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Konzertreihe "Global Sound Stories – Akkordeon trifft Literatur"

Was hat das Akkordeon mit Literatur zu tun? Mehr, als man denkt!

Zum Jahr des Akkordeons lädt der Landesmusikrat Berlin zu einer besonderen Konzertreihe ein, die das vielseitige Instrument mit stimmungsvollen Geschichten zusammenbringt. Gemeinsam begeben wir uns auf eine klangvolle Reise um die Welt – von China als Geburtsstätte der Sheng, sozusagen der Urgroßmutter des Akkordeons, über Italien und das beschauliche Klingenthal im Vogtland bis nach Argentinien, wo das Bandoneon den Tango zum Leben erweckt.

Mal zart wie ein Flüstern, mal überwältigend wie ein ganzes Orchester – erlebt die faszinierende Vielfalt dieses Instruments und seiner Verwandten hautnah!

Wir starten am 13. April in der Lettrétage Berlin mit einer Reise nach Klingenthal – ein Ort, der wie kein anderer für Verlust, Wandel und Neuorientierung steht. Wort und Klang verschmelzen zu einem vielschichtigen Abend über Herkunft, Identität und die Kraft eines Instruments, das Welten verbindet.

Weiter geht es am 31. Mai mit einem Familienkonzert im Maschinenhaus der Kulturbrauerei: Thomas Sutter, bekannt aus dem ATZE Musiktheater, erarbeitet hier ein musikalisches Märchen von der chinesischen Sheng über Maultrommel und Mundharmonika bis hin zum Akkordeon (in Kooperation mit Harmonica FEN Festival).

Mitreißend wird es am 12. Juni im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie bei „Piazzolla Reloaded“ – Akkordeonstars von Weltrang von Ksenija Sidorova bis Mario Stefano Pietrodarchi sowie Preisträger:innen des Piazzolla-Wettbewerbs präsentieren gemeinsam mit der argentinischen Schriftstellerin María Cecilia Barbetta große Kunst auf der großen Bühne (in Kooperation mit Pantonale e.V.).

Nächste Konzerte

Ort: Kesselhaus in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin

Die Sheng entstand vor etwa 3000 Jahren und gilt aufgrund ihrer Bauweise als Vorläuferin des Akkordeons. Viele sagenhafte Geschichten ranken sich um die chinesische Mundorgel, die zu den wichtigsten Instrumenten der klassischen chinesischen Musik zählt. Auch die Mundharmonika und die Maultrommel, die wie die Sheng und das Akkordeon zu den freien Zungeninstrumenten gehören, greifen das Prinzip der durchschlagenden Zunge auf und schlagen eine klangliche Brücke zwischen Ost und West. So entsteht ein spannender Dialog der Instrumente: von der archaischen Sheng über die ausdrucksstarke Mundharmonika und die faszinierende Maultrommel bis hin zum facettenreichen Akkordeon.

Das Konzertprogramm entfaltet sich als literarisches Musik-Märchen auf der Grundlage chinesischer Sagen, das Klang, Erzählung und Fantasie miteinander verbindet. Das Konzert ist offen für Familien und Kinder.

Künstler:innen:

Wu Wei (Sheng)

Wu Wei ist Professor der Musikhochschule Shanghai und weltweit gefeierter Virtuose mit Sitz in Berlin. Mit seiner Offenheit für Neues hat er der Sheng einen festen Platz in den Konzertsälen erobert.

Sören Birke (Mundharmonika und Maultrommel)

Sören Birke, Multiinstrumentalist, Mundharmonika- und Maultrommel-Spieler, der der Musik mit großer Neugier, Offenheit und Entdeckerlust entgegentritt. Sören veranstaltete vor genau 30 Jahren das erste Zungenschlagfestival Berlins und brachte schon damals die 4 Instrumente Sheng, Maultrommel, Mundharmonika und Akkordeon gemeinsam auf die Bühne.

Vincenzo „Titti“ Castrini (Akkordeon)

Vincenzo „Titti „Castrini ist italienischer Akkordeonist. Seine Musik ist leidenschaftlich, humorvoll melancholisch – geprägt von der Wirklichkeit, der er auf der Straße in Nachtlokalen, Theatern oder auf Festen begegnet. Seine Musik ist zutiefst menschlich.

Thomas Sutter (Texte, Lesung)

Thomas Sutter ist preisgekrönter Autor, Regisseur, Schauspieler und Komponist von weit mehr als 500 Liedern und zahlreichen Musiktheaterstücken für Kinder, Jugendliche und Familien.

Ticketlink:

https://landesmusikrat-berlin.ticketmachine.de

 

Ort: Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin

Der Kammermusiksaal der Philharmonie wird im Juni 2026 zu einem pulsierenden Treffpunkt internationaler Akkordeonkunst. Die Gewinnerinnen und Gewinner des renommierten Internationalen Wettbewerbs ASTOR PIAZZOLLA® – ausgetragen Ende Februar / Anfang März 2026 in Italien – kommen erstmals geschlossen nach Berlin. Mit neuen Solist*innen, Ensembles und preisgekrönten Kompositionen des Piazzolla Wettbewerbs entsteht ein herausragendes musikalisches Erlebnis.

Als gefeierte Solisten werden Ksenija Sidorova (Akkordeon), Mario Stefano Pietrodarchi (Bandoneon) und Luca Lucini (Gitarre) Kompositionen von Astor Piazzolla und Roberto Di Marino vortragen – begleitet vom Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Miran Vaupotić.

Der literarische Beitrag kommt von der mehrfach ausgezeichneten Autorin María Cecilia Barbetta. In ihrem sehr persönlichen Text nimmt sie Piazzollas Musik aus ihrer Sicht auf – als Argentinierin, als Einwanderin, als Schreibende, deren Musikalität die Sprache ist.

Künstler:innen:

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Miran Vaupotić (Dirigent)

Ksenija Sidorova (Akkordeon)

Mario Stefano Pietrodarchi (Bandoneon)

Luca Lucini (Gitarre)

Romina Balestrino (Gesang)

Pasquale Lancuba (Bandoneon)

Leo Florin (Akkordeon)

Pietro Roffi (Akkordeon)

María Cecilia Barbetta (Text und Lesung)

Programm:

Astor Piazzolla: Adiós Nonino

Sonia Possetti: Al Demonio (Uraufführung)

Roberto di Marino: Doppelkonzert für Bandoneon, Gitarre und Streichorchester

Astor Piazzolla: Balada para un loco

Astor Piazzolla: Oblivion

Astor Piazzolla: María de Buenos Aires: »Yo Soy María«

***

María Cecilia Barbetta: Lesung

Pietro Roffi: Quasi un Tango (Uraufführung)

Nita Sinaga: Cerca (Uraufführung)

Mariano Speranza: Vertigos y Ausencia (Uraufführung)

Astor Piazzolla: „Aconcagua“ Concerto für Akkordeon, Klavier und Streicher

Ticketlink:

https://landesmusikrat-berlin.ticketmachine.de

 

Ort: Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin, Ben-Gurion-Straße 1, 10785 Berlin

„Über das Akkordeon im privaten Raum in einer Zeit der Unfreiheit und totalen Kontrolle. Ein literarischer Text mit dokumentarischer Recherche in Kiew und Mykolajiw.

Durch die Erfahrung meiner Familie weiß ich, dass ein Musikinstrument in der Sowjetzeit einen sozialen Raum schaffen und bei Zusammenkünften von Freundeskreisen eine zentrale Rolle spielen konnte. In größeren Runden spürten viele, dass es zahlreiche persönliche, politische und existenzielle Themen gab, über die man sprechen wollte – doch das offene Gespräch war gefährlich. Das Musikinstrument – das Akkordeon – konnte dieses erzwungene Schweigen in einen Austausch von Zeichen verwandeln und oberflächliche Gespräche, sowie ein Schweigen lebendig machen. Mein Großvater war ein autodidaktischer Musiker. Sein Leben lang spielte er für Familie und Freunde, wenn sie zusammenkamen. Es war eine säkulare jüdische Gemeinschaft in der sowjetischen Nachkriegszeit. In meinem literarischen Projekt möchte ich erzählen und erforschen, wie das Akkordeon die Wirklichkeit dieser Menschen veränderte, die sich um den Musiker versammelten. Neben Text könnten auch Fotografie und dokumentarische Recherche eine Rolle spielen – gemeinsam mit einer fiktionalen Erzählung, bestehend aus Erinnerungsfragmenten, Dialogen und Geschichten rund um das Akkordeon und das Leben meines Großvaters, dessen Zeugin ich war. Ich möchte auch über die Mitglieder der Gemeinschaft erzählen, die ich nur teilweise kennenlernte und deren Biografien zu einem verlorenen Kontinent der Beziehungen und Erfahrungen der Umbruchszeiten gehören.“

Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Yevgenia Belorusets dokumentiert seit Februar 2022 die Invasion Russlands in die Ukraine, in unserem Programm reist sie zurück in die Sowjetzeit. Welche Beziehungen schafft Musik, schafft ein Akkordeon? Gemeinsam mit ihr beantwortet diese Frage das „Motion Trio“ von Janusz Wojtarowicz, Paweł Baranek, Marcin Głądziyn. Das Trio begann mit Straßenkonzerten und wurde nach 14 veröffentlichten Alben sowohl von der Jazz- wie von der Klassikkritik ausgezeichnet.

Künstler:innen:

Motion Trio (Akkordeon)

Yevgenia Belorusets (Lesung)

Ticketlink:

folgt

 

Ort: Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin, Ben-Gurion-Straße 1, 10785 Berlin

La fisarmonica di Castelfidardo

„Bereits in einem Dokumentarfilm des „Istituto Luce“ aus dem Jahr 1942 wird am Gründungsmythos von „Castelfidardo“ als Herz und Heimat der „fisarmonica“ gearbeitet: Wir sehen einen langhaarigen alten Wanderer an einem Scheideweg, in einer winterlichen Einöde auf dem Land. Kurz darauf wird er von einer Bauernfamilie aufgenommen. Sein einziges Gepäckstück ist ein unbekanntes, noch rudimentäres, diatonisches Instrument – ein „organetto“. Der Fremde schweigt und spielt das kleine diatonische Akkordeon, der jüngste Sohn des Hauses lauscht dem Klang, wie verzaubert. Nachts versucht er, das Instrument nachzubauen. Es gelingt ihm – und nicht nur das: Er schafft es sogar, es das Spektrum seiner Töne ins Chromatische zu erweitern.

Tatsächlich bildet Castelfidardo, eine unscheinbare Kleinstadt in den Hügeln der Marken, seit dem späten 19. Jahrhundert das Zentrum des italienischen Akkordeonbaus. Die „fisarmonica“ ist hier bis heute nicht nur ein Musikinstrument, sondern ein Stück Identität – Ausdruck handwerklicher Präzision, musikalischer Leidenschaft und wirtschaftlicher Hoffnung. Über hundert Werkstätten prägten einst das Stadtbild. Heute sind es nur noch wenige, doch ihr Wissen, ihre Klänge und Geschichten leben weiter – auch im „Museo Internazionale della Fisarmonica“, das die Entwicklung des Instruments dokumentiert und bewahrt. Im September jeden Jahres findet hier auch das Internationale Akkordeonfestival statt, das Künstler:innen aus der ganzen Welt in die Stadt bringt.

Der Text „La fisarmonica di Castelfidardo“ ist eine literarische Annäherung an diesen Ort und seine Menschen. Im Zentrum stehen Begegnungen mit Musiker:innen, Handwerker:innen und einem Instrument, das zwischen Vergangenheit und Gegenwart vibriert.“

Zusammen mit dem Akkordeonisten Radu Ratoi gestaltet der Autor dieses Textes Bruno Francheschini ein Programm für Berlin unter Berücksichtigung der lokalen Geschichten.

Künstler:innen:

Radu Ratoi (Akkordeon)

Bruno Franceschini (Lesung)

Website-/Ticketlink:

folgt

 

Ort: Curt-Sachs-Saal im Musikinstrumentenmuseum Berlin, Ben-Gurion-Straße 1, 10785 Berlin

Aurelie Maurin lebt seit 2000 in Berlin als Veranstalterin, Kuratorin und Moderatorin. Sie ist Mitherausgeberin der Buchreihe VERSschmuggel im Verlag das Wunderhorn und der Literaturzeitschrift la mer gelee im Verlag Nouvel Attila. Als Literaturübersetzerin, Jurorin und Leiterin des TOLEDO-Projekts des deutschen Übersetzerfonds und der Robert Bosch Stiftung überblickt sie eine große Bandbreite der französischen, deutschen und internationalen Literatur. Ausgehend von Frankreich kuratiert Aurelie Maurin für unser Programm eine Reihe bereits bestehender Texte, die sich mit dem Akkordeon, dem Bandoneon und ihren Auswirkungen auf die menschlichen Beziehungen beschäftigen.

Sie erarbeitet das Programm gemeinsam mit der Bandoneonistin Helena Rüegg, die als Solistin mit bedeutenden Orchestern konzertierte und für literarische Lesungen und Hörspiele, u.a. vom WDR und SWR, komponiert.

Künstler:innen:

Helena Rüegg (Bandoneon)

Aurélie Maurin (Lesung)

Website-/Ticketlink:

folgt

 

Vergangene Konzerte

13.04. | Konzert „Weltmeister aus Klingenthal“ 

Was für ein gelungener Auftakt! Die Konzertreihe „Global Sound Stories – Akkordeon trifft Literatur“ eröffnete mit einer Reise ins sächsische Klingenthal, einst Produktionsort der „Weltmeister“-Akkordeons. Ein wunderbares Duo – der Akkordeonist Goran Stevanovich und der Autor Florian Werner begeisterten das Publikum in der vollkommen ausverkauften Berliner Lettrétage

Florian Werner zeichnete mit viel Witz und Tiefgang das Bild der erzgebirgischen Kleinstadt. Brillant und anschaulich verdichtete er seine Beobachtungen, die er bei einem Besuch in Klingenthal gesammelt hatte, zu einer kurzweiligen Geschichte.
Goran Stevanovich übersetzte Florian Werners Text einfallsreich in Klang, zeigte aber in Solostücken auch seine Virtuosität und hochmusikalische Fantasie. Besonders berührten seine selbst komponierten Sevdah-Melodien, inspiriert von der traditionellen bosnischen Volksmusik.

Fotos: Stephan Röhl

Förderer

Wir danken der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Lotto-Stiftung Berlin für die großzügige Förderung.

Kontakt

RITA SOSEDOW
Projektleitung Instrument des Jahres (2026 Akkordeon, 2027 Synthesizer)

idj@landesmusikrat-berlin.de

Landesmusikrat Berlin e.V.
Karl-Marx-Straße 145, 12043 Berlin

Test Alt
Offene Probe

Auch nicht-mitwirkende Zuhörer:innen sind herzlich willkommen.

Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen. 

Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können. 

Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen. 

Iván Fischer

ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.

Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.  

Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.

Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles. 

Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.

Noten
Hier finden Sie alle Noten für die offene Probe. Bitte bringen Sie sich Ihre Noten selbstständig, ausgedruckt und vorbereitet mit.
 
4. Satz
Zeit und Ort

Samstag, 28. September

18.30 bis 20 Uhr

Landesmusikakademie Berlin
Foyer des FEZ-Berlin

Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin