Eigenständige Kulturprogramme erhalten (03.06.2026)

Programminhalte von COSMO sollen künftig in rbb radio3 integriert werden. Was heißt das für die regionale Musik- und Kulturberichterstattung? Der Landesmusikrat Berlin nimmt Stellung zur geplanten Novellierung des rbb-Staatsvertrages.

Pressemitteilung | 03.06.2026 

Mit großer Sorge betrachten wir die im Entwurf vorgesehene Möglichkeit, das Programm der voraussichtlich zum 1. April 2027 abgeschalteten Welle COSMO in das Programm von rbbradio3 zu integrieren. Eine solche Vorgehensweise wird gravierende Auswirkungen auf die kulturelle Vielfalt, die Qualität der Kulturberichterstattung und die Präsenz des regionalen Musikschaffens in Berlin und Brandenburg haben.
Die bisherigen Programme repräsentieren zwei unterschiedliche, gleichwertige Schwerpunkte: radio3 mit seinem Fokus auf klassischer Musik, Jazz und kulturell vertiefender Berichterstattung, sowie COSMO mit seiner interkulturellen Ausrichtung und Förderung musikalischer und sprachlicher Vielfalt. Beide erfüllen zentrale Bestandteile des öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Kulturauftrags. Die Integration von Inhalten aus COSMO in radio3 läuft faktisch auf eine inhaltliche Kürzung hinaus – weniger Sendeplätze, weniger künstlerische Tiefe, weniger journalistische Arbeit im Kulturbereich. 

Erhalt regionaler Musik- und Kulturberichterstattung
Berlin und Brandenburg verfügen über eine unvergleichlich dichte Musiklandschaft – von klassischen Orchestern und Opernhäusern über Jazzclubs bis hin zu einer lebendigen freien Szene. Diese Breite erfordert journalistische Präsenz, redaktionelle Eigenleistung und ausreichend Sendezeit.
Kooperations- oder Mantelprogramme mit anderen ARD-Anstalten können diese Aufgabe nicht übernehmen, da sie zwangsläufig weniger regional verankert sind. Der Landesmusikrat unterstreicht deshalb den Stellenwert eigener redaktioneller Kulturformate, die über regionale Musiker:innen, Ensembles und Festivals berichten und damit auch zur Förderung des Musiklebens beitragen. 

Programmvielfalt und Qualität als öffentlich-rechtlicher Auftrag
Die überwältigende Mehrzahl der in einer jüngsten Umfrage durch den Landesmusikrat Berlin befragten Hörer:innen äußerte sich kritisch bis eindeutig ablehnend gegenüber der Kürzung kulturbezogener Sender und der zunehmenden Nutzung überregionaler Mantelprogramme. Die Wahrnehmung ist klar: Es droht ein Verlust an Vielfalt, Tiefe und Identifikation mit der Region.
Kulturelle Vielfalt, Bildung und künstlerische Qualität sind keine Kostentreiber, sondern der Kern des Rundfunkauftrags. Der rbb unterscheidet sich vom kommerziellen Rundfunk gerade durch seinen Bildungsauftrag und seine Verpflichtung, kulturelle Inhalte jenseits des Mainstreams zu fördern. Dies gilt es in der Novellierung zu sichern und notfalls ausdrücklich zu verankern. 

Forderung
Der Landesmusikrat Berlin appelliert an die verantwortlichen Landesregierungen und Parlamente,

  • die Eigenständigkeit kulturorientierter Hörfunkangebote zu erhalten,
  • die redaktionelle und künstlerische Unabhängigkeit der Kulturprogramme verbindlich festzuschreiben,
  • die regionale Musik- und Kulturberichterstattung als unverzichtbaren Bestandteil des rbb-Programms zu garantieren
  • und sicherzustellen, dass finanzielle Zwänge nicht zu einem Abbau kultureller Vielfalt führen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk trägt eine unverzichtbare Verantwortung für das kulturelle Leben in Berlin und Brandenburg. Er darf nicht zum Ort struktureller Sparpolitik werden, sondern muss Motor, Bühne und Dokumentationsort der lebendigen Musikkultur dieser Region bleiben.

Ansprechpartnerinnen:

Franziska Stoff
Generalsekretärin Landesmusikrat Berlin e.V.

Christina Bylow
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 (0)30-39 87 73 58

Der Landesmusikrat Berlin e.V. setzt sich für die Institutionen und Verbände des Berliner Musiklebens ein. Er vertritt und koordiniert die musikpolitischen Interessen seiner Mitglieder und berät den Senat und die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. In eigenen Projekten wirkt der Landesmusikrat selbst in die Kulturlandschaft Berlin hinein. Dabei nimmt er besonders den musikalischen Nachwuchs in den Blick.6

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Offene Probe

Auch nicht-mitwirkende Zuhörer:innen sind herzlich willkommen.

Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen. 

Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können. 

Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen. 

Iván Fischer

ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.

Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.  

Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.

Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles. 

Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.

Noten
Hier finden Sie alle Noten für die offene Probe. Bitte bringen Sie sich Ihre Noten selbstständig, ausgedruckt und vorbereitet mit.
 
4. Satz
Zeit und Ort

Samstag, 28. September

18.30 bis 20 Uhr

Landesmusikakademie Berlin
Foyer des FEZ-Berlin

Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin