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Wahlprüfsteine 2011 des Landesmusikrates Berlin liegen vor

Im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011 versandte der Landesmusikrat Berlin einen Fragen- und Forderungskatalog zum Thema "Musikalische Bildung in Berlin" an die politischen Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Antworten der kultur- und bildungspolitischen Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FDP und SPD liegen nun vor. Lesen hier die Stellungnahmen der Politik zu den Fragen und Forderungen des Landesmusikrates:


Offener Brief zur kulturellen Bildung in Berlin des DMR-Generalsekretärs
30. September 2011

Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner, verfasste im Anschluss an die Abgeordentenhauswahl einen Offenen Brief an Klaus Wowereit, den alten und neuen Regierenden Bürgermeister Berlins:"Die Situation der kulturellen Bildung in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. So sehr die aktuelle Auseinandersetzung um den Wiederaufbau der A 100 im Vordergrund steht - die kulturelle Teilhabe für die Kinder und Jugendlichen ist bedeutsamer für die Entwicklung Berlins."
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Landesmusikrat Berlin verfasst Papier zur "Lage der Musikalischen Bildung in Berlin"

Musikalische Bildung ist ein Sammelbegriff für die Vielfalt der Möglichkeiten, Zugang zu musikali­schem Verstehen und Handeln zu finden. Musikalische Bildung wird im Lauf des Lebens bewusst oder unbewusst zum Teil der kulturellen Prägung jedes Menschen. Dabei hängen jedoch die Inten­sität des jeweiligen Umgangs mit Musik wesentlich mit der Qualität der vermittelten Musikalischen Bildung und deren Zugangsmöglichkeiten zusammen.

Der Begriff Musikalische Bildung bezieht sich somit nicht nur auf das bewusst erworbene Wissen und Können musikalischer Art, sondern auch auf informelle Lernzusammenhänge, wie sie durch das nicht geplante, zufällige Lernen in verschiedenen Lebenssituationen entstehen können.

Die Bestandsaufnahme und Forderungen zur Lage der Musikalischen Bildung in Berlin hat der Landesmusikrat Berlin in seinem Konzeptpapier aufgezeigt.

Den vollständigen Text des Papiers finden Sie hier.


Runder Tisch zur Zukunft der Musikalischen Bildung

Im Dezember 2009 fand zum ersten Mal der von Christian Höppner, Präsident des Landesmusikrats Berlin, einberufene Runde Tisch zur Zukunft der Musikalischen Bildung statt, mit dem Ziel, einen Masterplan Musikalische Bildung für Berlin zu erarbeiten. Im März 2010, als die Dirigenten und Intendanten der führenden Berliner Orchester so vehement ihre Stimme erhoben gegen den Abbau des Musikunterrichts in Berlins Schulen, forderte Christian Höppner die Politik dazu auf, das Thema Musikalische Bildung zur Chefsache zu erklären. Die Teilnehmer des Runden Tisches, darunter Vertreter von Allgemein Bildenden Schulen, Musikschulen, der beiden künstlerischen Hochschulen und aller Fachverbände sowie Institutionen wie die Akademie der Künste, das Konzerthaus und die Berliner Philharmoniker, einigten sich Anfang Mai einvernehmlich auf den Entwurf einer Resolution, die eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Musikalische Bildung einfordert. Diese Resolution wurde von Vertretern aus der Politik Anfang Juli verabschiedet.

Die 10 Forderungspunkte der Resolution umfassen alle Bereiche der schulischen und außerschulischen Musikalischen Bildung. Dazu gehört die Forderung nach einem qualifizierten und kontinuierlichen Musikunterricht in der Allgemein Bildenden Schule, wie nach einem erreichbaren und bezahlbaren Angebot bei den bezirklichen Musikschulen.

„Der Runde Tisch Musikalische Bildung fordert Senat und Abgeordnetenhaus auf, gemeinsam mit dem Landesmusikrat Berlin auf der Grundlage dieser Resolution bis Mai 2011 ein übergreifendes, auf Nachhaltigkeit angelegtes Konzept zur ‚Musikalischen Bildung in Berlin‘ zu erarbeiten, das als Grundlage für die bildungs- und kulturpolitische Arbeit dienen sollte.“ (Christian Höppner, Präsident des Landesmusikrates Berlin)

>>> Resolution im Wortlaut


 

Runder Tisch Berliner Musikschulen

Der Landesmusikrat hat im Juli 2009 unter dem Vorsitz seines Präsidenten Christian Höppner einen Runden Tisch Berliner Musikschulen eingerichtet.

Das Gremium sollte konstruktive Lösungen zur Sicherung und Entwicklung der kommunalen Berliner Musikschulen erarbeiten. Im Ergebnis wurde Anfang November 2009 eine Resolution zur Zukunft der kommunalen Berliner Musikschulen verabschiedet, in der politische Zielsetzungen formuliert werden, um mittel- und langfristig für alle Bürgerinnen und Bürger Berlins die Teilhabe an musisch-kultureller Bildung zu ermöglichen. Dem Runden Tisch gehören Vertreter der Fachverbände, Musikschulleiter, Lehrer- und Elternvertreter, Gewerkschaften sowie Abgeordnete aller im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien an.

Zu den wichtigsten Punkten der Resolution gehört die Forderung nach einer Verankerung der Musik­schul­finanzierung als gesetzliche Pflichtaufgabe des Landes Berlin, nachhaltigen Bildungsangeboten unabhängig von sozialen Hürden, der Beseitigung personeller und finanzieller Engpässe der Musik­schulen, sowie der strukturell abgesicherten Zusammenarbeit der Musikschulen mit den allgemein bildenden Schulen, Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Bildungs-, Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit.

>>> Resolution im Wortlaut




Berliner Immissionsschutzgesetz / Urteil des Bundesverfassungsgerichts / Stellungnahme des Landesmusikrates

Im Dezember 2009 hat das Bundesverfassungsgericht die Klage eines Nachbarn gegen sonntägliches Musizieren in Berlin zurückgewiesen: Der Landesmusikrat Berlin forderte bei diesem Anlass erneut die nötigen Korrekturen der Berliner Rechtslage ein. Es verstehe sich nicht von selbst, so die Richter, dass das sonntägliche Musizieren in der eigenen Wohnung als „Lärm“ oder „erhebliche Ruhestörung“ im Sinne der Berliner Lärmschutzvorschriften zu werten sei, das Amtsgericht in Berlin muss nun neu
entscheiden. (>>> Pressemitteilung des Landesmusikrates 12 / 2009)

Nachdem ein Urteil des Amtsgerichts von Berlin-Tiergarten, in dem Eltern für das einstündige sonntägliche Klavierspiel ihrer Tochter mit einer Geldstrafe belegt wurden, eine Verfassungsbeschwerde nach sich gezogen hatte, hatte das Bundesverfassungsgericht den Landesmusikrat Berlin um eine Stellungnahme gebeten, die wir interessierten Bürgern nach wie vor zukommen lassen ( >>> Kontakt)

Schon ein Jahr zuvor hatte der Landesmusikrat Berlin anlässlich der parlamentarischen Diskussion um Spielplatzlärm und das Musizieren an Sonn- und Feiertagen eine grundlegende Überarbeitung des Berliner Landes-Immissionsschutzgesetzes gefordert (>>> Pressemitteilung des Landesmusikrates 10 / 2008).




Musikgeragogik - Musik im Alter

Das Thema "Musizieren im Alter" wird nicht nur auf Grund der demografischen Entwicklung immer bedeutsamer. Das 'lebenslange Lernen' ist zum Schlagwort in gesellschaftspolitischen Debatten geworden und die lebenslange musikalische Betätigung gehört natürlich dazu: Die Musik- und Bildungspolitik ist vor ganz neue Herausforderungen gestellt. So aktuell das Themenfeld ist, so dünn allerdings ist auch der Forschungs- und Wissensstand.

Pionierarbeit leistet in dieser Hinsicht Prof. Dr. Hans Hermann Wickel, der die Disziplin Musikgeragogik im Schnittfeld von Musikpädagogik und Geragogik weiterentwickelt und sich mit musikbezogenen Vermittlungs- und Aneignungsprozessen sowie musikalischer Bildung im Alter beschäftigt. Im Rahmen der Generalverammlung des Landesmusikrates Berlin 2009 hielt Prof. Wickel einen Einführungsvortrag, den wir an dieser Stelle zum Nachlesen veröffentlichen. Auf der Webseite musikgeragogik.de finden sich des Weiteren bibliografische Angaben und weitere Links zum Thema.

>>> Einführungsvortrag zur Musikgeragogik von Prof. Wickel (Berlin, 25.11.2009)

>>> Webseite Musikgeragogik




"Jedem Kind  s e i n   Instrument"

Angesichts der problematischen Situation der musikalischen Bildung in Berlin, startet der LandesMusikRat Berlin in Anlehnung an ein Projekt in Nordrhein-Westfalen die musikpolitische Initiative "Jedem Kind  s e i n  Instrument".

Das Projekt wurde den Mitgliedern und der Öffentlichkeitauf der Generalversammlung des LandesMusikRats am 27. November 2007 vorgestellt. Podiumsgast war Manfred Grunenberg, der Projektleitende Direktor der Stiftung "Jedem Kind ein Instrument" in NRW.

>>> Projektbeschreibung




In einem Positionspapier stellt sich der Landesmusikrat dem schleichenden Abbau des Musikunterrichts an Berlins allgemein bildenden Schulen entgegen

Entgegen allen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen erfährt der Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen Berlins eine schleichende Verdrängung. Dabei betonen Experten immer wieder die Bedeutung musikalischer Bildung und Früherziehung für die Entfaltung von Kreativität und sozialer Kompetenz, den Aufbau von Leistungs- und Konzentrationsvermögen sowie die Entwicklung von Abstraktionsfähigkeit.

In einem Positionspapier äußert sich das Präsidium des Landesmusikrats zur Lage des Musikunterichts an den allgemein bildenden Schulen und formuliert konkrete Forderungen, um einem Besorgnis erregenden Trend Einhalt zu gebieten.

>>> Positionspapier des Präsidiums zur musikalischen Bildung




Resolution der Generalversammlung 2006

"Musikstadt Berlin - Zukunft gestalten", so hat die Generalversammlung des Landesmusikrats ihre Resolution aus dem Herbst 2006 überschrieben     ( › pdf-Version )




2. Berliner Appell


Der Deutsche Musikrat übergab Bundespräsident Horst Köhler im Juli 2006 den 2. Berliner Appell zum interkulturellen Dialog. 200 Experten aus Politik, Kultur und Wirtschaft hatten zuvor über die Vorschläge für eine bessere Verständigung der Kulturen diskutiert     ( › pdf-Version )


1. Berliner Appell

Mit dem ersten Berliner Appell verabschiedete der Kongress "Musik bewegt" des Deutschen Musikrats bereits 2003 ein Leitprogramm bzw. einen Forderungskatalog zur musikalsichen Bildung in Deutschland     ( › pdf-Version )


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