6. Arbeitsphase Ostern 1990 (Bad Steben)

Musikalische Leitung: Volker Wangenheim 

Programm: 
Christoph Willibald Gluck: Ouvertüre zur Oper "Iphigenie in Aulis" 
Wilhelm Killmayer: Nachtgedanken 
Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 "Aus der Neuen Welt"

Konzerte: 
22. April 1990, Kolpinghaus Bayreuth 
23. April 1990, Kurhaus Bad Steben 
25. April 1990, Großer Sendesaal des SFB, Berlin

5. Arbeitsphase Herbst 1989 (Bad Steben)

Musikalische Leitung: Roland Bader

Chor der St. Hedwigs Kathedrale

Programm: 
Joseph Joachim: Elegische Ouvertüre op. 13
Kurt Weill: Sinfonie Nr. 2 
Giuseppe Verdi: Te Deum

Konzerte: 
12. November 1989, Großer Kursaal Bad Steben 
13. November 1989, Philharmonie Berlin

4. Arbeitsphase Ostern 1989 (Bad Steben)

Musikalische Leitung: Wolf-Dieter Hauschild 

Programm: 
Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper "Der Freischütz"
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Boris Blacher: Concertante Musik für Orchester op. 10 
Richard Strauss: Serenade für 13 Bläser

Konzerte: 
1. April 1989, Staatliches Kurhaus Bad Steben 
3. April 1989, Großer Sendesaal des SFB, Berlin

3. Arbeitsphase Herbst 1988 (Weikersheim)

usikalische Leitung: Joachim Harder 

Programm: 
Maurice Ravel: Menuet antique
Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Edward Elgar: Cockaigne 
Leonard Bernstein: West Side Story

Konzert: 
9. Oktober 1988, Großer Sendesaal des SFB, Berlin

2. Arbeitsphase Ostern 1988 (Hitzacker)

Musikalische Leitung: Joachim Harder 

Programm: 
Jean Sibelius: Finlandia
Pjotr I. Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 13 "Winterträume" 
Marlos Nobre: In Memoriam

Konzert: 
17. April 1988, Konzertsaal der Hochschule der Künste Berlin

1. Arbeitsphase Herbst 1987 (Hitzacker)

Musikalische Leitung: Joachim Harder 

Programm: 
Zoltán Kodály: Tänze aus Marosszék
Alejandro Guarello: Sinfonietta
Antonín Dvořák: Sinfonie Nr. 8 (4) G-Dur op. 88

Konzert: 
1. November 1987, Großer Sendesaal des SFB, Berlin

Landesjugendorchester im Konzerthaus: Deutsch-Polnische Harmonie (03.11.2016)

Zum 25-jährigen Jubiläum des Nachbarschaftsvertrages präsentiert das Landesjugendorchester im Berliner Konzerthaus deutsche und polnische Kompositionen.

Der Tagesspiegel, 03.11.2016, Autor: Tomasz Kurianowicz

Letzte Woche hat das Landesjugendorchester noch in Szczecin gespielt, jetzt präsentiert es im Berliner Konzerthaus ein ungewöhnliches Programm: Polnische und deutsche Kompositionen aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Nachbarschaftsvertrages. Als Gast-Dirigentin steht Ewa Strusinska am Pult, die bis zu diesem Sommer die Direktorin der Stettiner Philharmoniker war (und zudem Hausherrin des phantastischen, 2014 eröffneten Musiksaals).

Der Abend beginnt mit einem Fundstück: Boris Blachers „Concertante Musik“. Das 1937 entstandene Werk klingt groß, mächtig und voluminös – ein Beispiel des filmmusikalischen Größenwahns, für den der deutsch-baltische Komponist und Wahl-Berliner bekannt war. Die Bläser rücken vor, treiben die breiten Klangpassagen bis ins Extreme und den Rest der Musiker bis an die Grenzen, bevor die leichtfüßige Dirigentin ihre Schützlinge gekonnt zurückzurufen versteht.

Wink an den polnischen Botschafter

Diese Entschlossenheit zeigt sich auch beim Konzert für Oboe und Orchester: Das von Ludwig August Lebrun komponierte Werk ist 160 Jahre älter, daher muss sich das Ensemble in eine mildere Stimmung versetzen. Doch der krasse Wechsel gelingt famos. Das Werk klingt zart und ausgewogen, filigran und pointiert, auch wenn es manchmal Ungereimtheiten zwischen Orchester und dem sonst bravourösen Solisten Johannes Christ gibt. Aber das ist im zweiten Teil vergessen, wenn Karol Szymanowskis zweite Sinfonie erklingt. Ein furioses Werk mit aufrüttelnden sowie nachdenklichen Passagen, das dem Komponisten in seinem Heimatland Polen nicht nur Respekt eingebracht hat. „Zu deutsch“ würde es klingen, war damals der Vorwurf, dabei ist die Komposition durchsetzt von osteuropäischen und folkloristischen Elementen.

Das Landesjugendorchester arbeitet diese Balance beispielhaft heraus: Die Musiker zwischen 14 und 24 Jahren zitieren wagnerische Wucht und polnische Verspieltheit und verblüffen mit einem nahezu tanzbaren Ergebnis. Besonders in den schnellen Sätzen beweist das Ensemble sein Können, was auch an Ewa Strusinskas sensibler Arbeit liegt. In ihrem Dirigat kann man erfahren, wie gut Polnisches und Deutsches harmoniert. Ein Wink auch an den neu berufenen polnischen Botschafter. Denn auch er sitzt im Saal. Und staunt.

Weite: Landesjugendorchester Berlin im Konzerthaus (26.04.2011)

Der Tagesspiegel, 26. April 2011 – KURZ & KRITISCH

Das Tutti schwillt an wie die aufgehende Sonne über den Bergen, um gleich danach in grazil getupfte Flötentöne überzugehen. Sie lachen, als seien sie einem georgischen Volkstanz entsprungen. Der Beginn des dritten Satzes von Aram Chatschaturjans Violinkonzert – Allegro Vivace – ist bezeichnend für das ganze Werk: vielgestaltig wie die Landschaft, der der Komponist entstammt, voller kaukasischer Weite und Sehnsucht. Solistin Alina Weidlich hat den Violinpart für Flöte umgeschrieben und bewältigt im Konzerthaus einen Tonumfang, für den der Geiger vier Saiten zur Verfügung hat.

Das gelingt ihr oft elegisch schimmernd und fein, in manchen Passagen rutscht der Klang aber ab ins Undefinierte, hat zu wenig Substanz. Für das Landesjugendorchester Berlin ist dieses Konzert die Krönung der ersten von zwei jährlichen Probephasen. Hier spielen Musiker von 14 bis 25, die nicht alle Profis werden wollen. Das hört man nicht: Schlank und homogen ist der Streicherklang. Das Blech tönt hingegen schwergängig. Mit James Levines Assistentin Shi-Yeon Sung am Pult gelingen subtile Temporückungen, die man der harten Gestik, mit der sie dirigiert, zunächst gar nicht zutrauen würde. So tanzen schon bald die grotesk verfremdeten Klängen und camouflierten Themen von Dmitri Schostakowitschs erster Symphonie wie Kobolde vor den Zuhörern. Schostakowitsch war, als er das schrieb, übrigens erst 19. Auch er hätte gut im Landesjugendorchester sitzen können. Udo Badelt

Frisch: Das Landesjugendorchester im Konzerthaus (15.04.2009)

Der Tagesspiegel, 15. April 2009

Während sich ihre Altersgenossen über die Feiertage die Bäuche mit Schokolade vollgeschlagen haben, saßen die Musiker des Berliner Landesjugendorchesters schwitzend über ihren Noten. Als krönender Abschluss der österlichen Arbeitsphase winkte den 58 Nachwuchsinstrumentalisten ein Auftritt im Konzerthaus. Am Beginn des interessanten skandinavischen Programms steht ein Opus 1 – wie passend für die Newcomer-Truppe: die Ossian-Ouvertüre, mit der Niels Gade sich 1841 in der Musikmetropole Leipzig präsentierte. Eine frühromantische Tondichtung, die die Musiker noch etwas schüchtern angehen. Wie Selbstbewusstsein klingt, demonstriert anschließend die 20-jährige Julia Kammerlander im (leider etwas aus der Mode gekommenen) Klavierkonzert von Edvard Grieg. Erstaunlich, wie kaltblütig sie die virtuosen Passagen angeht, wie die zierliche junge Frau pianistische Pranke zeigt, wo es nötig ist. Am meisten aber begeistert die chopineske Eleganz, mit der sie die Melodien modelliert – so kann ein Kitschverdacht gar nicht erst aufkommen.

In Jean Sibelius‘ 1. Sinfonie hält Dirigent Hermann Bäumer den Erregungspegel hoch, setzt auf Emphase statt Analyse der asymmetrischen Klangarchitektur. Ein angemessener Interpretationsansatz: Das Nebeneinander krasser Kontraste dürfte den 14- bis 25-jährigen Jugendlichen aus ihrem eigenen Leben bestens bekannt sein. Frederik Hanssen

Generalprobe ersetzt Konzert (09.04.2009)

SHZ – Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 09. April 2009

Gute Nachricht für Klassikfans: Das abgesagte Konzert des Landesjugendorchesters Berlin, geplant im Theater, erklingt nun im Nordkolleg.

Das Konzert war bereits abgesagt. Nun treten die Musiker doch auf. Zunächst wollte das Landesjugendorchester Berlin am Karfreitag im Theater musizieren. Dieser Plan platzte aus "betriebsorganisatorischen" Gründen. Aber das Ensemble hat eine Alternative gefunden. Morgen (19.30 Uhr) erklingt das vorgesehene Programm als öffentliche Generalprobe im Nordkolleg.

Die Gäste aus Berlin fühlen sich bereits seit einer Woche in der Bildungsstätte am Kanal heimisch. Die jungen Instrumentalisten absolvierten intensive Probentage für ihr Frühjahrsprogramm, das nach der Vorpremiere in Rendsburg am Ostermontag in Berlin präsentiert wird.

Ausgewählt wurde typisch "nordische" Musik. Das Orchester hat Werke der skandinavischen Länder Norwegen, Dänemark und Finnland vorbereitet. Zu hören sind die Konzert-Ouvertüre op. 1 des dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade aus dem Jahr 1841, das einzige Klavierkonzert von Edvard Grieg sowie ein Frühwerk von Jean Sibelius, seine 1. Sinfonie von 1898. Solistin am Flügel für Griegs Klavierkonzert ist die 20-jährige Julia Kammerlander.

Das Landesjugendorchester Berlin besteht seit über 20 Jahren. Junge Talente im Alter von 14 bis 25 Jahren, häufig Preisträger der Wettbewerbe "Jugend musiziert", finden sich in dem Ensemble zusammen. Zweimal im Jahr treffen sich die Instrumentalisten zu Arbeitsphasen, zunächst in Berlin, dann, zu intensiver Probenarbeit mit angeschlossenem Freizeitprogramm, auf dem Land. Im Nordkolleg ist das Orchester seit dem Jahr 2002 nun schon zum sechsten Mal zu Gast. Am Ende der Arbeitsphase stehen zwei Konzerte.

Die Leitung des aktuellen Projekts hat Hermann Bäumer. Über zehn Jahre war er Posaunist bei den Berliner Philharmonikern. Dann wechselte Bäumer ans Dirigentenpult. Und das mit Erfolg. Seit fünf Jahren ist er Generalmusikdirektor am Theater Osnabrück. Überregionales Aufsehen erregt der Künstler immer wieder mit Aufführungen von unbekannten Opern. Sehr engagiert ist der Musiker darüber hinaus in der Jugendarbeit.

Test Alt
Offene Probe

Auch nicht-mitwirkende Zuhörer:innen sind herzlich willkommen.

Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen. 

Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können. 

Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen. 

Iván Fischer

ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.

Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.  

Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.

Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles. 

Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.

Noten
Hier finden Sie alle Noten für die offene Probe. Bitte bringen Sie sich Ihre Noten selbstständig, ausgedruckt und vorbereitet mit.
 
4. Satz
Zeit und Ort

Samstag, 28. September

18.30 bis 20 Uhr

Landesmusikakademie Berlin
Foyer des FEZ-Berlin

Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin