bassflöte Solo: Jonas Kämper
Viola Solo: Lina Däunert
Ensemble: Elias Adelson, David Albrecht, Henrike von Baeyer, Maya Chami, Marlene Compton, Julius Deckelmann, Peer Donath, Jakob Douvier, Moritz Düwel, Heinrich Eißmann, Fanny Goldmann, Benjamin Hellmundt, Milena Hoge, Marika Ikeya, Svenja Kaepernick, Leopold Kern, Raphael Kopp, Sebastian Lange, Frederick Majewski, Jona Mehlitz, Reiko Mori, Malin Sieberns, Daniel Stadtfeldt, Luca Staffiere, Charlotte Templin, Anton Thelemann, Dan Thiele, Lucas Tiefenthaler, Viet Anh Tran, Rebekka Wagner, Reto Weiche, Oliver Uszynski, Maxim Zhdanov; Adam Goodman
Musikalische Leitung: Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht
Solist: Juri de Marco (Panoramahorn)
Programm:
Matthias Kaul (*1949): Konzert für Panoramahorn und Ensemble (UA, 2015)
Georg Katzer (*1935): La scuola dell’ascolto 2 (2014)
Jobst Liebrecht (*1965): An ordinary lesson (2015)
Fabian Zeidler (*1991): Mind the Gaps (UA, 2014/15)
Ensemble: Elias Adelson, Katharina Althammer, Peer Donath, Pia Duderstadt, Heinrich Eißmann, Vitus Guretzki, Benjamin Hellmundt, Sören Klages, Raphael Kopp, Sebastian Lange, Leonie Lechle, Christoph Lindner, David Osten, Max Raum, Malin Sieberns, Luca Staffiere, Charlotte Templin, Anton Thelemann, Viet Anh Tran, Oliver Uszynski, Katarina Vowinkel, Reto Weiche, Maxim Zhdanov
Matthias Kaul zu Konzert für Panoramahorn und Ensemble
Die Idee, ein Blasinstrument mit mehreren Schalltrichtern zu versehen, ist nicht neu. Vielleicht ist nicht einmal der Name „Panoramahorn“ neu. Es ist auch nicht neu, „unpassende“ Mundstücke für ein Instrument zu benutzen. Die Idee, ein Stück für Horn und andere Instrumente zu schreiben, ist auch nicht von mir und neu ist so ein solches Vorhaben schon gar nicht. Also, es handelt sich bei diesem Stück um lauter durchaus gebräuchliche Materialien, die allerdings in den heißesten Tagen dieses Jahres auf einander losgelassen wurden. Ich denke, das kann man hören. (Matthias Kaul, 2015)
Fabian Zeidler zu Mind the Gaps
Nicht zuletzt inspiriert durch die Fahrt mit der Londoner Tube, galt mein Interesse in dem Stück der Auseinandersetzung mit verschiedenen musikalischen Interpretationen der Bedeutungen des Wortes Lücke in Zusammenhang mit Kontrast und Konvergenz auf akustischer und optischer Ebene – Mind the Gaps! (Fabian Zeidler 2015)
Jobst Liebrecht zu An ordinary lesson – Hommage à Paul Hindemith
INTRADA – CHORUS – SINFONIA/CONCERTINO – THE TEACHER´S DANCE – THE FAREWELL
In dem Stück “An ordinary lesson” für Kammerensemble beziehe ich mich auf humoristische Weise auf die elementare Musiklehre des großen Komponisten-Pädagogen Paul Hindemith (1895-1963). Eine gewöhnliche (oder auch ungewöhnliche?) Schulstunde findet statt – vor dem inneren Auge/Ohr und auf der Bühne! (Jobst Liebrecht 2015)
Georg Katzer zu La scuola dell’ascolto 2 aus „Le scuole dell`ascolto 1 – 3“
In den Jahren 2014/2015 habe ich mehrere Stücke für junge Musiker komponiert, denen ich zusammenfassend diesen Titel gab. Das Ziel der Arbeiten war, junge Musiker an Neue Musik heranzuführen, sie vor durchaus anspruchsvolle Aufgaben zu stellen, ohne sie durch übernotierte Partituren zu verschrecken. Angedacht war vor allem in den Ensemblestücken das spieltechnische Niveau von Studienbewerbern. Spieltechnisch wird von ihnen schon einiges verlangt; ich konnte aber feststellen, dass durch die geduldige Arbeit von Dirigenten wie Gerhard Scherer, Jobst Liebrecht oder Jurij Lebedev die Werke erfolgreich aufgeführt werden konnten, zum berechtigten Stolz der jungen Musiker. Kompositorisch hatte ich mir bei allen Stücken die Aufgabe gestellt, mit einem begrenzten Tonvorrat auszukommen, was besonders in den größer angelegten Stücken wie dem Orchesterwerk deutlich ist. Es werden hauptsächlich nur vier Töne im Ambitus einer kleinen Terz verwendet und dazu noch ein Ton im Tritonusabstand. Randbemerkung: Diese obskur klingende Info ist für jene bestimmt, die mit (Bank-?) Noten umzugehen gewohnt sind, sie ist aber für das Musikverstehen nicht eigentlich wichtig. Ganz bewusst habe ich die Stücke mit die Spielfreude anfachendem rhythmischen Drive versehen und auf formale Extravaganzen verzichtet. Das Werk entstand im Auftrag der Musikschule Paul Hindemith Neukölln. (Georg Katzer 2015)
Musikalische Leitung: Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht
Solistinnen und Solisten: Juri de Marco (Panoramahorn), Niva Eshed-Frenkel (lyrischer Koloratursopran), Eva Friedrich (Sopran), Katharina Löwe (Sopran), Karina Repova (Mezzosopran)
Programm:
Matthias Kaul (*1949): Konzert für Panoramahorn und Ensemble (UA, 2015)
Steve Reich (*1936): Tehillim (1981)
Jonas Kämper (*1998): the conclusion came late (UA, 2015)
Georg Katzer (*1935): La scuola dell’ascolto 2 (2014)
Ensemble: Ebenen 1 – Eine Kontakt-Improvisation (UA)
Jobst Liebrecht (*1965): An ordinary lesson (2015)
Ensemble: Elias Adelson, Katharina Althammer, Antoine Boecker, Peer Donath, Pia Duderstadt, Heinrich Eißmann, Vitus Guretzki, Jonas Kämper, Sören Klages, Raphael Kopp, Sebastian Lange, Leonie Lechle, Christoph Lindner, Jonathan Maier, Lilli Matzker, Lisa Mellin, Reiko Mori, David Osten, Felix Rastemborski, Luise Rastemborski, Max Raum, Malin Sieberns, Luca Staffiere, Charlotte Templin, Paula Tennstedt, Anton Thelemann, Viet Anh Tran, Katarina Vowinkel, Rebekka Wagner, Reto Weiche, Maxim Zhdanov
sowie: Maha Abbushi, Havin Aslan, Feline Babajanyan, Ammar Celik, Amraa Davaa, Ariunaa Davaa, Yahuda Düerkop, Paul Hatscher, Valentin Karow, Yildirim Kemal, Mathilda von Klot-Heydenfeldt, Lukas Kobert, Ylva Lafrenz, Leon Michael Loredo, Anatol Majoros, Kian Martin, Sajed Mehanna, Nikolaj Meyer, Max Morgenbesser, Paul Morgenbesser, Armajan Öztürk, Clara Rastemborski, Ahmed Remmo, Kate Retzlaff, Uschtrin Rifka, Alina Rügert, Anton Rügert, Nisa Sahin, Tiama Sarkis, Isabel Sava, Joseph Scheller, Valentin Schütz, Malena Sieper, Elena Marie Sosa Pérez, Chanel Taki, Jorina Tharmann, Hugo Thierbach, Jasper Thorwest, Emma Weigelt, Thomas Yilin Zhang
Junge Musiker schon vor dem Hochschulstudium sowohl an die Werke der klassischen Moderne wie auch an die Werke der Gegenwart heranzuführen, war die wichtigste Motivation, die 2013 zur Gründung des Landesjugendensembles Neue Musik führte. Bereits zum dritten Mal kommt das Ensemble jetzt mit seinem Projekt in die Tischlerei der Deutschen Oper Berlin. Die beiden Initiatoren, die Komponisten und Performer Jobst Liebrecht und Gerhard Scherer, erarbeiten auch dieses Jahr mit den jugendlichen Instrumentalisten ein ungewöhnliches Programm mit zwei Uraufführungen und zwei Werken von lebenden Komponisten der älteren Generation.
Matthias Kaul, der für die Junge Deutsche Oper bereits ein Mobiles Musiktheater mit dem Titel KUCKUCK IM KOFFER geschrieben hat, schreibt im Auftrag des Ensembles ein neues kammermusikalisches Werk, in dem das Horn – Instrument des Jahres 2015 – eine große Rolle spielt. Von Jonas Kämper, Schüler des Gymnasiums Steglitz, kommt ein Werk zur Uraufführung, das bereits einen Preis gewonnen hat, "the conclusion camne late". Damit errang der junge Komponist den ersten Preis in der Kategorie der 16- bis 19-Jährigen beim luxemburgischen Wettbewerb "Artistes en Herbe".
Diesen Uraufführungen stehen zwei Kompositionen gegenüber, die von zwei knapp 80-jährigen Komponisten stammen, die gegensäztlicher nicht sein könnten: Steve Reich ist einer der profiliertesten amerikanischen Komponisten, denen das Label "minimalism" zugeschrieben wurde. Vom "free jazz" der 50er Jahre inspiriert kreierten diese Musiker einen neuen Klassikstil, der wesentlich auf Wiederholung und Variation kleinster musikalischer Motive basiert. Von Steve Reich wird TEHILLIM aufgeführt, ein vokalkammermusikalisches Werk, mit dem Reich 1981 mit Psalmtexten jüdische Überlieferung reflektierte. Stilistisch ganz anders verortet ist Georg Katzer, dessen Oper ANTIGONE ODER DIE STADT 1989 an der Komischen Oper Berlin uraufgeführt wurde. Er gehört zur musikalischen "Avantgarde", zu den Komponisten, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland wesentlich das bestimmten, was "Neue Musik" genannt wurde. "La scuola dell’ascolto" ("Die Schule des Hörens") spielt im Titel auf den Spätstil von Luigi Nono an, der sein letztes großes dramatisches Werk, PROMETEO, mit dem Untertitel "Tragedia dell’ascolto" ("Tragödie des Hörens" oder "Tragödie zum Hören") versah.
Matthias Kaul zu Konzert für Panoramahorn und Ensemble
Die Idee, ein Blasinstrument mit mehreren Schalltrichtern zu versehen, ist nicht neu. Vielleicht ist nicht einmal der Name „Panoramahorn“ neu. Es ist auch nicht neu, „unpassende“ Mundstücke für ein Instrument zu benutzen. Die Idee, ein Stück für Horn und andere Instrumente zu schreiben, ist auch nicht von mir und neu ist so ein solches Vorhaben schon gar nicht. Also, es handelt sich bei diesem Stück um lauter durchaus gebräuchliche Materialien, die allerdings in den heißesten Tagen dieses Jahres auf einander losgelassen wurden. Ich denke, das kann man hören. (Matthias Kaul, 2015)
Steve Reich zu Tehillim
TEHILLIM (ausgesprochen „Te-hill-lim“) ist das ursprüngliche hebräische Wort für „Psalme“. In der wörtlichen Übersetzung bedeutet es „Lob“ und stammt aus einer aus drei hebräischen Buchstaben bestehenden Wurzel, he, lamed, lamed (HLL), die ebenfalls die Wurzel des Wortes hallelujah ist.
(…)
Die Tamburine ohne Schellen sind vielleicht den kleinen Trommeln ähnlich, die in Psalm 150 und an mehreren anderen Bibelstellen (…) genannt werden. Händeklatschen wie auch Ratschen waren im ganzen Mittleren Osten während der biblischen Zeit gebräuchlich, ebenso wie kleine gestimmte Becken. Darüber hinaus gibt es in TEHILLIM keine musikhistorischen Inhalte. Keine jüdischen Themen wurden irgendwelchem melodischen Material zugrunde gelegt. Einer der Gründe, warum ich Psalme im Gegensatz zu Teilen der Torah oder der Propheten wählte, ist der Umstand, dass eine mündliche Überlieferung für das Singen von Psalmen unter den westlichen Juden verlorengegangen ist. (Die jemenitischen Juden haben sie bewahrt.) Das bedeutet, dass im Gegensatz zu der Singweise der Torah oder der Propheten, die seit 2500 Jahren in allen Synagogen der Welt mündlich überliefert wird, die Überlieferung für das Singen von Psalmen in den westlichen Synagogen verlorengegangen ist. Das heißt wiederum, dass ich frei war, Melodien zu komponieren, ohne eine lebendige, mündliche Überlieferung entweder nachzuahmen oder zu ignorieren.
Im Gegensatz zu den meisten meiner früheren Arbeiten ist TEHILLIM nicht in kurzen, sich wiederholenden Motiven komponiert. Obwohl eine ganze Melodie entweder als Gegenstand eines Kanons oder einer Variation wiederholt werden mag, ist diese Musk tatsächlich dem, was man in der gesamten Geschichte westlicher Musik findet, näher.
Während der vierteilige Kanon im ersten und letzten Satz manche Zuhörer vielleicht an meine frühen Tonbandstücke IT’S GONNA RAIN und COME OUT erinnern wird, die aus kurzen gesprochenen Phrasen, welche immer wieder in engem Kanon wiederholt werden, bestehen, macht TEHILLIM auf die meisten Zuhörer wahrscheinlich einen anderen Eindruck als meine früheren Werke. Es gibt kein festes Metrum oder metrische pattern in TEHILLIM wie in meiner früheren Musik. Der Rhythmus der Musik leitet sich direkt vom Rhythmus des hebräischen Textes ab und findet daher in flexiblen, ständig wechselnden Takten Eingang. Dies ist das erste Mal seit meiner Studienzeit, dass ich einen Text vertont habe, und das Resultat ist ein Stück, das auf Melodie im grundsätzlichen Sinne des Wirtes aufgebaut ist.
(Steve Reich, 1981)
Jobst Liebrecht zu An ordinary lesson – Hommage à Paul Hindemith
INTRADA – CHORUS – SINFONIA/CONCERTINO – THE TEACHER´S DANCE – THE FAREWELL
In dem Stück “An ordinary lesson” für Kammerensemble beziehe ich mich auf humoristische Weise auf die elementare Musiklehre des großen Komponisten-Pädagogen Paul Hindemith (1895-1963). Eine gewöhnliche (oder auch ungewöhnliche?) Schulstunde findet statt – vor dem inneren Auge/Ohr und auf der Bühne! (Jobst Liebrecht 2015)
Georg Katzer zu La scuola dell’ascolto 2 aus „Le scuole dell`ascolto 1 – 3“
In den Jahren 2014/2015 habe ich mehrere Stücke für junge Musiker komponiert, denen ich zusammenfassend diesen Titel gab. Das Ziel der Arbeiten war, junge Musiker an Neue Musik heranzuführen, sie vor durchaus anspruchsvolle Aufgaben zu stellen, ohne sie durch übernotierte Partituren zu verschrecken. Angedacht war vor allem in den Ensemblestücken das spieltechnische Niveau von Studienbewerbern. Spieltechnisch wird von ihnen schon einiges verlangt; ich konnte aber feststellen, dass durch die geduldige Arbeit von Dirigenten wie Gerhard Scherer, Jobst Liebrecht oder Jurij Lebedev die Werke erfolgreich aufgeführt werden konnten, zum berechtigten Stolz der jungen Musiker. Kompositorisch hatte ich mir bei allen Stücken die Aufgabe gestellt, mit einem begrenzten Tonvorrat auszukommen, was besonders in den größer angelegten Stücken wie dem Orchesterwerk deutlich ist. Es werden hauptsächlich nur vier Töne im Ambitus einer kleinen Terz verwendet und dazu noch ein Ton im Tritonusabstand. Randbemerkung: Diese obskur klingende Info ist für jene bestimmt, die mit (Bank-?) Noten umzugehen gewohnt sind, sie ist aber für das Musikverstehen nicht eigentlich wichtig. Ganz bewusst habe ich die Stücke mit die Spielfreude anfachendem rhythmischen Drive versehen und auf formale Extravaganzen verzichtet. Das Werk entstand im Auftrag der Musikschule Paul Hindemith Neukölln. (Georg Katzer 2015)
Gerhard Scherer zu Ebenen 1. Eine Kontakt-Improvisation
Ebenen werden begangen und zum Klingen gebracht. Es begegnen einander durch Nutzung einfacher Gegenstände erzeugte Grundsounds und differenzierte Instrumentalklänge, erzeugt von hochbegabten und geübten jungen InterpretInnen. Die Klänge werden an den verschiedensten Stellen im Raum erzeugt, hoch oben, an den Seiten, weit hinten, ganz vorne, nah und fern. Sphärisches Gleiten erklingt ebenso wie grundständiges Wummern. Alle Klänge sind direkt und ganz nah am Menschen und aus ihm herausströmend. Alle folgen einem Ablaufplan und einem die Verläufe beeinflussenden Dirigat. Vage und unvorhersehbar bleibt dennoch vieles. Es handelt sich um ein Experiment, auch für das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin und die mutigen Schüler der Moabiter Grundschule in der Paulstraße. (Gerhard Scherer 2015)
Jonas Kämper zu the conclusion came late
Das Stück ist im Wesentlichen vom Begriff der Kausalität inspiriert. Das Werk beschäftigt sich in seinen ineinandergreifenden Abschnitten mit musikalischen Gedanken, die einander ablösen, ineinander verschmelzen, sich wiederholen, sich verwandeln und so eine strukturelle musikalische Kausalkette bilden. Diese lässt in ihrer Entwicklung eine Vielzahl an unterschiedlichen instrumentenspezifischen Klangfarben entstehen und löst sich schließlich in der Konklusion auf. Der Titel erklärt sich also aus eben diesem oft schwerfälligen und zähen Prozess einer auf Zusammenhängen und Verbindungen basierenden musikalisch motivischen Entwicklung. (Jonas Kämper 2015)
Musikalische Leitung: Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht
Bennet von Knobloch-Droste, Sprecher
Programm:
Hanns Eisler (1898-1962): Suite für Orchester Nr. 3 op. 26 aus der Musik zum Film „Kuhle Wampe“ (1931)
Louis Andriessen (*1939): Workers Union, symphonic movement for any loud-sounding group of instruments/for variable ensemble (1975)
Aus dem Repertoire des Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters (1976-1981):
– Rolf Riehm/Peter Paul Zahl: Der Anwalt des Schreckens (1977)
– Heiner Goebbels/nach einem Interviewtext mit Michael Kühnen: Ohne dass ich sagen würde, ich bin der neue Führer (1980) | Bennet von Knobloch-Droste, Sprecher
Francesco Filidei (*1973): I funerali dell’anarchico Serantini, Version für sechs Spieler (2006)
Eine Veranstaltung der Akademie der Künste
Auf Einladung der Akademie der Künste spielt das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin am 8. Mai zum ersten Male ein Konzert im Studio am Hanseatenweg. Der revolutionäre Aufbruch in den 1960/70er Jahren, wie ihn die Ausstellung KUNST FÜR ALLE der Akademie der Künste thematisiert, erfasste auch die Musik jener Zeit. Es entstanden Gruppen und Konzepte, die Musik und Politik neu verknüpften. Ihr Aktionsfeld war die Straße, waren Demonstrationen, Protestveranstaltungen, Feste; ihr Terrain ein demokratisiertes Kunstverständnis, jenseits des bürgerlichen Konzertsaals, mit offenen Zugangsschleusen für Improvisation, Jazz, Arbeiterlieder, Folklore. „Musik für alle“ setzt einige der damaligen Entwicklungen wieder in Betrieb.
Musikalische Leitung: Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht
Solisten:
Sebastian Lange, Saxophon
Jara Elena Egen, Harfe
Annemarie Müskes, Gitarre
Andión Fernández, Mezzosopran
Matias de Oliveira Pinto, Violoncello
Moritz Beyer, Trompete
Jonas Kämper, Querflöte
Jonas Harksen, Piano
Programm:
Reinhard Lippert (*1951): URBA MEDI (2015) | Sebastian Lange, Saxophon; Jara Elena Egen, Harfe
Marek Pasieczny (*1980): Scintilla: After Arvo Pärt (2012) | Annemarie Müskes, Gitarre
Jeffrey Ching (*1965): Celestial-Infernal Grand Nuptial Rite für Mezzosopran, Violoncello und Begleitung ad libitum (2013/14 – Uraufführung) | Andión Fernández, Mezzosopran; Matias de Oliveira Pinto, Violoncello
Otto Ketting (*1935): Intrada (1958) | Moritz Beyer, Trompete
Jonas Kämper (*1998): Contrasts (2012) | Jonas Kämper, Querflöte
Moritz Eggert (*1965): Goldberg spielt für Klavier und Ensemble (2000) | Jonas Harksen, Piano
Ein Konzert in Kooperation mit dem Konzerthaus Berlin
Die Hochzeit von Himmel und Hölle, jene fantastisch mystische Dichtung von William Blake um 1800, inspirierte den in Berlin lebenden britisch-chinesischen Komponisten Jeffrey Ching (*1965) zu seinem „Celestial-Infernal Grand Nuptial Rite“. Dessen Uraufführung präsentiert das Landesjugendensemble Neue Musik am 2. Mai im Konzerthaus. In sieben ineinander übergehenden Sätzen, deren Titel William Blakes Dichtung entstammen, formt Ching musikalisch und dramaturgisch eine äußerst subtile und feingliedrige Szene. Die zwei professionellen SolistInnen und das Orchester gehen raffiniert eine enge klangliche Partnerschaft ein. „Die jugendlichen Orchestermitglieder improvisieren nach feinsten Vorgaben den gesamten Begleitpart in einer Art ritueller Grundhaltung, korrespondieren mit den Solostimmen und untereinander dabei stets.“, beschreibt einer der beiden künstlerischen Leiter des Ensembles, Gerhard Scherer, das neue Werk Chings. „Das Arbeiten mit dem vorgelegten Material und der geforderten konzentriert-ritualisierten Darstellungsweise sowie mit dem Background der verstörend-faszinierenden Denkungsart eines William Blake zusammen mit dem bedeutenden Komponisten Ching kann durchaus als eine herausragende Jugendarbeit angesehen werden. Grenzen werden rundum negiert und unnötig, Hierarchie stellt sich nicht ein.“
Auf dem Programm steht außerdem „Goldberg spielt“ (2000) von Moritz Eggert (*1965). Moritz Eggerts Werk ist natürlich eine Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bachs Goldberg Variationen von 1741. Geschrieben für den Grafen Keyerlinck, ließ dieser den Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg die Variationen zur Unterhaltung seiner schlaflosen Nächte spielen. Ensembleleiter Jobst Liebrecht über das Werk Eggerts: „Diesem „Heiligtum“ der Musik nähert sich der Komponist mit Liebe und Ehrerbietung, jedoch jederzeit frei und unkonventionell. Mit der gehörigen Chuzpe behauptet er seine eigene Tonsprache, die von der ersten Variation an sich auf das Material der Bach-Variationen sozusagen stürzt. Insbesondere auch die Trennung zwischen E und U hat Moritz Eggert nie akzeptiert, seine Musik unterhält jederzeit und ist ernst gleichermaßen.“
Erstmalig präsentiert das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin in diesem Jahr Preisträger des Landeswettbewerbs Jugend musiziert Berlin, die sich besonders durch die Beschäftigung mit Werken der Neuen Musik ausgezeichnet haben. Dabei finden sich Eigenkompositionen, Stücke aus der „klassischen“ Phase der Neuen Musik, interessante Bearbeitungen und ungewöhnliche Instrumentenkombinationen.
Musikalische Leitung: Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht
Solistinnen:
Karina Repova, Mezzosopran
Marika Ikeya, Violine
Programm:
Juliane Klein: weit – weiter (2005)
Sarah Nemtsov: communication – lost-found? (2006, Neufassung 2014)
Katia Tchemberdji: Ouverture für Kammerensemble (2014)
Myriam Marbe: Sym–phonia „Auf einmal musste ich singen“ (1996)
Isabel Mundry: Gefächerter Ort (2007/2009)
Mayako Kubo: Das Meer – für Kammerensemble und Mezzosopran (2014)
Weitere Konzerte dieser Arbeitsphase:
6. September 2014, St. Annen Kirche Zepernick
30. Oktober 2014, Grand Hotel Ahrenshoop
8. November 2014, Sophiensäle Berlin