70 Jahre Musische Wochen

Modellprojekt der musikalischen Bildung: Die Musischen Wochen feiern ihr 70-jähriges Bestehen

Ob Bigband, Chor, Sinfonieorchester oder Jazzcombo: Während der Musischen Wochen präsentieren sich Berliner Schulensembles im Kammermusiksaal der Philharmonie. Das Modellprojekt aus den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1956 gegründet. Eine Berliner Erfolgsgeschichte

Für gut 1200 Berliner Kinder und Jugendliche ist es auch in diesem Jahr der Höhepunkt des Schuljahres: Ein Auftritt im Kammermusiksaal der Philharmonie, gemeinsam mit dem Ensemble, mit dem sie viele Monate lang geübt haben. Egal ob Bigband, Chor, Gitarrenensemble, Tanzgruppe oder Blasorchester: Auf der Bühne zeigen Schülerinnen und Schüler, was sie mit der Unterstützung engagierter Musiklehrer:innen erarbeitet haben. Das kann eine eigene Komposition sein, die ein Percussion-Ensemble mit Hilfe von Fässern, Leitern und Haushaltsgegenständen zum Klingen bringt oder ein Madrigal aus der Renaissance-Zeit, gesungen von einem A-cappella-Chor. Filmmusikklassiker sind dabei, Musical-Hits und Jazzstandards. Die unterschiedlichen Genres spiegeln die Vielfalt der musikalischen Interessen und kulturellen Prägungen wider. Allen Ensembles gemeinsam sind Freude, Hingabe und Disziplin. Wer die Konzerte einmal erlebt hat, weiß, was Musik in der Schule bewirken kann.

Die Musischen Wochen sind ein Kind der Nachkriegszeit. Ins Leben gerufen wurden sie 1956 im damaligen Westberlin, um den kulturellen Wiederaufbau der Stadt voranzubringen. Im Jahr 1975 kam ein weiteres Modellprojekt hinzu: Die Musikbetonten Grundschulen. Die meisten von ihnen wurden in einkommensärmeren Quartieren eingerichtet, damit auch sozial benachteiligte Kinder ein Instrument erlernen können. Einmal in der Woche erhalten sie 45 Minuten kostenlosen Gruppeninstrumentalunterricht, zusätzlich nehmen sie an einer Musik-AG teil. Inzwischen gibt es 17 Musikbetonte Grundschulen in Berlin, der einstige Schulversuch gilt bundesweit als beispielhaft.

 Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie betont die Bedeutung der Musikalischen Bildung in der Schule: „Die Musischen Wochen stehen seit 70 Jahren für die besondere Bedeutung kultureller Bildung an unseren Schulen. Sie zeigen, wie gemeinsames Musizieren Kreativität stärkt, Gemeinschaft erlebbar macht und Schülerinnen und Schüler ermutigt, ihr Können vor Publikum zu präsentieren. Dass so viele junge Menschen Jahr für Jahr auf der Bühne stehen, unterstreicht, welchen festen Platz Musik im Schulalltag hat.“

Bei der Organisation der Musischen Wochen arbeiten die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Landesmusikrat Berlin e.V. eng zusammen. Hella Dunger-Löper, Präsidentin des Landesmusikrats Berlin, verweist anlässlich des Jubiläums auch auf den sich zuspitzenden bundesweiten Lehrkräftemangel: “Wer sich als Kind selbst in der Musik erlebt, in Gemeinschaft mit anderen, trägt einen Schatz in sich. Sorgen wir dafür, dass dieser frühe und fröhliche Zugang zum Musizieren auch in Zukunft erhalten bleibt.“

 

 Termine:

27. April und 7. Mai: Musikbetonte Grundschulen im Kammermusiksaal der Philharmonie

 15. Mai und 27. Mai: Berliner Schulensembles im Kammermusiksaal der Philharmonie

Alle Termine und Informationen:
https://www.landesmusikrat-berlin.de/projekte/musische-wochen/

 

Ansprechpartner:

Luca Hönig und Christiane Wallendorf
Projektleitung Musische Wochen

Landesmusikrat Berlin e.V.
Karl-Marx-Straße 145, 12043 Berlin


T: +49 178 9392439

 

Der Landesmusikrat Berlin e.V. setzt sich für die Institutionen und Verbände ein, die das Berliner Musikleben prägen. Er vertritt und koordiniert die musikpolitischen Interessen seiner Mitglieder und berät den Senat und die Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. In eigenen Projekten wirkt der Landesmusikrat selbst in die Kulturlandschaft Berlin hinein. Dabei nimmt er besonders den musikalischen Nachwuchs in den Blick.

Website: https://www.landesmusikrat-berlin.de

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Offene Probe

Auch nicht-mitwirkende Zuhörer:innen sind herzlich willkommen.

Eine aktive Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. 

Alle Berliner Amateurmusiker:innen sind herzlich eingeladen, an der Offenen Probe am Samstagabend teilzunehmen. 

Exklusiv für den Orchestertreff werden der zweite und vierte Satz der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven so arrangiert, dass auch Musiker:innen mit unterschiedlichen Zupfinstrumenten, Akkordeon und anderen im Original nicht besetzten Instrumenten mitspielen können. 

Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer:innen Ensemble-Erfahrung mitbringen. 

Iván Fischer

ist Ehrendirigent des Konzerthausorchesters und als einer der visionärsten Musiker unserer Zeit bekannt.

Er war Chefdirigent des National Symphony Orchestras in Washington, Opéra National de Lyon und des Konzerthausorchesters Berlin, letzteres hat ihn zum Ehrendirigent ernannt. Ebenso ist er Honorary Guest Conductor des Royal Concertgebouw Orchestra, mit dem ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit verbindet.  

Bei den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des BR und dem New York Philharmonic Orchestra ist er regelmäßig zu Gast.

Nach einigen Gastauftritten in internationalen Opernhäusern, entschied er sich auch bei der Oper für einen Reformweg und gründete die Ivan Fischer Opera Company, mit der er unabhängige Opernproduktionen verwirklicht. Seit 2004 ist Iván Fischer auch als Komponist tätig, er schreibt meist vokale Musik mit kleinen Instrumentalensembles. 

Iván Fischer wurde 2013 zum Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London ernannt und ist Ehrenbürger von Budapest.

Noten
Hier finden Sie alle Noten für die offene Probe. Bitte bringen Sie sich Ihre Noten selbstständig, ausgedruckt und vorbereitet mit.
 
4. Satz
Zeit und Ort

Samstag, 28. September

18.30 bis 20 Uhr

Landesmusikakademie Berlin
Foyer des FEZ-Berlin

Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin