Eröffnung „Instrument des Jahres: Akkordeon“ (22.01.2026)
„Instrument des Jahres 2026“ in Berlin gestartet.
Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson und der Landesmusikrat Berlin eröffneten das Jahr des Akkordeons im Musikinstrumenten-Museum im Staatlichen Institut für Musikforschung Berlin
Im Rahmen einer musikalischen Pressekonferenz im Musikinstrumenten-Museum im Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin wurde heute, am 22. Januar 2026, vor mehr als 100 Gästen das Jahr des Akkordeons eröffnet.
Zur Einstimmung zeigten Prof. Claudia Buder, Berliner Schirmherrin für das Akkordeon, und Gert Anklam, Sheng, in einer eindrucksvollen Improvisation, welche Klangwelten sich mit den beiden Harmonika-Instrumenten erzeugen lassen.
Um den Facettenreichtum des Akkordeons und seine Bedeutung für das Musikleben zu beleuchten, hatte der Landesmusikrat Berlin Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen geladen.
Sarah Wedl-Wilson machte dem Akkordeon – und Berlin – in ihrer Rede eine poetische Liebeserklärung: „Warum passt das Akkordeon so gut zu Berlin? Weil es – genau wie diese Stadt – von Luft, Druck und Bewegung lebt. Es kann rau und laut sein wie eine U-Bahn-Station und zugleich zart und melancholisch wie ein Sommerabend am Landwehrkanal.“ Zudem betonte sie die Vielfalt und Originalität der Akkordeon-Szene, die von hochengagierten Berliner Amateurmusiker:innen getragen und bereichert wird. „Heute finden wir in Berlin eine einzigartige Dichte an professionellen Akkordeonistinnen und Akkordeonisten, an (Amateur)-Ensembles und innovativen Lehrkräften. Das Instrument hat sich emanzipiert: Es ist Soloinstrument auf großen Bühnen ebenso wie selbstverständlicher Teil der Clubkultur. Es steht für Vielfalt, Offenheit und Experimentierfreude“, so Sarah Wedl-Wilson. Während der Pressekonferenz bekam sie ihren ersten Akkordeon-Unterricht von Claudia Buder.
Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats Berlin e.V., erläuterte die bundesweite Initiative „Instrument des Jahres“ und deren Ziel, jeweils ein Instrument für die breite Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich zu machen. „Musik eröffnet Menschen Möglichkeiten der Selbstwirksamkeit und des gemeinschaftlichen Erlebens. Musik machen ist ein unverzichtbarer Teil unserer Zivilgesellschaft. 38 Prozent der Berliner:innen machen in ihrer Freizeit Musik. Das Akkordeon als Instrument des Jahres steht 2026 beispielhaft für das lebendige Zusammenspiel von Ausbildung, künstlerischer Professionalität und engagierter Amateurmusik, das Menschen verbindet und unsere Gesellschaft stärkt“, sagte Hella Dunger-Löper. Anschließend gab sie einen Einblick in die Höhepunkte des Berliner Akkordeonjahres. Dazu gehört die literarisch-musikalische Reihe „Einmal um die Welt und zurück. Eine internationale Akkordeongeschichte in sechs Berliner Konzerten“ unter Mitwirkung renommierter Akkordeonist:innen und Autor:innen ebenso wie die ganzjährige Ausstellung „600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin“ in mehreren Berliner Einkaufspassagen. Hella Dunger-Löper dankte der Lotto-Stiftung, die diese beiden Projekte ermöglicht.
Unterstützt wird der Landesmusikrat Berlin während des Akkordeon-Jahres von zahlreichen Kooperationspartnern. Dazu gehören der Handelsverband Berlin-Brandenburg, der BMW BERLIN MARATHON, und weitere Kooperationspartner aus Kultur und Wirtschaft.
Dr. Rebecca Wolf, Direktorin des Staatlichen Instituts für Musikforschung und Hausherrin, betonte in ihrem Grußwort die innovative Technik des Akkordeons und dessen enorme musikalische Bandbreite. „In der Beschäftigung mit dem Akkordeon können wir viel über die Bandbreite des Repertoires, über Erfindergeist und Zugänglichkeit zum Musizieren erfahren.“ Dr. Emanuele Marconi, Direktor des Musikinstrumenten-Museums gab wertvolle Informationen zur Geschichte des Akkordeons und wies auf besonders eindrückliche Instrumente aus der Sammlung des Musikinstrumenten-Museums hin.
Im Anschluss spielte ein Trio junger Berliner Musikschul-Schülerinnen zwei Sätze aus dem Werk „Hinter dem dunklen Weg“ von Il-Ryun Chung.
Das Podiumsgespräch gab einen Einblick in die breit gefächerten Möglichkeiten und Herausforderungen des Akkordeons jenseits überholter Klischees. Prof. Claudia Buder betonte das vereinende Potenzial des Akkordeons: „Diesem Allrounder gelingt es, Verbindungen zu schaffen: zwischen unterschiedlichen Kulturen, Stilen und musikalischen Welten.“ Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg und ehrenamtlicher Direktor des Louis Lewandowski Festivals, verwies auf die Parallelen zwischen Handel und Musik. „Kultur und Handel sind zwei unverzichtbare Gewerke im Orchester des innerstädtischen Lebens.“ Anna-Katharina Schau, Akkordeonistin und Instrumentalpädagogin, stellte Unterrichts-Angebote für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Musikschulen vor. Zudem betonte sie die positive Wirkung des Akkordeons auf Entwicklung und Erhalt von Kompetenzen. „Es ist nie zu spät, mit dem Akkordeonspiel zu beginnen.“
Philipp Höning, Dirigent des Akkordeonorchesters Euphonia Berlin und als Bundesjugendleiter Mitglied im Präsidium des Deutschen Harmonika Verbands, plädierte für mehr Anerkennung der Akkordeonorchester im Konzertbetrieb. „Akkordeonorchester sind so vielseitig wie das Instrument – ein unterschätzter Klangkörper!“ Dieter Plinke, Musiktherapeut und Besitzer der vermutlich größten Akkordeon-Sammlung der Welt, möchte seine Schätze der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Akkordeons in Einkaufspassagen zu zeigen – und zu spielen – ist ein erster Schritt und lenkt die Aufmerksamkeit auf dieses einzigartige Musikinstrument.“
Zum Ausklang spielte das Akkordeonorchester Euphonia Berlin die Ouvertüre aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß.
Ansprechpartner:innen:
Franziska Stoff
Generalsekretärin Landesmusikrat Berlin e.V.
Rita Sosedow
Projektleitung Instrument des Jahres
Simon Marburg
Projektleitung 600 Akkordeons. Eure Geschichten. Unser Berlin.
Christina Bylow
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 (0)30-39 87 73 58
Weitere Informationen:
Instrument des Jahres
Der Landesmusikrat Berlin e.V. setzt sich für die Institutionen und Verbände des Berliner Musiklebens ein. Er vertritt und koordiniert die musikpolitischen Interessen seiner Mitglieder und berät den Senat und die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. In eigenen Projekten wirkt der Landesmusikrat selbst in die Kulturlandschaft Berlin hinein. Dabei nimmt er besonders den musikalischen Nachwuchs in den Blick.
Website: https://www.landesmusikrat-berlin.de