Stolpersteine der Erinnerung

Presemitteilung
14. September 2026

Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen übernehmen das Berliner Leuchtturmprojekt „Musikalische Stolpersteine“. In Berlin wird das erfolgreiche Bildungsformat um Podcasts über NS-verfolgte Schriftsteller:innen erweitert. Das Projekt „Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.

Wie erinnern wir an die Shoa in einer Zeit, in der es kaum noch Überlebende und Zeitzeugen gib, und wie schaffen wir es, junge Menschen dafür zu interessieren? Aus dieser Fragestellung heraus initiierte der Landesmusikrat Berlin e.V. in Kooperation mit musica reanimata e.V., berlinHistory App und rbb radio3 im September 2024 das Podcast-Projekt „Musikalische Stolpersteine“: Dabei rekonstruieren Berliner Schüler:innen die Lebensgeschichten von Komponistinnen und Komponisten, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden und beschäftigen sich mit deren Werken. Mit journalistischer Unterstützung erstellen sie auf der Basis ihrer Recherchen Podcasts und erleben deren Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, auf rbb radio3. Gefördert wird das Berliner Projekt „Musikalische Stolpersteine“ von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schirmherr des Projekts ist der Regierende Bürgermeister Kai Wegner.
Mit Beginn dieses Schuljahres wird die Idee von vier weiteren Bundesländern adaptiert: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen machen mit. In Berlin kommt der Bereich Literatur hinzu. Das Projekt „Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.

Der Präsident des Landesmusikrats Berlin Thomas Krüger:
„Antisemitismus sieht Menschen nie als Einzelne, sondern immer nur als Teil eines pauschal verurteilten Kollektivs. Die ‚Musikalischen Stolpersteine‘ wirken genau dem entgegen: Junge Menschen erleben, wie NS-verfolgte Musikerinnen, Musiker und nun auch Autorinnen und Autoren aus der Anonymität zurückgeholt und als Menschen wieder sichtbar gemacht werden. Es ist gut, dass diese Idee jetzt auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein aufgenommen wird.“

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner:
„Es erfüllt mich mit Stolz, dass ein Berliner Projekt zu dieser wichtigen Thematik nun länderübergreifend Beachtung findet. Ich freue mich darüber, dass wir auf diese Weise einen Beitrag zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus leisten können.“

Die Kooperationspartner:
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (Zfl), Prof. Dr. Eva Geulen, Direktorin des ZfL:
„Mit der Erweiterung der erfolgreichen ‚Musikalischen Stolpersteine‘ auf die Beschäftigung mit Literatur und die Vergrößerung des geographischen Radius um Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein wächst die Reichweite des Projekts. Wir am ZfL freuen uns darauf, ihm mit der Literatur und den Lebensgeschichten verfolgter Autorinnen und Autoren eine zusätzliche erinnerungskulturelle Dimension zu verleihen. Durch die Vergegenwärtigung von Literatur und Musik der Opfer des Nationalsozialismus macht das Projekt ihre Stimmen auch für junge Menschen wieder hörbar.“

Alexandra Ehlers, Präsidentin des Landesmusikrats Schleswig-Holsteins
„Wir haben das Berliner Projekt von Beginn an mit wachen Augen verfolgt und sind tief beeindruckt von seiner Wirkung. Die Übertragung in unser Land aktiviert auch hier ein breites Netzwerk. Gemeinsam stellen wir die Musik ins Zentrum und eröffnen damit einen weiteren Zugang, die Erinnerung lebendig zu halten.“

Die Stiftung Erinnerung Verantwortung und Zukunft (EVZ) führt mit Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) seit 2021 ein wegweisendes Förderprogramm durch, um die politisch-moralische Verantwortung für das begangene nationalsozialistische Unrecht in zukunftsgerichtete Erinnerungs- und Bildungsformate zu übersetzen: die Bildungsagenda NS-Unrecht. In diesem Rahmen kann nun auch das Projekt „Stolpersteine der Erinnerung – Musik und Literatur gegen das Vergessen“ finanziert werden.

Im Berliner Projekt sind inzwischen fünfzehn Podcast-Folgen entstanden und in der ARD-Audiothek öffentlich zugänglich. Darunter Porträts über Kurt Weill, Fritz Kreisler, Viktor Ullmann und Ursula Mamlock. Das Projekt wurde mit dem Jugendmedienpreis „Das Rote Tuch“ ausgezeichnet und weit über Berlin hinaus beachtet. Die erste Stolpersteinkonferenz im November 2025 brachte Stimmen aus Politik, Wissenschaft und Kultur zusammen, eine zweite folgt am 28. September 2026 und öffnet den Blick auf europäische Perspektiven.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Konferenz:
https://www.landesmusikrat-berlin.de/jugendprojekte/musikalische-stolpersteine/

Ansprechpartnerin:
Christina Bylow
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Landesmusikrat Berlin e.V.
E-Mail:

Der Landesmusikrat Berlin e.V. setzt sich für die Institutionen und Verbände ein, die das Berliner Musikleben prägen. Er vertritt und koordiniert die musikpolitischen Interessen seiner Mitglieder und berät den Senat und die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. In eigenen Projekten wirkt der Landesmusikrat selbst in die Kulturlandschaft Berlin hinein. Dabei nimmt er besonders den musikalischen Nachwuchs in den Blick.
Website: https://www.landesmusikrat-berlin.de

Test Alt
Offene Probe

Auch nicht-mitwirkende Zuhörer:innen sind herzlich willkommen.

Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen. 

Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können. 

Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen. 

Iván Fischer

ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.

Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.  

Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.

Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles. 

Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.

Noten
Hier finden Sie alle Noten für die offene Probe. Bitte bringen Sie sich Ihre Noten selbstständig, ausgedruckt und vorbereitet mit.
 
4. Satz
Zeit und Ort

Samstag, 28. September

18.30 bis 20 Uhr

Landesmusikakademie Berlin
Foyer des FEZ-Berlin

Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin