Proben in Pankow
Die Berliner Amateurmusikszene braucht dringend Proberäume. Nun geht Pankow mit gutem Beispiel voran: In neun öffentlichen Schulen in Pankow können gemeinnützige Ensembles nach Schulschluss proben – unentgeltlich.
Berlin ist die Hauptstadt der Amateurmusik: 38 Prozent der Berliner:innen über 15 Jahre machen in ihrer Freizeit Musik. Etwa 420 000 Menschen singen in einem der knapp 3000 Chöre und Vokalensembles der Stadt oder musizieren in einem der etwa 3000 Instrumentalensembles. Das tut allen gut: Studien belegen, dass das gemeinsame Musikmachen die Gesundheit fördert, Einsamkeit vorbeugt und zum lebenslangen Lernen beiträgt. Allerdings gibt es eine essenzielle Voraussetzung: Räume. Und daran mangelt es.
Nun macht der Bezirk Pankow einen entscheidenden Schritt: Jörn Pasternack, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, sorgte mit seinem Engagement und im Gespräch mit den Schulen dafür, dass neun Pankower Schulen von Beginn dieses Schuljahres an Räume für Amateurmusik-Ensembles zur Verfügung stellen. Weitgehend kostenfrei. Lediglich eine Betriebskostenpauschale wird erhoben. Voraussetzung ist, dass es sich bei den Ensembles um gemeinnützige Vereine handelt. Jörn Pasternack: „Wichtig ist uns die Transparenz. Schulische Räume sollen nicht unter der Hand vergeben werden, sondern gleichermaßen für alle Interessenten zugänglich sein. Über die Raumdatenbank des Landesmusikrats sind die Räume für alle auffindbar und die Konditionen bekannt. Damit unterstützen wir gemeinnützige Vereine in ihrer ehrenamtlichen Arbeit.“
Auch in Berlin-Mitte zeichnet sich eine positive Entwicklung ab: Dank des Einsatzes von Benjamin Fritz, Bezirksstadtrat für Schule und Sport, konnten auch in diesem Bezirk vier Schulen überzeugt werden, Räume für Amateurensembles zu öffnen.
Hintergrund:
Die Raumkoordinationsstelle des Landesmusikrats Berlin möchte die Raumnutzung neu denken und innovative Konzepte erproben. Als Interessenvertretung für rund 630 000 Berliner:innen in Musikberufen, darunter Profis und Amateure, setzt sie sich seit dem Jahr 2020 für bezahlbare oder kostenfreie Proben- und Aufführungsräume ein. Und zwar indem sie Räume sucht und über die Raumdatenbank auf der Webseite des Landesmusikrats Berlin zugänglich macht. Von Anfang an standen Schulen im Fokus: Aulen, Turnhallen, Musikräume und Mensen. Räume, die außerhalb des Unterrichts und anderer Schulaktivitäten ungenutzt bleiben. Allein schon im Sinn der Nachhaltigkeit entspricht die Mehrfachnutzung einer zeitgemäßen urbanen Raumpolitik. Inzwischen konnte viel Potential in privaten und kommunalen Gebäuden gehoben werden: Bezirksverwaltungen, Verantwortliche aus der Politik, Kirchen, Bibliotheken, und private Immobilienunternehmen gehören zu den Kooperationspartnern.
Weitere Informationen:
https://www.landesmusikrat-berlin.de/service/raumkoordination/
Hier geht es zur Raumdatenbank:
https://www.landesmusikrat-berlin.de/service/raumkoordination/raumdatenbank/
Ansprechpartnerinnen:
Sonja Schaudt und Thomas Pitzmann
Projektleitung Raumkoordination
Christina Bylow
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Landesmusikrat Berlin
Der Landesmusikrat Berlin e.V. setzt sich für die Institutionen und Verbände ein, die das Berliner Musikleben prägen. Er vertritt und koordiniert die musikpolitischen Interessen seiner Mitglieder und berät den Senat und die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. In eigenen Projekten wirkt der Landesmusikrat selbst in die Kulturlandschaft Berlin hinein. Dabei nimmt er besonders den musikalischen Nachwuchs in den Blick.
Website: https://www.landesmusikrat-berlin.de